Sogar der Bus hupte

Robben war so glücklich, dass sich die Abfahrt verzögerte

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Derzeit enorm stark: Arjen Robben.

Das Topspiel bei Borussia Dortmund war auch der Abend des Arjen Robben. Wegen ihm verzögerte sich am Ende sogar die Abfahrt vom Stadion.

Dortmund – Es ist gut möglich, dass Willi Lippens „Mitten im Pott“ war, als sich im Pott am Samstagabend Folgendes ereignete: Arjen Robben traf im Topspiel beim BVB zum 1:0. Der Bayern-Kapitän machte das wie immer: Von rechts, mit links, wumms, war das Ding im Netz und der Weg zum Sieg geebnet. Nur 48 Kilometer weiter östlich, in Bottrop, war ein 71 Jahre alter Mann mal kurzzeitig ein wenig traurig.  

Natürlich kann man annehmen, dass Willi „Ente“ Lippens davon ausgegangen ist, dass es irgendwann passieren würde. Arjen Robben ist zwar 33, aber er spielt halt beim FC Bayern, einem Verein, der recht erfolgreich ist, und vor allem einem Verein, in dem Offensivspieler gerne viele Tore schießen. Bis zum Samstag stand Robben bei exakt 92 Bundesliga-Treffern, bei genau so vielen also, wie sie einst Lippens für Rot-Weiß Essen und – wie passend – Borussia Dortmund gelungen waren. Nun hat der Holländer einen mehr. 93. Und es werden noch ein paar hinzukommen.

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Der Bus hupte, die Mitarbeiter neben ihm drängten

Zwei Rekorde gleich hat Robben aufgestellt. Zum einen hat er Lippens – Sohn einer deutschen Mutter und eines niederländischen Vaters – als besten holländischen Bundesliga-Torschützen überholt. Zum anderen auch Giovane Elber, der bis dato mit ebenso 92 Treffern der treffsicherste Ausländer im Trikot des FC Bayern gewesen war. „Das ist wieder eine Bestätigung in dieser langen Zeit hier, 93 Tore sind natürlich nicht nichts“, sagte er, als er als Allerletzter aus der Kabine spaziert kam. Der Bus hupte, die Mitarbeiter neben ihm drängten auf die Abfahrt. Er blieb, bis die letzte Frage beantwortet war. Dieser Tag war wieder einmal: Seiner.

Schon der Torjubel hatte für sich gesprochen. Ausgebreitete Arme, ein alleiniger Sprint durch die Reihen der Mitspieler: Er erinnerte an jenen, den man nach dem Siegtreffer in Wembley 2013 von ihm gesehen hatte. Auch damals ging es gegen Dortmund, einst Robbens Angst-, inzwischen sein Lieblingsgegner. Sieben Tore in zehn Partien sind ihm seit dem Champions League-Sieg 2013 gegen den BVB gelungen. „Arjen zeigt seine Qualität in solch großen Spielen“, sagte Hasan Salihamidzic.

Der Sportdirektor sprach von „120 Prozent“ Leistung des Flügelspielers, der seit der Rückkehr von Jupp Heynckes alle sieben Spiele gemacht hat. Dass die Muskeln vieler Bayern-Profis zwicken, nur ausgerechnet jene des ältesten nicht, ist kurios, aber kein Zufall. Denn Robben verkörpert auch in seiner neunten und womöglich letzten Saison beim FC Bayern (man bespricht sich im Frühjahr) den Typus „Voll-Profi“. Stolz sei er darauf, sagte er, „aber ich brauche jetzt auch etwas Ruhe“. Dass seine erste Länderspiel-Pause ohne Länderspiel ansteht, passt gut. Vielleicht ist ja auch Zeit, mal Lippens zu besuchen. Der betreibt inzwischen ein Restaurant namens: „Mitten im Pott“. 

hlr

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