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Hoeneß wütet über „katastrophale“ Süle-Aktion - Ex-Präsident mit Rundumschlag gegen Spieler, Fans und Medien

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Von: Kai Hartwig, Hannes Niemeyer

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Niklas Süle verlässt den FC Bayern nach der Saison. Am letzten Spieltag sorgte er jedoch noch einmal für Ärger. Uli Hoeneß reagierte stinksauer.

Update vom 16. Mai: Nach seiner Verbalattacke gegen den zum BVB wechselnden Niklas Süle hat sich Uli Hoeneß auch den Rest des FCB-Kaders zur Brust genommen. „Tatsache ist, dass wir die Spieler wieder mehr in die Pflicht nehmen müssen – bei uns wird ja immer der Trainer oder der Sportdirektor in die Pflicht genommen“, begann Hoeneß laut Bild seine Brandrede am Rande der Meisterfeier am Marienplatz.

Und bemängelte, „dass wir seit Weihnachten einige Spieler dabei haben, die im Großen und Ganzen nicht mehr gut gespielt haben“. Der frühere Boss des FC Bayern forderte: „Diese Spieler müssen mehr unter Druck gesetzt werden.“

FC Bayern: Uli Hoeneß sieht „Hetzjagd“ gegen Sportvorstand Salihamidzic - „Nicht alleine verantwortlich“ 

Den in der Kritik stehenden Sportvorstand Hasan Salihamidzic nahm Hoeneß derweil in Schutz. Den Medien warf Hoeneß eine „Hetzjagd“ vor. „Er ist nicht alleine verantwortlich für die Transferpolitik“, verteidigte der Ehrenpräsident Salihamidzic: „Dafür ist der ganze Verein verantwortlich, der ganze Vorstand und der Aufsichtsrat.“

Das „Brazzo“ beim Fan-Treffen am Nockerberg von Teilen der Anhänger ausgebuht wurde, kritisierte Hoeneß scharf. „Da wird sich immer nur einer rausgepickt“, redete sich der verärgerte Ex-Präsident in Rage. „Als wir sechs Titel gewonnen haben, habe ich keinen gehört, der gerufen hat: ‚Hasan, Hasan!‘ Jetzt, wo wir die Champions League nicht gewinnen, ist er alleine schuld. Das kann nicht sein!“

Süle sorgt am letzten Spieltag fast unbemerkt für Eklat – Hoeneß wütet über „katastrophale“ Aktion

Erstmeldung vom 15. Mai: München - Saison-Ende ist auch immer Zeit für Abschiede. Bei manchen sind sie klar, bei manchen eben noch nicht. Beim FC Bayern gibt es da besonders einen Fokus-Fall: Robert Lewandowski. Seitdem klar wurde, dass der Stürmer seinen Vertrag nicht verlängern wird, stellte sich die Frage, ob er seinen Vertrag bis 2023 erfüllt oder schon im Sommmer wechselt. Erst schob FCB-Boss Herbert Hainer einem direkten Wechsel aber einen Riegel vor, dann sprach auch Oliver Kahn auf der Meisterfeier Lewandowski-Klartext.

Auf dem Balkon am Marienplatz skandierten die Fans bei der Meisterschalen-Party noch lautstark „Lewa bleib“. Ein anderer Abgang erhielt allerdings keine derartig vergleichbare Wertschätzung und hielt sich auf der Party eher versteckt. Niklas Süle wird den FC Bayern nun nach der Saison in Richtung BVB verlassen. Bereits kurz nach offizieller Bestätigung des Transfers wurde klar, wie tief die Gräben zwischen Süle und den Münchnern sein müssen. Die Lage verbesserte sich im Saisonendspurt, die Fans feierten Süle sogar. Ausgerechnet am letzten Spieltag sorgt Süle aber noch einmal für einen Mini-Eklat.

Niklas Süle verlässt den FC Bayern – und sorgt für Ärger am letzten Spieltag

Den Aufreger bekam aber gefühlt kaum jemand mit. Was bekannt ist: Der Innenverteidiger stand am Samstag beim Auswärtsspiel in Wolfsburg nicht mit im Kader. Wenig überraschend, hatte Coach Julian Nagelsmann doch vorher angekündigt, zum letzten Spiel einen Kader aus Spielern bilden zu wollen, die Stand jetzt in der nächsten Saison noch beim FC Bayern spielen. Als Marcel Sabitzer dann kurzfristig ausfiel, sollte Süle nachrücken. Nagelsmann: „Wir haben Niki gefragt, ob er noch mit will. Dann hat er gesagt: Ne, eher nicht, weil er sich nicht darauf vorbereitet hatte. Deswegen haben wir ihn dann zuhause gelassen“.

Im Kader fehlen, obwohl der Trainer ihm einen Platz anbietet? Das klingt ein wenig nach Null-Bock-Einstellung und als hätte der 26-Jährige mit seiner FC-Bayern-Zeit schon abgeschlossen. Und die Kritik an der Aktion bleibt offensichtlich auch nicht aus. Jedenfalls meldete sich am Sonntag rund um die Meisterfeier der Bayern Ex-Klubboss Uli Hoeneß zu dem Vorfall zu Wort. Und freundlich fiel sein Statement nicht gerade aus.

Uli Hoeneß lässt kein gutes Wort an Niklas Süle vor dessen FC-Bayern-Abgang.
Uli Hoeneß lässt kein gutes Wort an Niklas Süle vor dessen FC-Bayern-Abgang. © Marcel Engelbrecht /Eibner-Pressefoto / Imago

Süle-Eklat beim FC Bayern: Hoeneß sauer – „Fand diese Aktion katastrophal“

„Das spricht nicht für den Spieler“, sagte Hoeneß in einer Medienrunde, wie Sport1.de berichtet. „Wir reden ja immer von Wertschätzung“, so Hoeneß weiter. „Die hat Niklas Süle dem Verein sicher nicht entgegengebracht. Ich fand diese Aktion katastrophal“. Außerdem, so Hoeneß, solle man „die Mär, dass er in Dortmund weniger verdient als in München“, vergessen.

Passend dazu erscheint auch eine Situation, von der die Bild von der „Meisterschafts-Wiesn“ der Bayern am Samstagabend im Paulaner-Biergarten am Nockherberg berichtete. Während nämlich andere, nicht in den Kader berufene Spieler, ausgelassen auf der Bühne mit den anderen Stars und den Fans feierten, blieb Süle offenbar der Bühne fern. Er soll zwar vor Ort gewesen sein, wohl aber im Nebengebäude wo die interne Feier dann stattfand.

Mit Niklas Süle steht also ein Spieler, dessen Wechsel schon klar ist, in der Kritik. Marcel Sabitzer hingegen gilt als möglicher Abgangskandidat. Wenn es nach Didi Hamann geht, hätte man den „irrsinnigen“ Transfer des Ex-Leipzigers ohnehin nie tätigen dürfen. (han)

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