In freudiger Erwartung auf die Rückkehrer

Bayern bekommen prominenten Zuwachs

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Wieder der Alte: Philipp Lahm kehrt in den Kader zurück.

München - Die Bayern fühlen sich in Schwung – und bekommen bald auch noch prominenten Zuwachs.

Nach Heimspielen des FC Bayern gehört es zum guten Ton, dass über die Boxen der Allianz Arena die Vereinshymne „Stern des Südens“ dröhnt. Gewinnen die Münchner beispielsweise 7:0, lauschen die Fans dem Lied vielleicht sogar einen Tick lieber, aber am Mittwoch setzte die Musik urplötzlich mal für einige Takte aus – und es war zu hören, dass die Anhänger parallel einen ganz anderen Gassenhauer des Fußballs intonierten, und das aus Leibeskräften. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, schallte es aus der Fankurve. Heuer bekommt der Schlachtruf, der sich normalerweise auf die Hauptstadt als Gastgeber des DFB-Pokalfinales bezieht, eine zweite Note: Berlin richtet auch das Endspiel der Champions League aus. Und so ein 7:0, selbst wenn es über ein kleineres Kaliber wie Donezk zustande kommt, beflügelt Fantasie wie Ambitionen.

„Sind von keinem das Glückslos“

Wie so ein Kantersieg während der ersten K.o.-Phase in den Augen der Konkurrenz aussehe, wurde Karl-Heinz Rummenigge nach dem Abpfiff gefragt. „Wir haben den großen Respekt von Fußball-Europa“, sagte der Vorstandschef, „wir sind von keinem das Glückslos.“ Freitag in einer Woche werden die Partien des Viertelfinales ermittelt. Die Münchner sehen sich rechtzeitig in Schwung gekommen, um dafür zu sorgen, dass ein Raunen durchs Auditorium geht, sobald die Kugel mit ihrem Klub-Namen aus der Trommel gefischt wird.

Sie sind insgesamt nun in freudiger Erwartung, schließlich gehen sie auch noch mit einigem schwanger. Bis es zu den wirklich großen Duellen in Europas Elite geht, wird an der Säbener Straße noch der eine oder andere prominente Zuwachs erwartet. Der erste Rückkehrer saß bereits gegen Donezk auf der Bank, und sogar Rummenigge war überrascht, dass Pep Guardiola Philipp Lahm als einsatzbereit eingestuft hatte – verärgert war der Boss deshalb freilich nicht, im Gegenteil. „Ich habe Philipp im Training gesehen und gemerkt, dass er sich schon wieder normal bewegt“, berichtete der ehemalige Profi, „dass ihn der Trainer gleich mitnimmt, ist ein Beweis, was er von Philipp hält und was für einen enormen Stellenwert er in der Mannschaft hat. Pep will, dass er schnell zurückkommt, um alles noch stabiler zu machen, als es eh schon ist.“ Am Tag nach dem 7:0 legte der Kapitän gleich noch eine Extraschicht ein. Gut vier Monate nach seinem Sprunggelenksbruch drängt er zurück.

Der Nächste auf der Liste der VIP-Comebacks ist Thiago. Gestern konnte der Spanier, der seit fast einem Jahr nicht mehr mitmischen durfte, erstmals Teile des Mannschaftstrainings absolvieren. „Es sieht gut aus, er steht auch in den Startlöchern“, erzählte Rummenigge, wobei den 23-jährigen Ausnahmekönner auf dem Weg zurück in die Startelf eine große Portion Skepsis begleitet; sein Gesundheitszustand hat sich in den eineinhalb Jahren Vereinszugehörigkeit als ziemlich fragil erwiesen. Zudem wählte er bei seiner Reha verschlungene Pfade. Guardiola und die Bayern sind gut beraten, nicht allzu große Stücke darauf zu setzen, dass Thiago schnell wieder eine entscheidende Rolle spielen kann.

Gute Laune auf dem Trainingsplatz: Thiago ist zurück und Pep hat alle lieb

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„Die Gegner werden in der Champions League jetzt immer besser, da brauchen wir unseren besten Kader“, sagte Rummenigge auf die Frage, ob er um den Betriebsfrieden fürchte, wenn sich viel Klasse um wenige Plätze bewirbt. Es werde bei dem einen oder anderen „zu Unzufriedenheit führen, aber das ist ein Luxusproblem, mit dem wir bisher gut umgegangen sind“.

In der Praxis regelt sich so manches ohnehin von allein. Für die Partie morgen in Bremen fallen beispielsweise nun Arjen Robben und Franck Ribery aus. Der Niederländer pausiert wegen eines eingeklemmten Nervs im Rücken, der den Oberschenkel lähmt, der Franzose klagt über eine Stauchung mit Stressreaktion im rechten Sprunggelenk. Die beiden sollen aber am Montag wieder voll belastbar sein, und ihrer Genesung wird es guttun, dass in der kommenden Woche Spielpause ist. Es geht erst wieder am Sonntag weiter, gegen Gladbach.

Das Spiel in Bremen hat indessen nach Thomas Eichins Sticheleien gegen Bayern neue Brisanz bekommen. „In der Schule hätte ich gesagt: In die Ecke und schämen“, rüffelte Rummenigge oberlehrerhaft. „Gewinnen ist die beste Antwort und die Höchststrafe."

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