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Die Bayern-Bosse pochen auf Vertragserfüllung: Theater um Lewandowskis Zukunft

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Von: Mathias Müller, Manuel Bonke, Philipp Kessler

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Meisterfeier FC Bayern München
Hat noch ein Jahr Vertrag, will die Bayern aber nach acht Jahren verlassen: Robert Lewandowski (re.), mit Thomas Müller auf dem Rathausbalkon, sucht eine neue Herausforderung – womöglich in Barcelona. © Peter Kneffel/dpa

Nach dem 2:2 in Wolfsburg ging es für die Bayern am Samstagabend per Privatjet zurück nach München. In schicker Tracht erschienen die Meister auf dem Paulaner Fanfest am Nockherberg und präsentierten den rund 1000 anwesenden Anhängern die Schale.

Das Team wurde bejubelt, auch Robert Lewandowski (33), obwohl er am liebsten sofort zum FC Barcelona wechseln möchte.

Als Stadionsprecher Stephan Lehmann Hasan Salihamidzic (45) aufrief, gab es für den Sportvorstand einige Pfiffe. Uli Hoeneß (70) geht das zu weit: „Das ist eine Hetzjagd! Als wir sechs Titel geholt haben, hat niemand über Hasan geredet. Jetzt höre ich nur noch Hasan, Hasan! Er ist nicht allein für den Transfermarkt verantwortlich. Sondern der ganze Vorstand!“

Lewandowski: „Gut möglich, dass es mein letztes Spiel für den FC Bayern war“

Lewandowski (Vertrag bis 2023) unterstrich derweil seine Absichten. „Gut möglich, dass es mein letztes Spiel für den FC Bayern war. Ich kann es nicht hundertprozentig sagen, aber es könnte sein“, sagte er dem TV-Sender Viaplay. Der Standpunkt der FCB-Verantwortlichen ist klar: „Wenn man einen Vertrag unterschreibt, wissen beide Parteien, was darin steht“, betonte Präsident Herbert Hainer (67) im Sport1 Doppelpass. Auch Vorstandsboss Oliver Kahn sagte im BR: „Er hat einen Vertrag, den wird er erfüllen. Basta.“

FC Bayern: „Es gibt keinen Spieler, der größer ist als der Verein“

Doch Lewandowski will unbedingt weg. „Natürlich habe ich noch ein Jahr Vertrag. Aber ich habe gesagt, dass wir für beide Seite die beste Lösung finden müssen“, so der Stürmer bei Sky. „Wir müssen abwarten, was passiert.“ Die heißeste Spur führt zum FC Barcelona. Die Katalanen sollen bereit sein, zwischen 35 und 40 Millionen Euro Ablöse für den Polen zu bezahlen und ihm einen Dreijahresvertrag vorzulegen. Das für einen Fußballer recht fortgeschrittene Alter Lewandowskis stört die hochverschuldeten Katalanen nicht. „Wenn es um die Verpflichtung geht, spielt das Alter keine Rolle“, betonte Barca-Trainer Xavi (42) und verwies dabei auf den Transfer von Rechtsverteidiger Dani Alves (39) im vergangenen November.

Warum Bayern nur um ein Jahr mit ihm verlängern will? „Wir sind sehr klar und konsequent, das war auch bei Müller und Neuer so“, erklärte Kahn. „Es gibt keinen Spieler, der größer ist als der Verein.“ Ehrenpräsident Hoeneß begrüßt das Vorhaben der FCB-Führung, den Torjäger Robert Lewandowski nicht schon in diesem Sommer ziehen zu lassen. Es wäre „auch meine Meinung, dass man ihn nicht abgibt“, sagte er am Sonntag am Rande der Bayern-Meisterfeier.

FC Bayern: Lewandowski erhielt am Samstag seine fünfte Torjägerkanone in Folge

Er glaubt, dass „das Theater“ um Weltfußballer Lewandowski spätestens nach Ablauf der Transferperiode Ende August wieder vorbei wäre: „Und damit können wir gute leben.“ Er habe Lewandowski „als super Profi kennengelernt“, sagte Hoeneß: „Deswegen bin ich hundertprozentig sicher, dass Robert nächstes Jahr bei uns sehr gut spielen wird.“

Lewandowski achtet penibel auf seinen Körper. Gefühlt wurde er seit seinem Wechsel 2014 zum FC Bayern immer besser. In der abgelaufenen Saison absolvierte er erstmals alle 34 Bundesligaspiele. Am Samstag erhielt er für seine 35 Treffer in Deutschlands höchster Spielklasse seine fünfte Torjägerkanone in Folge, die siebte insgesamt. Eine Transfer-Schmerzgrenze könnte es für den Rekordmeister nur dann geben, so Hoeneß, „wenn für das Geld ein Spieler zu haben wäre, der ihn ersetzen kann. Den sehe ich weit und breit jetzt gar nicht.“

Der Stürmer selbst sagte am Sonntag nichts mehr zu diesem Thema. Am Samstag hatte er den mitgereisten Bayern-Fans im Gästeblock mit feuchte Augen zugewunken. Es wirkte wie ein Abschied. PHILIPP KESSLER, MANUEL BONKE UND MATHIAS MÜLLER

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