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FC Bayern siegt vor Gericht: Alle Fans sollten dieses Urteil kennen

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Von: Nina Gut

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Fans, die ihr Ticket über ein Zweitticket-Portal gekauft haben, kann der Zutritt zur Allianz Arena verboten werden.
Fans, die ihr Ticket über ein Zweitticket-Portal gekauft haben, kann der Zutritt zur Allianz Arena verboten werden. © mis

Darf der FC Bayern Zweitticket-Besitzern den Zutritt zum Stadion verwehren? Ein gewerblicher Händler hatte den Rekordmeister deswegen verklagt - am Mittwoch sprach das Landgericht sein Urteil.

München – Der Zwist um die Zweittickets für Spiele des FC Bayern München ist entschieden: Das Landgericht München I hat am Mittwoch die Klage eines gewerblichen Zweitticket-Händlers aus Berlin abgewiesen. Damit haben die Bayern recht bekommen – sie dürfen Zweitticket-Besitzern weiterhin den Eintritt ins Stadion verwehren oder sie wieder vor die Tür setzen.

Händler Tobias W. störte sich an den strengen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) des Fußballvereins und sah sich in seinem Geschäftsbetrieb behindert. Denn laut der AGBs ist es verboten, Eintrittskarten über ebay und Zweitticket-Portale zu verkaufen. Bei Verstößen könne der FC Bayern die Tickets sperren, Hausverbot erteilen, Vertragsstrafen bis zu 2000 Euro erheben und den Gewinn abschöpfen. „Der Kläger verkauft Wertpapiere, mit denen der Käufer nicht ins Stadion kommt“, kritisierte der Anwalt des Händlers.

Das Landgericht gab allerdings grünes Licht für die Geschäftsbedingungen der Bayern. Damit geht auch das Zutrittsverbot für Karten aus Zweitticket-Portalen in Ordnung. Rechtlich seien die Eintrittskarten „qualifizierte Legitimationspapiere, deren Weitergabe unterbunden werden kann“. Somit sei der neue Ticketinhaber nicht zum Zutritt berechtigt.

Sperrung der Tickets als einzig wirksame Sanktion

Die Sache beginnt schon zuvor: Wenn ein Kartenbesitzer sein Ticket an einen Zweittickethändler verkauft, verstößt er gegen die Vorgabe, dass eine Karte nicht an gewerbliche Wiederverkäufer weitergegeben werden darf. Diese Vorgabe ist laut Gericht „hinreichend klar und verständlich, nicht in sich widersprüchlich und belastet den Kunden nicht unzumutbar“. Der FC Bayern verfolge „legitime Interessen“, „nämlich Sicherheitsinteressen und die Erhaltung eines sozialgeprägten Preisgefüges“. Die Interessen der Geschäftsleute an einem gewinnträchtigen Handel würden dem gegenüber zurücktreten.

„Der Schwarzmarkt ist in den letzten Jahren explodiert“, erklärte der Anwalt der Bayern bei der Gerichtsverhandlung im Mai, „die Vereine müssen was tun.“ Sie versuchten deshalb, die Tickets zu identifizieren und den Erstverkäufer zu belangen. „Aber die einzige Sanktion, die wirklich weh tut, ist die Sperrung der Tickets. Das muss möglich sein.“

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