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Nagelsmann-Ansprache ging nach hinten los: Trainer zählt seine Wackel-Abwehr an

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Von: Felix Durach

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Bayern-Trainer Julian Nagelsmann geht mit seiner Hintermannschaft hart ins Gericht.
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann geht mit seiner Hintermannschaft hart ins Gericht. © Frank Hoermann/Imago

Der FC Bayern trifft am 12. Spieltag der Bundesliga auf den FC Augsburg und will zu Beginn der englischen Woche einen Dreier einfahren. Die Stimmen zum Spiel.

Augsburg - Auf die Länderspielpause folgt der Bundesliga-Alltag. Der FC Bayern darf dabei den 12. Spieltag eröffnen, wenn das Team von Trainer Julian Nagelsmann am Freitagabend beim schwäbischen Nachbarn aus Augsburg zu Gast ist. Ein Sieg gegen die Fuggerstädter, die aktuell auf Platz 16 rangieren, ist dabei für die Münchner Pflicht, ehe man am kommenden Dienstag auswärts bei Dynamo Kiew zu Gast ist.

Für Aufregung vor dem oberbayerisch-schwäbischen Nachbarduell sorgt wieder einmal FCB-Mittelfeldmotor Joshua Kimmich, der sich nach einem Corona-Fall im privaten Umfeld erneut in Quarantäne begeben muss. Für den 26-Jährigen bereits die zweite Isolierung innerhalb von zwei Wochen. Zuvor musste Kimmich aufgrund der Corona-Infektion von Niklas Süle vorzeitig von der Nationalmannschaft abreisen.

FC Bayern gegen FC Augsburg: Causa Kimmich überschattet Freitagsspiel

Kimmich, der vor der Länderspielpause offen im Interview darüber sprach, sich aktuell nicht impfen lassen zu wollen, sorgt also erneut mit seinem Gesundheitsstatus für Aufsehen. Interessant zu sehen wird es also, wie die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters auf den vermeidbaren Ausfall des Sechsers reagieren. Wir fassen die Stimmen zur Partie gegen den FC Augsburg von DAZN und der Pressekonferenz für Sie zusammen.

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern München) nach dem Spiel bei DAZN über...

...über die Gegentore: „Wir kriegen die Tore, die wir kriegen in der gesamten Saison immer auf dieselbe Art und Weise. Wir haben das Gestern besprochen und kriegen wieder beide auf dieselbe Art und Weise. Der Gegner hatte keine brillanten Momente und hat zwei Tore gemacht. War gegen Frankfurt übrigens das selbe.“ 

...die wackelnde Defensive: „Ich glaube wichtig ist, dass wenn in einem Spiel nach vorne nicht viel geht, musst du hinten stabiler sein. Das eine bedingt das andere. Wir hatten Fläche ohne Ende und haben überwiegend zurückgespielt und insgesamt auch deutlich zu wenig aufs Tor geschossen.“

...die Leistung von Richards und Sabitzer: „Ich finde Omar (Richards, Anm. d. Red.) hat das defensiv nicht so schlecht gemacht und zumindest aufopferungsvoll gekämpft. Sabi (Sabitzer, Anm. d. Red.) in dem steckt viel, viel mehr, als das was wir gerade sehen.“ 

...die kommenden Spiele: „Ich stehe immer hinter meinem Team. Das ist eine Top-Mannschaft. Wir müssen aber an unseren Baustellen arbeiten. Wir kriegen einfach zu viele Gegentor auf zu einfache Art.“

Manuel Neuer (FC Bayern München) nach dem Spiel bei DAZN über...

...die Niederlage: „Sehr enttäuschend. Wir müssen auf jeden Fall gegen so eine Mannschaft gewinne. Wir haben die bessere Qualität. Wir waren in der ersten Halbzeit einfach nicht da, hatten zu wenig Mut nach vorne und haben zu wenig Chancen kreiert.“

...die Gegentore: „Das ein Tor kam aus dem Rückraum und der Kopfball war auch gut gegen die Laufrichtung. Das müssen wir besser verteidigen. Was mir Sorgen macht ist, dass wir so wenig Chancen haben. In der Vergangenheit hatten wir Chancen en masse gehabt und heute eben nicht.“

...Kimmichs Quarantäne: „Ich spiele immer sehr gerne mit Jo (Joshua Kimmich, Anm. d. Red.), und egal welche Umstände das mit sich tragen, einen Jo Kimmich wollen wir immer auf dem Platz haben.“

...die nächsten Spiele: „Wir werden jetzt alles dran setzten, dass wir jetzt unter der Woche in Kiew gewinnen. Solche Tage gibts einfach.“ 

Thomas Müller (FC Bayern München) nach dem Spiel bei DAZN über...

...das Spiel: „Wir haben es uns in der ersten Halbzeit in verschiedenen Situationen einfach nicht verdient. Natürlich kassierst du aus zwei, drei solchen Szenen nicht jedes Mal zwei Tore, aber wir haben es dazu kommen lassen, dass du sie kassieren kannst, obwohl es nicht unbedingt nötig war. Die erste Halbzeit, die war schlecht, sehr schlecht und in der zweiten Halbzeit hat man schon gesehen, dass wir es drehen wollten, aber vielleicht haben wir uns das Quäntchen Glück vor dem Tor in der ersten Halbzeit nicht verdient. Das ist ein bitterer Rückschlag in unserem Selbstverständnis. Ich glaube in der einen oder anderen Szene waren wir zu nachlässig und dann passiert es dir heute, dass du bestraft wirst. Vielleicht gibt es sogar solche Szenen in vielen Spielen und es passiert nichts.“ 

...ein mögliches Foul vor dem ersten Tor: „Dann sagt er (der Schiedsrichter, Anm. d. Red.) ‚ja, das war Vorteil‘, aber das ist ja kein Vorteil, wenn der Serge da versucht noch weiterzumachen. Einen Vorteil hab ich da jetzt keinen gesehen.“

...die kommenden Spiele: „Das, was heute nicht so gut war, sollte schon besser werden. Was vielleicht ein paar Spiele schon immer wieder auffällig war, wenn du jedes Spiel das Gefühl hast, du kannst drei bis vier Tore machen, ist deine Haupttugend vielleicht nicht die absolute Gier in der Defensive.“

Markus Weinzierl (Trainer FC Augsburg) nach dem Spiel bei DAZN über...

...das Spiel: „Wir haben erste Halbzeit sehr gut gespielt. Gehen 2:0 in Führung. Mit 2:1 in die Halbzeit zu gehen war gefährlich, aber wir haben es überstanden.“

...seine Ansprache an die Mannschaft: „Wir haben die Mannschaft an das gute Spiel von Stuttgart erinnert. Wir haben in den letzten drei Heimspielen 7 Punkte geholt, das hab ich den Jungs auch mitgegeben.“

...die Defensive des FC Augsburg: „Mit der Fünferkette und den dreien davor haben wir sehr viel Laufbereitschaft gehabt und keine hundertprozentige Chance zugelassen.“

Hasan Salihamidžić (Sportvorstand FC Bayern München) vor dem Spiel bei DAZN über...

...die Personal-Lage: „Ja also King ist ein bisschen angeschlagen, der Trainer hat ihm heute eine Pause gegeben, dass er sich ausruht und dann wieder angreifen kann. Auch Kimmich ist natürlich nicht dabei.“

...die Corona-Situation bei den Bayern: „Es kommt immer wieder was dazwischen. Jetzt hat es also Stani (Josip Stanisic, Anm. d. Red.) erwischt. Jo (Joshua Kimmich, Anm. d. Red.) ist in Quarantäne, er hat Kontakt gehabt im privaten Umfeld und ist nicht dabei.“

...die Quarantäne von Joshua Kimmich: „Unsere Haltung dazu kennt ihr. Wir haben uns alle geäußert. Es ist eben so, dass es keine Impfpflicht gibt und jeder das individuell entscheiden darf in unserem Land. Natürlich ist es die Haltung des Klubs und auch meine, dass wir uns alle impfen müssen oder sollten, weil das der einzige Weg aus der Pandemie ist. Ihr wisst aber auch, genau wie ich das weiß, dass das nicht bei jedem die Meinung ist und die muss man akzeptieren. Es ist eine schwierige Situation.“

...die Forderung nach einer 2G-Regelung für Profi-Fußballer: „Das werden die Politiker entscheiden und wir werden das dann akzeptieren und das so machen. Ich glaube, dass wir alle die Gesetze akzeptieren müssen in diesem Land. Das ist jetzt keine Fußballdiskussion mehr. Ich habe ja gerade gesagt, dass die Haltung des Klubs ist, der einzige Weg aus der Pandemie ist, sich impfen zu lassen und ich habe es ja gemacht. Deswegen hoffe ich, dass das viele Leute in unserem Land machen. “

...die Vertragssituation bei Niklas Süle: „Ihr wisst ja, dass ich mich dazu nicht äußere. Wenn es etwas dazuzusagen gibt, würden wir das sagen. Er hat einen auslaufenden Vertrag. Die Gespräche sind nicht einfach, aber wir äußern uns natürlich nicht zu dem Stand.“

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern München) vor dem Spiel bei DAZN über...

...die Taktik gegen Augsburg: „Es liegt in allererster Linie daran, wie wir auftreten. Wie hoch sie pressen können und wie hoch sie verteidigen. Es war schon so in den meisten Spielen, dass wir es geschafft haben den Gegner hinten reinzudrücken.“

...die Trainings nach der Länderspielpause: „Wenn man ehrlich ist, haben wir kaum Training. Wir haben jetzt zwei Einheiten gehabt, aber da waren auch nicht alle da. Wir haben extrem wenig gemeinsame Trainingszeit. Das ist natürlich bei uns Jammern auf hohem Niveau, weil wir Spieler von herausragender Qualität haben. Das schöne ist, dass unsere Spieler sich selber weiter entwickeln wollen.“

...die hohe Belastung: „Die Spieler, die bei Bayern spielen haben immer den Anspruch spielen zu wollen und sagen dann, ‚es geht‘. Es gibt aber auch Leute wie Josh Kimmich, die immer spielen können.“

...den Einsatz von Omar Richards: „Von der Grundidee ändert sich das Spiel nicht, aber es sind unterschiedliche Typen. Omar (Richards, Anm. d. Red.) ist einer, der viel dribbelt, der nicht die Geradlinigkeit von Davies hat. Omar trainiert seit Wochen gut. Da hab ich gar keine Bauchschmerzen.“

Markus Weinzierl (Trainer FC Augsburg) vor dem Spiel bei DAZN über...

...das Spiel: „Wir sind Außenseiter und wissen wie stark die Bayern sind. Wir brauchen 110 Prozent um hier heute zu bestehen.“ „Des muss der Plan sein. Wenn du nur hinten drin stehst, wird es klingeln. Wir brauchen selber Nadelstiche, wir wollen selber kontern und vor allem eine Aktivität in unserem Spiel sehen, damit wir die Zuschauer mitnehmen und dass wir den Bayern einen Fight liefern.“

...den aktuellen Corona-Fall von Ruben Vargas: „Ja Ruben war natürlich sehr positiv aus der WM-Quali zurückzukommen und dann so ein Rückschlag. Wir nehmen das jetzt so hin, dass andere Spieler sich zeigen können.“ 

...Standard-Situationen als Schlüssel gegen die Bayern: „Wir wissen, dass wir standardstark sind, wir wissen aber auch, dass wir ihn den letzten drei Heimspielen sieben Punkte geholt haben. Im Fußball ist alles möglich, aber wir wissen auch, dass wir in der Außenseiterrolle sind.“

Florian Niederlechner (FC Augsburg) vor dem Spiel bei DAZN über...

...das ausverkaufte Stadion: „Heute endlich mal wieder ausverkauftes Haus. Heute kam ja schon wieder die Hiobsbotschaft, dass es bald wieder vorbei sein wird mit vielen Zuschauern. Um so bittere ist es, dass ich heute nicht dabei sein kann. 

...die neuen Corona-Regeln für Stadien: „Es ist unfassbar bitter. Ich find es einfach schade, weil was man so mitbekommt, passiert eigentlich in einem Stadion gar nix mit Neuinfektionen. Darum kann ich das überhaupt nicht versehen.“

...Corona-Infektionen im Profi-Fußball: „Es ist leider so gerade. Da kann man nichts ändern. Das trifft nicht nur uns, das trifft auch andere Vereine. Heute spielt zum Beispiel Kimmich auch nicht. Ich hoffe einfach, dass nächstes Jahr im Frühjahr der Schmarn vorbei ist.“ 

...das Spiel: „Geschwindigkeit ist da. Genau da müssen wir anpacken. Wir müssen kontern, wir müssen sie gut ausspielen. Dann haben wir schon gezeigt, dass wir die Bayern hier ärgern können.“(fd)

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