Acht-Punkte-Vorsprung ändert nichts

Bayern-Stars demütig: "Es bleibt ein Kampf"

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Arjen Robben, Thomas Müller und Javoi Martinez (v.l.) freuen sich über den Sieg in Gelsenkirchen.

Gelsenkirchen - Die wohl schönste Erkenntnis des Wochenendes war eine ganz simple – Deutschland erlebte einen völlig normalen Bundesliga-Spieltag. Einen mit Überraschungen wie dem 3:1-Sieg des HSV über den BVB, mit der gewohnten Dominanz des FC Bayern beim 3:1 auf Schalke und einen ohne Angst.

Viel wurde vorher über mögliche Terrorgefahr und verstärkte Sicherheitsvorkehrungen gesprochen, am Ende stand einzig und allein der Sport im Vordergrund. „Es war wichtig, dass wir wieder Fußball spielen konnten“, meinte Thomas Müller: „Wichtig für die Zuschauer, für uns und auch für die ganze Liga. Man muss wieder nach vorn schauen.“ Die Beteiligten wollen sich nicht einschüchtern lassen und die schrecklichen Anschläge in Paris auch nicht immer wieder neu thematisieren. „Es wird nicht besser, wenn wir pausenlos darüber reden. Es ist traurig, dass es so ist. Aber das vorrangige Signal sollte sein: Mit uns nicht“, sagte Matthias Sammer.

Lieber wollten die Münchner über ihren Auftritt sprechen, der ihnen am Samstagabend den zwölften Sieg im 13. Saisonspiel bescherte – wieder mal ein neuer Rekord für den FCB. Das 3:1 auf Schalke war ebenso verdient wie umkämpft, für Pep Guardiola war es schlichtweg „ein großer Sieg“. Woche für Woche schmeichelten die Stars ihrem Coach zuletzt, lobten sein Training, seine Gegneranalyse, seine Spielphilosophie. Also so ziemlich alles, was die Arbeit ihres Chefs ausmacht. Diesmal nutzte Guardiola die Gelegenheit und holte zum Gegenschlag aus. „Diese Intensität, diese Leidenschaft – für mich ist es eine große Ehre, Trainer von Bayern München und diesen Spielern zu sein“, sang der Spanier ein Loblied auf seine Stars. Ein Liebesbekenntnis als Fingerzeig für eine Vertragsverlängerung? Eher nicht, denn Pep ist ja für seine Superlative bekannt.

Nur einmal Note 2 - aber Hauptsache gewonnen

Dennoch dürfte auch dem 44-Jährigen nicht entgangen sein, dass seine Mannschaft in dieser Saison auch die Top-Mannschaften der Bundesliga reihenweise auseinandernimmt. 3:0 gegen Leverkusen, 5:1 gegen Wolfsburg und den BVB, jetzt 3:1 auf Schalke – das sah in der vergangenen Spielzeit noch anders aus. Sieben ihrer neun sieglosen Partien stammten aus den Duellen mit den ersten sechs der Tabelle.

„Im letzten Jahr sind wir auch deutlich Meister geworden. Es hat also nicht geschadet, dass wir die Topspiele nicht gewonnen haben“, entgegnet Müller, allerdings fehlte da auch ein ernster Konkurrent wie jetzt der BVB. Doch auch die Schwarz-Gelben sind mittlerweile acht Punkte weg, eine Konstellation, die Müller „umso besser“ passt. Abheben wird bei den Bayern aber niemand, dafür ist ja Sammer da. „Wir sollten bescheiden bleiben, Pünktchen für Pünktchen sammeln und uns freuen, wenn die Konkurrenz patzt“, gab der Sportvorstand die Richtung vor. 

Schon am kommenden Wochenende könnten die Roten die Herbstmeisterschaft feiern, am Dienstag gegen Piräus bereits Platz eins in ihrer CL-Gruppe klarmachen. In der Königsklasse wird es erst im Frühjahr ernst, bis dahin muss die Spannung hochgehalten werden – zur Not auch künstlich. „Acht Punkte sind gut. Aber Dortmund ist eine super Mannschaft. Es bleibt ein Kampf bis zum Schluss“, glaubt Arjen Robben. So überlegen und doch so bescheiden – eben alles wie immer… 

Gleich gibt's für Kimmich was auf den Oarsch

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