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Bayern-Bankdrücker Gravenberch beschwert sich öffentlich: „Hätte mir mehr erhofft“

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Von: Hanna Raif

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Ungeliebter Bankplatz bei der Pleite in Augsburg: Bayerns Gravenberch (2. v. r.) will mehr Spielminuten
Ungeliebter Bankplatz bei der Pleite in Augsburg: Bayerns Gravenberch (2. v. r.) will mehr Spielminuten. © IMAGO

FC-Bayern-Star Ryan Gravenberch hat die geringste Einsatzzeit der Neuzugänge - und ist unzufrieden.

München - Wie die Reaktionen beim FC Bayern München ausfallen, kann Ryan Gravenberch sich erst mal ganz entspannt ansehen, denn er selbst hat ja Sicherheitsabstand. Mit der niederländischen U 21 trifft der 20-Jährige am Freitag in Leuven auf Belgien und am kommenden Dienstag in Cluj auf Rumänien. Erst dann werden ihn die Sätze, die da gestern von ihm die Runde machten, einholen. Wenn der Neuzugang am Mittwoch zurück an der Säbener Straße ist, wird er auch intern erklären können und müssen, wie genau er folgende Aussage gemeint hat: „Wenn ich ehrlich bin, habe ich mehr Spielminuten erwartet.“

FC Bayern und der „Tag X“: Gravenberch ist erster Star, der in München aufmuckt

Nun ist es also passiert, „Tag X“ ist da – also jener Moment, auf den sich FC-Bayern-Coach Julian Nagelsmann ohnehin seit Wochen einstellt. Inmitten der sportlichen Bundesliga-Krise muckt der erste Star öffentlich auf. Gravenberch hat dem Unmut über seine Reservistenrolle im Gespräch mit der niederländischen Rundfunkanstalt NOS Luft gemacht. Nicht spontan, sondern bewusst, gut erklärt. „Natürlich“, führte der Mittelfeldspieler aus, komme man „zu einem großen Verein und natürlich gibt es dann Konkurrenz“. Allerdings habe er „das Gefühl, dass es mir gut geht, deshalb hatte ich mir mehr erhofft“. Mehr, das heißt: nicht nur 218 von bisher 990 Saison-Minuten. Nicht nur 22 Prozent der gesamten Spielzeit.

Tatsächlich ist Gravenberch unter den Neuzugängen hinter dem 17 Jahre alten Stürmer Mathys Tel (169 Minuten) derjenige, der bisher die wenigsten Einsatzminuten bekommen hat. Sadio Mané darf sich trotz zuletzt durchwachsener Leistungen vorne als Dauerbrenner bezeichnen (800 Minuten), Matthijs de Ligt (550) ist zumindest eine feste Größe in der Innenverteidigung. Selbst Noussair Mazraoui kommt auf der rechten Außenbahn auf 326 Minuten – und damit 108 mehr als Gravenberch, für den die Bayern immerhin 18,5 Millionen fixe Ablöse an Ajax Amsterdam überwiesen haben. Lediglich in der ersten Runde des DFB-Pokals stand er in der Startelf. Gegen Viktoria Köln (5:0) war er dann aber auch direkt an zwei Treffern beteiligt.

Bayern München: Große Konkurrenz im Mittelfeld - Gravenberch will „ruhig bleiben“

Der Niederländer Ryan Gravenberch will sich seinen Ärger im Trainings­alltag immerhin nicht anmerken lassen, sagt: „Du musst ruhig bleiben, dann wird sich deine Chance von selbst ergeben.“ Auch wenn man „immer spielen“ wolle, müsse man „den Kopf oben behalten“. Das ist mit Blick auf die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld leichter gesagt als getan. Zumal sich in Gravenberch, Goretzka und Marcel Sabitzer gleich drei Kandidaten um den Platz neben dem gesetzten Jo­shua Kimmich streiten. Der Nationalspieler gilt als verlängerter Arm von Nagelsmann auf dem Platz, der Regisseur ist unantastbar. Und bis Gravenberch an Sabitzer oder Goretzka vorbei kommt, muss er defensiv noch „ein paar Schritte gehen“, wie der Trainer zuletzt betonte.

Derweil stand nach der Pleite in Augsburg ein Besuch des Münchner Oktoberfestes an:

Nagelsmann fügte hinzu: „Er ist jung und braucht Akklimatisierungszeit. Das ist ganz normal.“ Gravenberch aber weiß, dass ihm diese für seine persönlichen Jahresziele bald wegläuft. Obwohl er aktuell bei der U 21 ist, hofft er auf eine Nominierung für den niederländischen WM-Kader. Sein Schlusswort – mit Nachdruck: „Wenn ich bei Bayern München mehr Minuten bekomme, werde ich vielleicht dort sein.“

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