Nach CL-Spiel in Athen

Bayern-Star Gnabry selbstbewusst: „Wenn ich draußen sitze, ...“

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Überzeugte gegen AEK Athen mit viel Spielfreude: Serge Gnabry.

Selbstbewusstsein ist ein großes und wichtiges Wort, insbesondere im Profi-Sport. Umso besser, dass es Bayern-Star Serge Gnabry daran offenbar nicht mangelt.

München - Das Mentale, hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß jüngst betont, mache mindestens 50 Prozent im Profi-Fußball aus. Übersetzt heißt das: Wer mental stark und selbstbewusst ist, kann es mit dem nötigen Ehrgeiz und Talent weit bringen in Deutschlands liebster Nebensache. Serge Gnabry scheint all diese Attribute in sich zu vereinen. Schon im zarten Alter von 15 Jahren wechselte er in die Jugend des FC Arsenal auf die Insel, weit weg von Freunden und Familie. 

Schon damals muss die Überzeugung im Kopf Gnabrys vorhanden gewesen sein, den Schritt auf die große Fußballbühne zu packen. Heute, knapp sieben Jahre später, spielt der mittlerweile 23-Jährige für den FC Bayern München und mausert sich Stück für Stück zu mehr als nur einer Alternative zu Franck Ribéry. 

Im wichtigen Spiel gegen den VfL Wolfsburg (3:1) spielte Gnabry von Beginn an, Ribéry schmorrte 90 Minuten auf der Bank. Auch in der Champions League gegen AEK Athen (2:0) unter der Woche stand wieder der Neuzugang auf dem Rasen, sein fast zwölf Jahre älterer Kontrahent musste verletzt in München bleiben. Schlechtes Gewissen, weil er Bayern-Legende Ribéry in die zweite Reihe zu verdrängen scheint? Gnabrys Antwort: „Wenn ich draußen sitze, ist auch ein Hochkaräter auf der Bank.“ Schlagfertig und selbstbewusst! 

Arjen Robben freut sich über neuen Freund im Fitnessraum 

So offensiv die Aussage auch rüber kommt, Gnabry zählt eigentlich zur stillen Sorte im Profi-Geschäft. Die Interviews nach den Spielen überlässt er meist lieber anderen, Gnabry schleicht dann hinter seinen Kollegen durch die Mixed-Zone. Nach dem Athen-Spiel stellte er sich dann aber doch hin und sprach über dieses zugegebenermaßen zähe Spiel, in dem der Offensivspieler einer der wenigen Lichtblicke im Münchner Ensemble war. Spielfreude, Tempo, Dribblings und Torgefahr, all das fand der FCB-Fan vor allem in Gnabry wieder an diesem Dienstagabend in Griechenlands Hauptstadt. 

Der beste Vergleich: Sein Kollege Arjen Robben tat sich auf der anderen Seite deutlich schwerer gegen die Defensive von AEK und verlor oft die Bälle. Klar, oft wurde er sogar von drei Mann gedeckt, doch auch Gnabry sah sich meist gleich mehreren Gegenspielern ausgesetzt. Sein Vorteil gegenüber Robben: Seine Schnelligkeit. Zwar hat auch der Holländer für sein Alter noch erstaunlich viele Körner im Tank, doch mit einem 23-Jährigen Flitzer kann er es freilich nicht mehr aufnehmen. 

Für den 34-Jährigen kein Problem. Auch er zeigt sich begeistert von seinem neuen Teamkollegen: „Er ist ein guter Junge, der sich verbessern will. Er arbeitet fleißig - auch an sich. Ich bin ja oft im Fitnessraum - jetzt habe ich einen Freund dabei. Serge bereitet sich immer sehr gut vor. Auf jedes Training. Seine Einstellung stimmt, er ist ein richtiger Profi." Gnabrys Ehrgeiz stimmt demnach also auch. 

Serge Gnabry: Effizienz aus Hoffenheim wiederfinden 

In diesen Tagen ist Gnabry ein ganz wichtiges Element im Spiel von Trainer Niko Kovac. Insbesondere durch die verletzungsbedingte Abwesenheit von Kingsley Coman braucht das in den letzten Wochen oft so statisch wirkende Offensivspiel des FC Bayern Dynamik und vor allem auch die Fähigkeit, mal das Eins-gegen-eins zu suchen. Dass noch nicht alles klappt, ist angesichts seines Alters nur logisch. 

Umso wichtiger ist es für den Entwicklungsprozess des Flügelflitzers, weiter Spielpraxis zu bekommen. Auch am Samstag in Mainz könnte er wieder zur Startelf gehören, denn Robben fehlt aufgrund einer Sperre. Was ihm noch fehlt, ist die Effizienz vor dem gegnerischen Kasten. Für den deutschen Rekordmeister kommt er bisher erst auf eine Torvorlage, in Hoffenheim erzielte Gnabry satte zehn Treffer und legte acht weitere vor. 

In München, so scheint es, fehlt ihm in manchen Situationen manchmal noch die Geduld und die Genauigkeit. Auch Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic monierte nach dem CL-Spiel in Athen: „Ich erwarte von ihm natürlich ein Tor, das ist klar“, um dann aber schnell hinterher zu schieben: „Er war ein Lichtblick. Er traut sich etwas zu, haut sich rein und hat gut Dampf gemacht auf der linken Seite.“ Stellt Gnabry seine Defizite ab, wird es für die Altstars Ribéry und Robben schwer werden, ihn aus der Startelf zu verdrängen. Vor allem, wenn Coman zurückkehrt

nc

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