Seit acht Monaten ohne Spielpraxis

Neuer gibt grünes Licht für WM: „War immer überzeugt, dass ich es schaffe“

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Manuel Neuer hat nie daran gezweifelt, zur WM nach Russland zu fahren.

Wird Manuel Neuer rechtzeitig fit zur WM 2018 in Russland? Der Torhüter des FC Bayern ist seit acht Monaten ohne Spielpraxis. Dennoch zweifelte der 32-Jährige nie an seinem rechtzeitigen Comeback.

München - Beim DFB geben sie Manuel Neuer alle Zeit der Welt. Selbst wenn der Torhüter des FC Bayern im abschließenden Saisonspiel gegen den VfB Stuttgart und auch im DFB-Pokal-Finale gegen Eintracht Frankfurt nicht zum Einsatz kommen sollte, muss das keineswegs das WM-Aus des Kapitäns bedeuten.

„Dass er spielen muss, da gibt es keine Deadline“, betonte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff und ergänzte: „Die richtige Deadline ist der 4. Juni, wenn wir den finalen 23er-Kader nominieren. Da werden sich die Trainer in die Augen schauen müssen.“

Video: Manuel Neuer oder Sven Ulreich? Sepp Maier vom FC Bayern zur Torhüterfrage

Bierhoff: Neuer muss selbst das Signal geben

Bundestrainer Joachim Löw und Bundestorwarttrainer Andreas Köpke stehen im ständigen Austausch mit Neuer und sind - anders als die Öffentlichkeit - über alle Maßnahmen rund um den linken Problemfuß informiert. Wenn die deutsche Nummer 1 in der WM-Vorbereitung weiter Sicherheit gewinne, könne er trotz langer Wettkampfpause rechtzeitig alle Gedanken um die Verletzung zur Seite schieben, glaubt Bierhoff: „Und das geht relativ schnell, dass man das ausblendet.“ Zudem stehen unmittelbar vor der WM noch zwei Testländerspiele gegen Österreich und Saudi-Arabien auf dem Programm, in denen Neuer mitwirken könnte. Sein letzter Länderspieleinsatz datiert von 2016.

Bierhoff machte deutlich, dass wie schon vor der WM 2014 letztendlich Neuer selbst das Signal geben müsse, ob er das nötige Vertrauen in seinen Fuß habe. Vor der Endrunde in Brasilien war der Bayern-Keeper nach einer Schulterverletzung sogar erst nach der Ankunft in Südamerika ins Mannschaftstraining zurückgekehrt.

Neuer: „"Ich war immer davon überzeugt, dass ich es schaffe!“

Nun hat sich der Weltmeister aber selbst zu seiner körperlichen Verfassung und zu seinem Comeback geäußert. Demnach stand für ihn nie zur Debatte, die WM-Endrunde (14. Juni bis 15. Juli in Russland) zu verpassen. "Ich war immer davon überzeugt, dass ich es schaffe! Nur der genaue Zeitpunkt, wann ich wieder zurückkehre, stand nicht zu 100 Prozent“, sagte Neuer im Interview mit GQ Gentlemen's Quarterly

Der Welttorhüter fiebert dem Turnier entgegen: "Die Vorfreude ist riesig – und wir haben große Ambitionen, vor allem nach den erfolgreichen Jahren, die wir mit der Nationalmannschaft hinter uns haben. Wir sind Weltmeister in Brasilien geworden, haben in Russland im vergangenen Jahr den Confed Cup gewonnen – dann steckt man sich natürlich auch für die WM große Ziele."

Manuel Neuer auf Krücken.

Allerdings, räumt der FCB-Keeper ein, sei die lange Verletzungszeit eine mit Höhen und Tiefen gewesen. „Die Monate waren nicht einfach, denn ich bin ja gerne draußen und sportlich aktiv – auf Krücken ist das schwierig. Ich habe die meiste Zeit bei der Therapie verbracht, das hat mehr Zeit in Anspruch genommen als das normale Training“, erklärt Neuer: „Ich habe aber aus dieser Zeit, in der ich nicht spielen konnte, auch für mich persönlich etwas mitgenommen. Es ist wichtig, in seinen Körper hineinzuhorchen, auf Kleinigkeiten zu achten und es sehr ernst zu nehmen, was dir dein Körper reflektiert. Meine Gesundheit war und ist für mich das Wichtigste. Ich wollte da kein Risiko eingehen, denn ich möchte auch nach der WM noch erfolgreich Fußball spielen."

Alle Infos zur WM 2018 in Russland

Und das möglichst lange noch beim deutschen Rekordmeister. Es sei für ihn „auf jeden Fall“ vorstellbar, seine Karriere in München zu beenden, antwortet Neuer gegenüber GQ auf die entsprechende Frage: „Mein Vertrag geht noch bis 2021 – und danach muss ich schauen, wie es meinem Körper geht. Das Wichtigste ist für mich, dass ich als Spieler gebraucht werde.“

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