Taktik-Experte erklärt

Das ist Guardiolas neuer Plan: Ab in die Mitte!

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Trainer Pep Guardiola (l.) mit seinem Kapitän Philipp Lahm.

München - Taktik-Experte Tobias Escher erklärt in der tz, wie Bayern-Trainer Pep Guardiola den Spielstil seiner Mannschaft veränderte. Auffällig: Er zieht seine Mannen verstärkt in die Mitte.

Über Pep Guardiola kann man ja vieles sagen. Erfolgshungrig, detailversessen, zielstrebig oder in sich gekehrt. Aber langweilig wird es mit dem Spanier nie. Denn ständig ist er auf der Suche nach taktischen Tricks, um das Repertoire seiner Mannschaft auszuweiten. Variantenreicher, unberechenbarer, am besten unbesiegbar – der Bayern-Code soll nicht zu knacken sein, eine Niederlage wie gegen Dortmund soll die Ausnahme bleiben. Dafür macht der Starcoach vor nichts Halt. Beispiele gefällig? Das Triple-bringende 4-2-3-1-System hat er schnell in ein 4-1-4-1 umprogrammiert, den weltbesten Rechtsverteidiger Philipp Lahm ins Mittelfeld versetzt – er hat eben ein Faible für Mittelfeldspieler. Jetzt verschiebt Pep sogar seine Außenverteidiger ins Zentrum!

Schon beim 3:1-Erfolg gegen Manchester United fiel auf, dass sich Linksverteidiger David Alaba und sein Pendant auf rechts, Lahm, immer wieder ins Zentrum bewegten und im Mittelfeld agierten. Gegen Dortmund war dieses Phänomen, diesmal in Person von Alaba und Rafinha, erneut zu beoachten. „Das ist ein neues Stilmittel“, erklärt Tobias Escher, Taktik-Experte von spielverlagerung.de. Auch in den Heatmaps ist der veränderte Aktionsradius der Außenverteidiger zu erkennen.

Doch was will Pep damit bezwecken? Gegen United war auffällig, dass die Bayern stets Überzahl in Ballnähe schufen und keine schnellen Gegenstöße der Engländer fürchten mussten. „Durch das Hineinkippen der Außenverteidiger entsteht im Zentrum ein Stabilitätsfokus“, analysiert Escher und begründet das so: „Für den Gegner ist es ganz schwer zu kontern, weil das Zentrum dicht ist und er einen hohen Ball nach außen spielen muss.“ Dann greift Peps Plan, denn „da stehen die Innenverteidiger, die ein bisschen aus der Mitte herausrücken, und gewinnen die Kopfballduelle“, beschreibt Escher die Raumaufteilung der Abwehr. Die Roten stehen in der Defensive kompakt, wollen das Spiel aus der Mitte heraus dominieren und aus der Überzahl Freiräume und Chancen kreieren. „Wenn das funktioniert, hat man mehr Spieler im Angriff“, so Escher. Was gegen Manchester gelang, weil die Red Devils extrem tief verteidigten, ging gegen Dortmund schief. „Da haben die Bayern es nicht geschafft, die Außenverteidiger ins Spiel zu bringen, weil Dortmund sehr hoch gepresst hat“, meint der Taktik-Experte und zeigt die Nachteile des Stilmittels auf: „Es war überhaupt keine Breite da, um das Spiel schnell verlagern zu können.“

Zwei Sechser, fünf Fünfer: Bilder & Noten zum Bayern-Debakel

Zwei Sechser, fünf Fünfer: Bilder & Noten zum Bayern-Debakel

Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag ihre zweite Pleite dieser Saison. © sampics / Stefan Matzke
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag ihre zweite Pleite dieser Saison. © sampics / Stefan Matzke
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag ihre zweite Pleite dieser Saison. © AFP
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Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag ihre zweite Pleite dieser Saison. © AFP
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag ihre zweite Pleite dieser Saison. © AFP
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag ihre zweite Pleite dieser Saison. © AFP
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag ihre zweite Pleite dieser Saison. © AFP
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag ihre zweite Pleite dieser Saison. © AFP
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag ihre zweite Pleite dieser Saison. © AFP
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag ihre zweite Pleite dieser Saison. © AFP
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner die zweite Pleite der Saison. © AFP
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner die zweite Pleite der Saison. © AFP
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner die zweite Pleite der Saison. © AFP
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner die zweite Pleite der Saison. © AFP
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner die zweite Pleite der Saison. © AFP
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner die zweite Pleite der Saison. © AFP
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag der Bundesliga die zweite Pleite der Saison. © dpa
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag der Bundesliga die zweite Pleite der Saison. © dpa
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag der Bundesliga die zweite Pleite der Saison. © dpa
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag der Bundesliga die zweite Pleite der Saison. © dpa
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag der Bundesliga die zweite Pleite der Saison. © dpa
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag der Bundesliga die zweite Pleite der Saison. © dpa
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag der Bundesliga die zweite Pleite der Saison. © dpa
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag der Bundesliga die zweite Pleite der Saison. © dpa
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag der Bundesliga die zweite Pleite der Saison. © dpa
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag der Bundesliga die zweite Pleite der Saison. © dpa
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag der Bundesliga die zweite Pleite der Saison. © dpa
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner am 30. Spieltag der Bundesliga die zweite Pleite der Saison. © dpa
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner die zweite Pleite der Saison. © sampics / Christina Pahnke
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner die zweite Pleite der Saison. © sampics / Stefan Matzke
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner die zweite Pleite der Saison. © sampics / Christina Pahnke
Watschn für den FC Bayern: Gegen die Gäste aus Dortmund kassierten die Münchner die zweite Pleite der Saison. © sampics / Stefan Matzke
Manuel Neuer: Note 3 © AFP
Dante: Note 6 © AFP
Franck Ribéry: Note 5 © AFP
Javi Martinez: Note 4 © AFP
Mario Mandzukic: Note 5 © AFP
Arjen Robben: Note 4 © AFP
Rafinha: Note 6 © AFP
Mario Götze: Note 5 © AFP
Philipp Lahm: Note 4 © AFP
David Alaba: Note 5 © AFP
Bastian Schweinsteiger: Note 5 © AFP
Lukas Raeder: Note 4 © AFP

Während Dribbelkönig Arjen Robben auf rechts erwartungsgemäß wenig Probleme mit der Alleinunterhaltung auf dem Flügel hat, wirkt Franck Ribéry teilweise gehemmt. Sein kongenialer Partner Alaba, der ihn hinterläuft oder für einen schnellen Doppelpass zu haben ist, fehlt ihm. „Die Dortmunder haben das beste Anschauungsmaterial geliefert, wie diese Taktik zu verteidigen ist“, glaubt Escher. Im Pokalhalbfinale am Mittwoch (20.30 Uhr/im Live-Ticker) kann er sich die taktische Ausrichtung erneut vorstellen, weil „Kaiserslautern nicht so hoch verteidigen wird wie Dortmund“. Doch vielleicht haben sich die Pfälzer ja den Auftritt der Borussia in der Arena angeschaut...

sw

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