Videokolumne von Thomas Berthold

Weltmeister ätzt: "Bayern ist langweilig und pure Arroganz"

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Thomas Berthold kann nicht verstehen, wie man Bayern-Fan sein kann.

München - Drei Jahre lang spielte Weltmeister Thomas Berthold für den FC Bayern. Zum Fan der Roten ist er dabei ganz offensichtlich nicht geworden. Oder wie soll man seine aktuellen Attacken auf den Rekordmeister sonst verstehen?

Ganz schön starker Tobak, den Thomas Berthold da vom Stapel lässt. In seiner Videokolumne für die Deutsche Welle holt der Weltmeister zum Rundumschlag gegen den deutschen Rekordmeister aus.

"Wie kann man nur Fan des FC Bayern sein?", fragt Berthold in seinem in englischer Sprache gehaltenen Video-Blog. Obwohl er selbst drei Jahre lang das Trikot des erfolgreichsten deutschen Vereins trug, kann der ehemalige Weltklasse-Verteidiger nicht verstehen, wie man sein Fußballherz an die Roten verlieren kann. Folgende Punkte führt Berthold als Gegenargumente an:

  • "Ist es nicht langweilig, jedes Wochenende zu gewinnen? Keinen richtigen Gegner zu haben? Die Bundesliga mit 20 Punkten Vorsprung zu gewinnen?"
  • "Im Stadion ist die Atmosphäre gleich null. In anderen Stadien schreien, weinen, kämpfen die Leute für ihr Team. Als ich noch in München gespielt habe, und meine Mannschaft ein Tor erzielt hat, saßen die Leute nur da und haben müde in die Hände geklatscht: Bravo."
  • "Die Bayern entwickeln keine eigenen Spieler. Sie kaufen den anderen Mannschaften nur die besten Spieler weg."
  • "Der FC Bayern ist pure Arroganz. Schaut euch die Bosse Rummenigge und Sammer an. Wollt ihr wirklich wie sie sein?"

Berthold zieht daraus seine persönliche Konsequenz: "Deswegen bin ich kein Bayern-Fan."

Thomas Berthold on FC Bayern

"How could anyone be a FC Bayern München fan?" asks Thomas Berthold.

Posted by DW - Bundesliga Kick off on Samstag, 5. März 2016

Meint er das ernst oder will er nur provozieren? Ist das Ganze vielleicht als Satire gemeint? Eventuell spielen bei Bertholds Haltung gegenüber dem FC Bayern seine persönliche Erfahrungen an der Säbener Straße eine entscheidende Rolle.

1991 kam der gebürtige Hanauer, der bei Eintracht Frankfurt zum Profifußballer aufstieg,  aus Italien zurück, wo er für Hellas Verona und den AS Rom insgesamt 114 Mal in der Serie A auflief. Doch den an ihn gestellten Erwartungen als Weltmeister wurde Berthold in München nicht gerecht. Nachdem er sich mit Trainer Erich Ribbeck überworfen hatte, wurde Berthold mitten in der Saison 1992/93 vom Training freigestellt und daraufhin vom damaligen Bayern-Schatzmeister Kurt Hegerich als "bestbezahlter Golfprofi nach Bernhard Langer" tituliert.

Im Sommer 1993 wechselte der Abwehrspieler dann zum VfB Stuttgart. Bei den Schwaben hält der inzwischen 51-Jährige nach wie vor den vereinsinternen Rekord an Platzverweisen - ganze fünf Mal wurde der temperamentvolle Verteidiger vom Platz gestellt.

Seit vergangenen Herbst ist Berthold Teil der Sportredaktion der Deutschen Welle, In „Bertholds Bundesliga“ wendet sich der Insider an Fans, Zuschauer und Nutzer. "Es macht mir einen Riesenspaß, gemeinsam mit der Sportredaktion Neues zu entwickeln. Ein Format mit Charakter – einzigartig, unterhaltsam und frisch. Das Beste: Meine 15-jährige Tochter fand es 'echt lustig'. Ein Ritterschlag", kommentierte Berthold sein dortiges Engagement.

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