FC Bayern verbeugt sich vor Darmstadt

Guardiola "sehr glücklich" über seine Rasselbande

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Zwei Spanier in Darmstadt: Bayern-Trainer Pep Guardiola (l.) freut sich über den Einsatz von Joker Javi Martinez in Darmstadt.

Darmstadt - Nach dem 3:0 in Darmstadt denkt FCB-Trainer Pep Guardiola vor allem an seine eigentlichen Edelreservisten. Die SVD-Fans nehmen Thomas Müller aufs Korn und die Roten stellen einen Rekord auf. 

Der FC Bayern hat im "Spiel des Jahres" des SV Darmstadt 98 die Spaßbremse getreten und dem tapferen Aufsteiger die erste Saisonniederlage beigebracht. Mit einem 3:0 (1:0)-Sieg setzte sich der deutsche Meister zumindest bis zum Sonntag an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga. Vor 17 000 Zuschauern am ausverkauften Böllenfalltor schonten die Münchner ihren Akkord-Torschützen Thomas Müller 67 Minuten lang. Arturo Vidal (20. Minute) und Kingsley Coman (62.) mit ihren Premierentoren sowie Sebastian Rode (63.) trafen für das Starensemble.

Der Bayern-Sieg zum Nachlesen im Ticker

"Wir Trainer sind heute sehr, sehr zufrieden", meinte Bayern-Coach Pep Guardiola. "Hier haben in den letzten beiden Jahren nur sehr, sehr wenige gewonnen." Vier Tage nach dem 3:0 bei Olympiakos Piräus in der Champions League und drei Tage vor dem Spitzenspiel gegen den VfL Wolfsburg setzte der Spanier die Weltmeister Müller und Philipp Lahm sowie Xabi Alonso und Thiago auf die Bank. Die Neuzugänge Coman und Joshua Kimmich bestritten ihre erste Partie von Anfang an.

Jüngste Startelf unter Guardiola

Auch Rode, der in der Jugend einst für die "Lilien" kickte, spielte vom Anpfiff an. "Sehr glücklich" war Guardiola, der die jüngste Startformation seiner Amtszeit auf den Rasen schickte, über den Auftritt des engagierten Rode - und auch über das Comeback des später eingewechselten und lange verletzten Javi Martínez.

Rode spricht über Abschiedsgedanken

Die Roten ließen es gemächlich angehen gegen den Außenseiter, bei dem die Fans jede gelungene Abwehraktion wie wild beklatschten. Vidals Schlenzer knapp am Tor vorbei nach zehn Minuten war ein erster Warnschuss. Dann zog der Chilene aus 25 Metern ab, und vom Innenpfosten prallte der Ball zur Führung ins Netz.

Laute Bässe gegen Lauscher

Darmstadt verteidigte jedoch nicht nur auf gewohnt bissige Weise, sondern setzte auch gefährliche Konter: Stroh-Engel scheiterte an Nationalkeeper Manuel Neuer (23.), Flügelflitzer Marcel Heller schoss ans Außennetz (32.).

Mit den bescheidenen Verhältnissen in der veralteten Arena hatten sich die Bayern schnell zurechtgefunden: Aus der Kabine tönten laute Bässe, damit vorbeigehende Journalisten und Ordner nicht lauschen konnten. Sportvorstand Matthias Sammer versicherte: "Wir fühlen uns sauwohl hier, weil es ein bisschen Fußballromantik ist." Auch Guardiola lobte das Ambiente: "Ich habe als Trainer in der vierten Liga angefangen. Im Vergleich dazu ist dieses Szenario hier Wahnsinn."

Darmstädter Fans feixen über Müller

Zuletzt waren beide Teams vor über 33 Jahren in der Bundesliga aufeinandergetroffen - und die Euphorie in Darmstadt nach vier Spielen ohne Niederlage strömte aus allen Ecken der Arena. Gegen "den vielleicht besten Verein der Welt" (Trainer Dirk Schuster) schlugen sich die 98er mehr als tapfer. Allerdings zeigte die Bayern, die mit Trauerflor für ihren verstorbenen früheren Erfolgstrainer Dettmar Cramer aufliefen, ein Geduldsspiel - ohne sich zu verausgaben.

Vier Zweier, eine Vier: Bilder und Noten zum Bayern-Sieg bei Darmstadt

Nach der Pause schickte Guardiola unter anderem Müller zum Warmlaufen. Der Nationalstürmer quittierte die Gesänge der Darmstädter Fans ("Ihr seid nur Auswechselspieler") mit einem Lächeln und freundlichen Gruß, ein Tor gelang ihm diesmal nicht.

Mit einem Kopfball des eingewechselten Sandro Wagner übers Tor nach einer Stunde rüttelten die "Lilien" den FC Bayern noch einmal wach. Coman und Rode gaben plötzlich Gas und erhöhten mit ihren Treffern auf 2:0 und 3:0 - die Entscheidung. "Da haben wir etwas optimistisch und naiv verteidigt. Dann hat es zweimal gescheppert - und das Spiel war erledigt", meinte Darmstadts Chefcoach Schuster. Ansonsten sei "die normalste Sache der Welt" passiert: "Bayern München hat in Darmstadt gewonnen."

dpa

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