Spieler und auch die Bosse

Der FC Bayern schweigt die Krise tot

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Kein Bock auf Krisen-Gerede: Manuel Neuer.

Keine Antworten vom FCB-Quartett auf Fragen bei der Ankunft am DFB-Teamhotel am Mittwoch: Mitten in der sportlichen Krise gibt man sich bei den Roten wortkarg. Und auch die Bosse ducken sich weg.

München - Die Krisen-Bayern ducken sich beim DFB weg! Rückblick: Dienstag, 13.13 Uhr, das FCB-Quartett um Manuel Neuer, Thomas Müller, Mats Hummels und Niklas Süle kommt gemeinsam am Teamhotel The Stue an. Zuvor stellten sich bereits Jogi Löw und Julian Draxler vorm Mannschaftshotel den Fragen der Medien. Die Bayern-Stars hatten hingegen keinen Bock auf Krisen-Gerede. Neuer drehte sich auf Nachfrage nicht einmal um, Müller huschte mit seinem typischen Grinsen ins Hotel.

Hummels war der letzte Münchner, schrieb am längsten Autogramme. Ein paar Fragen? „Ich habe noch nie am Hotel Interviews gegeben“, schnauzte er. Dafür hat Hummels in den sozialen Medien ein starkes Mitteilungsbedürfnis. So auch am Dienstagabend, als er das Geheimnis seiner Irokesen-Frisur via Twitter lüftete: „Ich sollte aufhören, dumme Wetten abzuschließen…“

Thomas Müller huscht mit seinem typischen Grinsen ins Hotel.

Zur Pressekonferenz am Mittwoch erschien überraschender Weise dann auch kein einziger Münchner, stattdessen saßen Leroy Sane und Julian Draxler auf dem Podium. Dabei schickt der DFB normalerweise gerne zum Auftakt der Länderspielpausen seine FCB-Nationalspieler vor – nicht so in Berlin. Im September in München waren Kapitän Neuer und Sprachrohr Müller gleichzeitig auf dem Podium. Schweigen die Bayern die Krise tot?

„Wir machen ganz normal unsere Pressearbeit“

Von der Situation in München lässt sich der DFB offiziell nicht beeinflussen. „Wir machen ganz normal unsere Pressearbeit“, lässt der Verband die tz wissen. Wer zu den Pressekonferenzen erscheint, wird meist am Vortag um die Mittagszeit entschieden. Die Spieler haben in gewisser Weise Einfluss darauf, ob sie sich den Fragen stellten wollen oder nicht. Darum bleibt ein Geschmäckle.

Doch nicht nur die Münchner Spieler, sondern auch die Bosse ducken sich weg. Vom Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge war nach der Gladbach-Pleite bis heute noch kein Wort in Sachen Krisen-Management zu hören. Unmittelbar nach der Niederlage gegen die Gladbacher analysierte Sportdirektor Hasan Salihamidzic lediglich die sportliche Lage und stellte sich nicht vor Trainer Niko Kovac. Das tat anschließend dafür Präsident Uli Hoeneß.

Viel Social Media bei Mats Hummels: „Ich habe noch nie am Hotel Interviews gegeben“

„Von Brazzo kommt gar nichts. Er ist doch Sportdirektor“, kritisierte Ex-Mitspieler Stefan Effenberg das Verhalten von Salihamidzic im kicker. Er wolle Salihamidzic „nichts Böses“, verlangt aber, dass er „seinen Mann steht. Ich hätte gesagt, ich muss hier meinen Trainer schützen.“ Selbst Jogi Löw gab seinem kroatischen Trainer-Kollegen Rückendeckung: „Niko Kovac ist jemand, der Erfahrung hat, auch im internationalen Bereich. Der weiß schon auch, wo er den Hebel jetzt ansetzen muss.“

Kovac ohne konkretes Offensiv-Konzept?

Wie die tz erfuhr, ist es in der Tat so, dass einige Spieler Kovac kein konkretes Offensiv-Konzept vorwerfen. Dieser Denkanstoß kommt nicht nur vom ohnehin unzufriedenen James Rodriguez. Außerdem sind vor allem die jüngeren Spieler nicht glücklich, dass sie auch nach guten Leistungen keine weiteren Einsatzzeiten bekommen. Sie wissen aber: Bevor sich Kovac mit einem brodelnden Altstar ein Fass aufmacht, rotiert der Kroate lieber die jüngere Garde aus der Mannschaft. Doch mit seiner ausufernden Rotation macht es sich Kovac unnötig selbst schwer, den benötigten Umbruch voran zu treiben. Wahrscheinlich also, dass der Kroate nach der Länderspielpause sein Team weniger durchmischt.

Mehr zum Thema: Analyse der Bayern-Krise: Die Gründe liegen weit zurück - und Kovac trifft geringste Schuld

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