Sammer fordert Selbst- und Mitbestimmung

Neuer Bayern-Grundsatz: Mehr Team - weniger Pep

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Matthias Sammer (l.) sieht künftig mehr die Mannschaft in der Pflicht, interne Unstimmigkeiten selbst zu regeln. Wie Pep Guardiola (r.) das wohl findet?

München - Der 2:1-Erfolg in Hoffenheim in letzter Minute war auch ein Ergebnis des Teamgeists beim FC Bayern. Geht es nach Sportvorstand Sammer, soll die Mannschaft künftig noch mehr selbst regeln.

In Unterzahl fuhr der FC Bayern am Samstag gegen 1899 Hoffenheim in letzter Minute drei Punkte ein. Die Leistung im Kraichgau war nicht nur eine Demonstration der individuellen Qualität des Münchner Star-Ensembles, sondern auch eine Vorführung des mannschaftlichen Zusammenhalts.

Sammer: "Neben der individuellen Qualität brauchst du den Teamspirit"

Geht es nach Matthias Sammer, wird dieser Teamgeist für die Bayern in dieser Saison entscheidend über Erfolg oder Misserfolg sein. "Wir werden jeden brauchen, wir müssen absoluten Zusammenhalt zeigen", forderte der FCB-Sportvorstand in Hoffenheim vor versammelter Medienschar in einer Art Grundsatzrede. Natürlich werde es angesichts des Überangebots an hochkarätigen Kickern im Bayern-Kader immer wieder zu kleineren Verstimmungen kommen. Auch Sammer hat registriert, "dass der eine oder andere nicht erfreut ist, wenn er nicht dabei ist".

Am Samstag waren Kapitän Philipp Lahm und Superstar Arjen Robben sicherlich nicht begeistert davon, nach 59 beziehungsweise 67 Minuten ausgewechselt zu werden. Pierre-Emile Höjbjerg oder Joshua Kimmich waren bei der Auswärtsfahrt nach Nordbaden gar nicht erst dabei. Unzufriedenheit ist also vorprogrammiert, wird aber erst dramatisch, wenn sie in Neid, Missgunst oder "Stinkstiefeltum" ausartet.

Sammer weiß daher genau: "Wie wir das handhaben, das wird ausschlaggebend sein, wie erfolgreich wir sind." Der Sportvorstand erhebt folgende Maxime zur absoluten Wahrheit im Profifußball: "Neben der individuellen Qualität brauchst du den Teamspirit. Und es wird nur an uns liegen. Wir haben das zu verantworten."

Mannschaft des FC Bayern soll viele Dinge selbst regeln

Wen genau dieses "Wir" beim FC Bayern umfasst, den Trainer Pep Guardiola oder die Mannschaft, das stellte Sammer ebenfalls klar. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren soll das Team "mehr in der Verantwortung stehen, das ist vom Verein gewollt", erklärte der 47-Jährige gegenüber dem "kicker". Aufkeimende Unstimmigkeiten sollen also nicht von oben herab geklärt werden. "Die Mannschaft muss viele Dinge in der Kabine von selbst regeln", fordert Sammer und sieht dabei Lahm, Manuel Neuer, Thomas Müller, Robben und Jerome Boateng in der Pflicht.

Ein solcher Selbstreinigungsprozess sei das "Geheiminis großer Mannschaften, das sind die letzten drei, vier Prozent, um die absolute Souveränität und Stärke darzustellen". Dass es in der vergangenen Spielzeit neben der Deutsche Meisterschaft nicht zu weiteren Titeln gereicht habe, liege laut Sammer eben auch daran, dass die Mannschaft in der Vergangenheit nicht über diese Eigenschaft verfügt habe.

Interessant zu beobachten wird sein, wie Pep Guardiola es mit diesem neuen Grundsatz hält. Der spanische Coach ist eigentlich gewohnt, uneingeschränkt und dominant seine Mannschaften zu dirigieren.

Vier Mal Note 2! Bilder und Noten zu Hoffenheim vs. FC Bayern

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