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Kimmich erklärt Genie-Freistoß: Entscheidender Tipp von Bayerns Standard-Flüsterer

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Von: Manuel Bonke, Philipp Kessler

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Um den Wechsel von Ex-FCB-Torjäger Robert Lewandowski nach Barcelona gab es viel Lärm. Der Sieg in Frankfurt zeigte: Es geht auch ohne den Polen.

München – Wenige Stunden, nachdem Robert Lewandowski (33) mit großem Brimborium offiziell beim FC Barcelona vorgestellt wurde, waren seine ehemaligen Münchner Offensivkollegen in Frankfurt gefordert - und machten den Superstürmer mit dem 6:1-Eröffnungserfolg sofort vergessen.

Kimmich erklärt Genie-Freistoß: Entscheidender Tipp von Bayerns Standard-Flüsterer

Joshua Kimmich (27) brauchte gerade einmal fünf Minuten, ehe er Eintracht-Torwart Kevin Trapp (32) einen Freistoß im Pyro-Nebel aus großer Entfernung ins kurze Eck donnerte. „Dino Toppmöller hat es in der Woche schon ein bisschen angekündigt. Wir haben seitliche Freistöße trainiert und er meinte, ich soll mal gucken, weil Trapp immer ein bisschen höher steht. Da kann man es mal versuchen.“

Der zweite Treffer fiel ebenfalls nach einer Standardsituation. Benjamin Pavard (26) nutzte nach einem Eckball die Frankfurter Unkonzentriertheit zum 2:0. Die restlichen vier Treffer waren der neuen Münchner Tempo-Offensive um Sadio Mané (30), Jamal Musiala (19) und Serge Gnabry (27) vorbehalten. Thomas Müller (32) trug sich zwar nicht in die Torschützenliste ein, glänzte aber als dreifacher Vorbereiter. Mit dem 5:3-Sieg im Supercup gegen RB Leipzig haben die Münchner in den ersten beiden Pflichtspielen der Saison nun elf Tore geschossen.

FC Bayern: Münchens Jamal Musiala erzielt das Tor zum 4:0 gegen Frankfurt
Die Offensive des FC Bayern mit Gnabry, Musiala und Müller (v.r.) glänzte in Frankfurt. © Arne Dedert/dpa

Trainer Nagelsmann sieht im Angriff neuen FCB: „Wir sind sehr variabel in der Spitze“

„Es ist nicht leicht zu verteidigen, wenn die Spieler da vorne ins Zocken kommen. Es macht Spaß, zuzuschauen“, sagte Trainer Julian Nagelsmann (35) über seine Offensivreihe und stellte fest: „Wir sind sehr variabel in der Spitze. Sadio Mané gibt uns mehr Flexibilität. Das ist teilweise schon eklig zu verteidigen.“

Mehr noch: Ohne Lewandowski, auf den in der Vergangenheit das gesamte Angriffsspiel zugeschnitten war, wirkten die Bayern-Angreifer befreiter, ihr Spiel entfesselter. „Wir müssen vorn andere Wege finden, Tore zu schießen“, meinte der erneut überragend aufspielende Doppeltorschütze Musiala, über den Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45) sagt: „Jamal ist sehr gut drauf, macht Tore, ist wichtig für unser Spiel. Warum sollte man ihn draußen lassen?“

Die alte und neue Kommandozentrale im frisierten Bayern-Sturm, Thomas Müller, ergänzte: „Es gibt uns ein gutes Gefühl, dass unser Konzept und die Umstellungen bisher gut greifen. Diese Skepsis, die im Vorfeld diskutiert wurde - weil es eine massive Veränderung gab -, haben wir mit elf Toren in zwei Spielen gegen den Pokalsieger und den -Europa-League-Gewinner erst einmal in den Hintergrund gerückt.“

Frankfurt wollte offensiv dagegenhalten – Bayern-Sturm bestrafte dies gnadenlos

Zur Sturm-Wahrheit gehört aber auch, dass die Spielweise der Frankfurter den Bayern entgegengekommen ist. Mit dem Selbstvertrauen als Europa-League-Sieger wollte die Eintracht dominant auftreten - und wurde bestraft. „Es war kein Spiel, in dem wir den Strafraum belagert haben. Es war ein Spiel, in dem wir das Mittelfeld schnell überbrückt und die Tiefe gesucht haben“, analysierte Müller.

Deshalb drückt er trotz aller Lobeshymnen auf den neuen Hochgeschwindigkeitssturm auf die Bremse: „Es werden auch noch andere Spiele kommen, wo wir sagen: Heute hat der Mittelstürmer gefehlt, der auf der ganzen Welt sehr rar gesät ist. Am Ende diskutieren wir stets Ergebnisse. Heute war’s gut, von dem her ist alles prima.“ (bok/pk)

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