Aufsichtsratschef stärkt Trainer den Rücken

Zankapfel Kovac: Rummenigge und Hoeneß streiten weiter - aber einer sitzt am längeren Hebel

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Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sind sich bei der Zukunft von Trainer Kovac uneins. 

In Personalfragen war man sich beim FC Bayern selten eins. Aufsichtsratschef Uli Hoeneß (67) und Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge (63) haben stets ihre eigene Meinung. Im Fall Niko Kovac (47) wieder einmal nicht die gleiche. 

München - Das 5:0 gegen Borussia Dortmund war eine Ansage. Nicht nur sportlich - der FC Bayern sicherte sich damit die Tabellenspitze - sondern vor allem in personeller Hinsicht. Für Trainer Niko Kovac war es auch ein Zeichen an die Bayern-Bosse Rummenigge und Hoeneß, weiter auf ihn zu bauen. Trotzdem herrscht in der Führungsriege keine Einigkeit. Und auch bei den Spielern scheint der Kroate nicht unumstritten. Ein hochrangiger Bayern-Star zog nun sogar den Ancelotti-Vergleich.

Zwischen Aufsichtsratschef Uli Hoeneß und dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge herrscht nicht erst seit dem Ausscheiden im Achtelfinale der Champions League (0:0 und 1:3 gegen FC Liverpool) Uneinigkeit, was die Zukunft von Trainer Kovac angeht. Noch vor dem Dortmund-Spiel hat sich Hoeneß abseits der Bayern-Zentrale an der Säbener Straße mit dem Coach in einem Münchner Nobelrestaurant getroffen, wie Sport Bild berichtet. 

Kovac ist ein „Hoeneß-Mann“, wie ihn das Sportmagazin bezeichnet. Der ehemalige Frankfurt-Trainer war vor allem der Wunschkandidat des Aufsichtratschefs. Karl-Heinz Rummenigge bevorzugte Thomas Tuchel, der aber nach langem Hinhalten zu PSG an die Seine gegangen ist. 

Seit Hoeneß‘ Rückkehr zu den Bayern 2016 gab es immer wieder Machtkämpfe

Zwei Jahre lang hatte Rummenigge quasi die Alleinherrschaft über den FC Bayern, weil Hoeneß von 2014 bis 2016 eine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung absitzen musste. Doch schon im Dezember 2016 wurde der Mann, der bereits seit 1979 als Manager die Geschicke des Rekordmeisters lenkte, wieder zum Präsidenten gewählt. Ab da mussten die beiden Alphatiere wieder ihr Revier abstecken. 

Ein besonderes Ausrufezeichen im Machtkampf setzte Hoeneß, als er sich vergangenes Jahr erneut für vier Jahre zum Aufsichtsratschef wählen ließ, obwohl er erst im Februar 2017 die Wahl dazu gewonnen hatte. Doch jetzt sitzt der 67-Jährige ein Jahr länger als Rummenigge im Chefsessel. Der will sich Ende 2021 von seinem Posten als Vorstandsvorsitzender und auch komplett aus dem Verein zurückziehen.

Hoeneß‘ Position wirkt außerdem wie eine, die der von Karl-Heinz Rummenigge überlegen ist. Das Amt als Aufsichtsratschef, das er neben seinem Präsidentenamt bekleidet, erlaubt ihm, den Vorstand zu berufen und auch zu entlassen - ebenjenen Vorstand, dessen Vorsitzender Rummenigge ist. Außerdem muss der Aufsichtsrat Transfers mit einem Volumen von über 25 Millionen Euro genehmigen.

Rummenigge: „Es gibt keine Jobgarantie für niemanden“

Die Zukunft von Niko Kovac beim FC Bayern ist nicht sicher.

Doch zurück zur aktuellen Trainer-Diskussion. Einen Tag nach dem Sieg gegen Dortmund war Rummenigge zu Gast bei „Wontorra - der Fußball-Talk“. Dort äußerte sich der Bayern-Vorstand zur Zukunft Kovacs folgendermaßen: „Es gibt bei Bayern München für niemanden eine Jobgarantie. Jeder muss bei Bayern München liefern.“ 

Auch bei der Zielsetzung für diese Saison ist das Führungsduo des Liga-Primus uneins. Während für Rummenigge nur das Double zu zählen scheint, will Hoeneß in der jetzigen Umbruchphase dem Trainer laut Sport Bild mehr Vertrauen zugestehen. Viele ältere Spieler gehen auf das Karriereende zu und Heynckes wird wohl nicht mehr zurückkommen. Daher ist für Hoeneß jetzt der richtige Zeitpunkt einem jungen Trainer das Vertrauen zu schenken. Spätestens am 25. Mai, nach dem DFB-Pokal-Finale in Berlin, wird sich zeigen, wer bei den Bayern den längeren Atem hat. 

Weitere Personalentscheidungen stehen beim FC Bayern an. Angeblich ist der Rekordmeister an Nationalspieler Julian Brandt dran. Auch Nationalmannschaftskollege Ilkay Gündogan soll im Gespräch sein. Der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach Max Eberl steht offenbar auf dem Wunschzettel von Uli Hoeneß.

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