Keine Lust auf Bankplatz

FC Bayern chancenlos: Ex-1860-Star ließ Transfer-Chance offenbar verstreichen

Bielefelds Torhüter Stefan Ortega war ein Kandidat beim FC Bayern.
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Bielefelds Torhüter Stefan Ortega war ein Kandidat beim FC Bayern.

Bielefelds Stefan Ortega hätte offenbar zum FC Bayern wechseln können. Der ehemalige Torwart des TSV 1860 wollte sich aber nicht hinter Manuel Neuer anstellen.

München/Bielefeld - Er ist einer der besten Torhüter der Bundesliga. Stefan Ortega Moreno lieferte am ersten Spieltag der neuen Saison wieder ab und hielt seinen Kasten beim 0:0 von Arminia Bielefeld gegen den SC Freiburg sauber. Für seine Galavorstellung wurde der 28-Jährige zurecht von allen Seiten gefeiert und verdiente sich die Bestnote.

Seine Leistungen im ersten Halbjahr brachten ihm vom Fußball-Fachmagazin kicker das Prädikat „Internationale Klasse“ ein. Im Sommer erhielt der gebürtige Caldener sogar einen Anruf des früheren Bundestorwarttrainers Andreas Köpke, um sich im Falle eines möglichen Ausfalls für die EM bereitzuhalten. Letztlich wartete er vergeblich, „sprachlos“ war er dennoch: „Es war ein spannender Sommer.“

Nur verständlich, dass Ortegas Entwicklung bei einem Abstiegskandidaten auch der Konkurrenz nicht verborgen blieb. Der Torwart, der bis auf seine Zeit beim TSV 1860 München zwischen 2014 und 2017 ausschließlich in Bielefeld spielte, scheint zu Höherem berufen zu sein. Das brachte auch den FC Bayern auf den Plan, doch Ortega lehnte ab - aus einem ganz einfachen Grund.

FC Bayern: Torhüter-Transfer von Ortega - Bielefeld-Keeper verteilt Körbe

Die Bayern waren diesen Sommer auf der Suche nach einer neuen Nummer zwei hinter Kapitän Manuel Neuer. Der bisherige Ersatzmann Alexander Nübel wurde zu AS Monaco verliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Ortega soll ganz oben auf dem Münchner Einkaufszettel gestanden haben, die Ausstiegsklausel lag bei fünf Millionen Euro. Mit Sven Ulreich, der ablösefrei vom Hamburger SV zurückgeholt wurde, fiel die Entscheidung letztlich auf die kostengünstigere Variante.

„Es ist so, dass ich hier bin“, sagte Ortega am Samstag. „Ich habe die Entscheidung bewusst getroffen. Ich bin nicht traurig darüber, dass nichts passiert ist.“ Seine Ziele hat er vor geraumer Zeit klar definiert. Er wolle kein Ersatzkeeper sein, am liebsten international spielen. Deshalb kam für ihn laut kicker auch kein Wechsel zurück nach München zum großen FC Bayern infrage. Im vergangenen Sommer lehnte er nach eigenen Angaben bereits Anfragen von Ajax Amsterdam, der PSV Eindhoven und Bayer Leverkusen ab.

Ortega: Nicht nur der FC Bayern - auch Atletico Madrid kassiert Absage

Wegen seiner spanischen Wurzeln träumt Ortega auch von der Liga in der Heimat seines Vaters Pepe. Atletico Madrid bot Bielefeld offenbar seinen kroatischen Reservemann Ivo Grbic zum Tausch an. Doch wie den Bayern, sagte Ortega auch dem spanischen Meister ab. Ein Bankplatz hinter Stammtorwart Jan Oblak ist für den Ex-Löwen keine zufriedenstellende Perspektive. Eine Verlängerung seines 2022 auslaufenden Vertrages lehnte Ortega bislang, ganz bewusst, ab.

Was ihn so besonders macht, ist neben seinen starken Reflexen und seiner Persönlichkeit seine einzigartige Wichtigkeit fürs Offensivspiel. Freiburgs Trainer Christian Streich bezeichnete Ortega aufgrund seiner fußballerischen Fähigkeiten als Bielefelds „Spielmacher, der im Tor steht“. „Er spielt jeden Ball auf 60,70 oder 80 Meter auf den Punkt“, sagte Streich. 70 Pässe spielte Ortega am Samstag. Kein Feldspieler kam auf annähernd so viele. 45 davon kamen an. Der FC Bayern benötigt aktuell zwar keinen weiteren Torhüter mehr, hält jedoch auf anderen Positionen die Augen auf dem Transfermarkt offen, wie Präsident Herbert Hainer verriet. (ck)

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