„Ich hatte dann viele schlaflose Nächte“

Hoeneß verrät brisantes Geheimnis zu 1860

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Der junge Uli Hoeneß wurde von der damaligen Nummer 1 im Münchner Fußball gelockt.

FC Bayern oder TSV 1860? Präsident Uli Hoeneß gibt Einblicke aus seiner Vergangenheit, die das Weltbild von so manchem Münchner Fußballfan ins Wanken bringen könnte.

München - Die Geschichte um Franz Beckenbauer und die legendäre Watschn des damaligen Sechzig-Jugendspielers Gerhard König ist in Fankreisen hinlänglich bekannt. Doch dass neben dem „Kaiser“ auch Uli Hoeneß eine Karriere beim TSV 1860 ausgeschlagen hat, dürfte den meisten wohl neu sein! In der DW-Dokumentation „Das Mia-San-Mia-Phänomen“ spricht der heutige Klubpräsident des FC Bayern über einen richtungsweisenden Moment in einem frühen Zeitpunkt seiner Karriere: 

"Damals als 16- bzw. 17-Jähriger war in München der TSV 1860 der Nummer-1-Klub! Der damalige Geschäftsführer (Ludwig, d. Red.) Maierböck von Sechzig ist beinahe jedes Wochenende nach Ulm gefahren, um meine Eltern zu bezirzen", schwelgt die heutige Klub-Ikone des deutschen Rekordmeisters in Erinnerungen. Der junge Uli Hoeneß war zu diesem Zeitpunkt bei der TSG Ulm bereits Junioren-Nationalspieler und kein Geringerer als der Kapitän der U17-Landesauswahl. 

So schnappte der FC Bayern Uli Hoeneß dem TSV 1860 weg

Dass es Uli Hoeneß dennoch zum Stadtrivalen FC Bayern gezogen hatte statt zu den „Löwen“, erklärt der 65-Jährige folgendermaßen: 1969 habe Udo Lattek, damaliger Juniorenauswahltrainer beim DFB angeklopft, um das Nachwuchstalent zusammen mit Weggefährte Paul Breitner zum FC Bayern zu holen, wo Lattek bald das Cheftraineramt bekleiden würde. Als Lattek schließlich gefragt habe, ob sich das Duo einen Wechsel vorstellen kann, habe Hoeneß erst abgewunken, wie Sport1.de berichtet: "Beide wollten wir eigentlich zu Sechzig gehen."

„Wartet mal ab, da könnte sich was tun“, sagte daraufhin Lattek und machte Hoeneß und auch Breitner den aufstrebenden Klub FC Bayern schmackhaft. Als dann schließlich Bayern-Manager Robert Schwan den Weg ins Wohnzimmer der Familie Hoeneß fand, sagte Uli Hoeneß, der noch nicht volljährig war: „Eines ist ganz klar. Heute wird hier gar nichts zugesagt. Wir hören uns das alles Mal an und dann schauen wir mal." Dies kümmerte den mittlerweile verstorbenen Schwan wenig: Er fragte die Eltern nach einer Schreibmaschine und noch am gleichen Tag wurde die Zusammenarbeit schriftlich festgehalten: "Wider Erwarten wurde zu später Stunde eine Vereinbarung aufgesetzt, die meine Eltern mit unterschreiben mussten. Denn ich war noch keine 18", erzählt Hoeneß weiter.

Der 2002 verstorbene Robert Schwan überzeugte Uli Hoeneß und dessen Eltern 1969 von einem Wechsel zum FC Bayern.

Hat Uli Hoeneß die Entscheidung zugunsten des FC Bayern und gegen den TSV 1860 jemals bereut? In der Zeit nach der Unterschrift gab es bei dem gebürtigen Ulmer durchaus Zweifel. "Ich hatte dann viele schlaflose Nächte, ob das richtig war", erinnert sich der Vereinsboss des FCB. "Später aber hat sich zum Glück herausgestellt, dass es die einzig richtige Entscheidung war, zum FC Bayern zu gehen", versichert Hoeneß den Anhängern des mittlerweile zum deutschen Rekordmeister avancierten FC Bayern.

pf

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