Lob von Papa und FCB

Bayern-Talent Gaudino: Geschichte wiederholt sich

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Papa Maurizio Gaudino mit dem kleinen Gianluca.

München - Der 17-jährige Gianluca Gaudino hat beim FC Bayern debütiert - und so ein bisschen wiederholt sich hier die Geschichte. Der Youngster bekommt jede Menge Lob.

Gianluca Gaudino (l.) im Spiel gegen Wolfsburg.

Kaum war der Auftakterfolg eingetütet, wurde das Ergebnis auch schon zur Nebensache. Denn weitaus beeindruckender als das 2:1 der Bayern gegen Wolfsburg war eine Personalie: Gianluca Gaudino! Der erst 17-jährige Sohn des einstigen Nationalspielers Maurizio Gaudino (47) feierte am Freitag sein Bundesliga-Debüt – und überzeugte direkt auf ganzer Linie (tz-Note 2). „Mein Sohn ist 17 und spielt bei Bayern München, da kann ich nur stolz sein“, freute sich der Papa.

Bis zur taktischen Auswechslung in der 90. Minute für Pierre-Emile Höjbjerg war der 1,75 m große Mittelfeldspieler omnipräsent: Gaudino jr. hatte 65 Ballkontakte, 97 Prozent seiner Pässe kamen an, und er lief 12,9 Kilometer – so viel wie keiner seiner Kollegen! Besonderes Zuckerl beim Einstand nach Maß: Gaudinos Traumflanke auf Robert Lewandowski (30.), die fast zum 1:0 geführt hätte.

Nur konsequent also, dass neben Papa Maurizio auch die Bayern voll des Lobes für den U19-Spieler waren. Allen voran Pep Guardiola. „Er ist bereits sehr stabil im Kopf. In der Sommervorbereitung hat er mir gezeigt, dass er hier spielen kann. Er hatte es verdient“, so der FCB-Trainer. Die Mitspieler sahen das ähnlich. „Er ist ein guter Typ, ein guter Spieler“, sagte Kapitän Philipp Lahm. „Wir haben aktuell viele Verletzte, wir brauchen also jeden Mann hier.“ Thomas Müller bremste die Euphorie ein wenig, ergänzte: „Man muss natürlich den Hut ziehen, aber wir brauchen nicht groß Lorbeeren verteilen, weil ich nicht glaube, dass ihm das hilft.“

Matthias Sammer geriet, angesprochen auf den viertjüngsten FCB-Spieler in der Bundesliga, dennoch ins Schwärmen. „Die Entwicklung ist unglaublich! Gianluca hat etwas, das schwierig zu erlernen ist“, so der Sportvorstand. „Er ist nicht unbedingt ein Sprintertyp, ein überragender Kopfballspieler oder ein brutaler Zweikämpfer – er spielt einfach richtig gut Fußball. Wir sind glücklich darüber, haben ihm das aber zugetraut.“

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Maurizio Gaudino bei seinem Bundesligadebüt 1984 für Waldhof Mannheim. 

Und ein bisschenwiederholt sich hier die Geschichte: Denn Maurizio Gaudino feierte sein Debüt im Jahr 1984 bei Waldhof Mannheim ebenfalls mit 17 – hat daran aber weit weniger schöne Erinnerungen als sein Filius. Er flog damals mit Rot vom Platz, nach nur 30 Minuten war sein Arbeitstag beendet. Während der aktiven Karriere galt „Mauri“ stets als technisch begabtes Schlitzohr, das es mit seiner lebensbejahenden Art mitunter übertrieb. Die Leichtfüßigkeit scheint er seinem Sohn mitgegeben zu haben. Wie der Weg des 17-jährigen Gaudino weitergeht? Das sei noch nicht abzusehen, so Papa Maurizio. Sein niedriges Gewicht wird ­Gianluca wohl nicht hindern. Sammer: „Der Kleine wird hier nicht in Kilo gemessen…“

Eine Einschätzung des Jungspunds selbst gab’s am Freitag nicht. Aus Altersgründen wurde Gaudino Jr. gemeinsam mit Scholl Jr. (18) durch die Mixed Zone geschleust – und hatte auch tags drauf das Nachsehen: Bei der offiziellen Autovergabe ging der 17-Jährige leer aus, weil er noch keinen Führerschein besitzt. Nach seiner Gala-Vorstellung dürfte er das allerdings recht schnell verschmerzt haben…

so, sw

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