Rasanter Aufstieg

Rode: Auf den Spuren von Brazzo

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Sebastian Rode: der "Giftzwerg" des FC Bayern.

München - Mit Sebastian Rode hatte vor der Saison in München keiner gerechnet. Inzwischen ist der Ex-Frankfurter ein wichtiger Bestandteil des bayerischen Starensembles.

Matthias Sammer bezeichnet ihn gerne als "Giftzwerg", für Pep Guardiola ist er "my favourite Player" - gemeint ist Sebastian Rode. Der Ex-Frankfurter hat sich allen Prognosen zum Trotz im Starensemble des FC Bayern München längst einen wichtigen Platz erkämpft.

Selbst bei den Weltmeistern genießt der 24-Jährige eine hohe Wertschätzung. "Es ist überdurchschnittlich, wie Sebastian seine Zweikämpfe führt. Da muss sich der Rasen in Acht nehmen, dass er nicht verschmort", lobte etwa Thomas Müller seinen Kollegen vor dem abschließenden Gruppenspiel in der Champions League gegen ZSKA Moskau am Mittwochabend.

Rode hat nicht lange gebraucht, um sich beim deutschen Fußball-Rekordmeister nach seinem Wechsel im Sommer zu akklimatisieren. Auch wenn er oft noch auf der Bank sitzt - das Vertrauen in den zweikampfstarken Mittelfeldspieler wird immer größer. Es sei egal, ob er Rode ein oder zwei Minuten, eine Halbzeit oder 90 Minuten bringe, "er ist immer gut", lobte unlängst Guardiola.

Am Samstag im Spitzenspiel gegen Leverkusen waren es 45 Minuten gewesen, in denen Rode mit seiner dynamischen und zupackenden Art dem Spiel die entscheidende Wende gab. "Rode hat uns mehr Vollgas gegeben", betonte Guardiola nach dem 1:0.

"Ein toller Typ und ein toller Spieler"

Überhaupt kommt der Bayern-Coach regelrecht ins Schwärmen, wenn es um den gebürtigen Hessen geht, den er gerne sogar als seinen Lieblingsspieler bezeichnet: „Er will sich immer verbessern und versucht immer, der Mannschaft zu helfen. Er ist ein toller Typ und ein super Spieler.“ Er ist beim FC Bayern der Kämpfer, der Arbeiter unter den vielen Künstlern.

In München werden deshalb schon Parallelen gezogen zu den einstigen Bayern-Größen Hasan "Brazzo" Salihamidzic und Jens Jeremies. Beiden war bei ihrem Wechsel 1998 zum Rekordmeister auch nicht allzu viel zugetraut worden. Doch mit viel Kampf und noch mehr Leidenschaft hatten sich Salihamidzic und Jeremies durchgesetzt und 2001 gemeinsam als Stammspieler den Champions-League-Triumph gefeiert.

Rode wird so ein Erfolgsweg inzwischen auch zugetraut, auch wenn nicht wenige Experten den Defensivspieler eher in die Kategorie Jan Schlaudraff oder Tobias Rau eingeordnet hatten - Rode als Dauergast auf der Bank oder gar der Tribüne.

Doch dieses Schicksal ist bei Rode nicht zu erwarten. Der 24-Jährige, früher Fan von Borussia Dortmund, würde in jedem Training arbeiten, "als wenn es kein Morgen geben würde", lobte zuletzt auch Sportvorstand Matthias Sammer, der die treibende Kraft beim Transfer gewesen war.

Rode, der sich selbst als "sehr energisch auf dem Spielfeld" einstuft, ist mit seiner Entwicklung „durchaus zufrieden. Aber ich will mehr. Ich hoffe, in Zukunft noch mehr zu spielen“, sagte er vor dem Moskau-Spiel. Und irgendwann wolle er dann Stammspieler in München sein, um sich auch den Traum von einem noch größeren Ziel zu verwirklichen: der Nationalmannschaft.

"Auch deswegen habe ich den Schritt von Frankfurt zum FC Bayern gewagt", sagte Rode im Welt-Interview vor einigen Wochen, "um in Sachen Nationalelf voll anzugreifen. Bei so einem großen Verein ist ein Spieler automatisch etwas näher dran."

sid

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