"Mit Binde oder nicht"

Kapitän Müller? Das sagt der Bayern-Star über die Zukunft

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Thomas Müller im lockeren Gespräch mit der Presse.

Doha - Thomas Müller ist das Aushängeschild des FC Bayern. Im Pressegespräch blickt der Ur-Bayer in die Zukunft und erklärt seinen Verbleib bei den Münchnern.

Welchen Stellenwert der FC Bayern im Leben des Thomas Müller einnimmt, wird deutlich, wenn er über ihn spricht. Der 26-Jährige bezeichnet den FC Bayern nicht wie die Kollegen als Verein, was einer Sache oder einem Objekt gleichkäme, sondern er gebraucht Personalpronomen. Seine Vertragsverlängerung bis 2021 sei ein bewusstes Zeichen, dass „er“, also der FCB, und „ich“, Thomas Müller, „zusammenstehen und uns miteinander wohlfühlen“. Als würde da jemand über eine Liebesbeziehung sprechen – und letzten Endes geht es ja genau darum. Müller: „Wir haben beide das Gefühl, dass wir noch einiges vorhaben und das gemeinsam bestreiten wollen.“ Worte wie aus einem Liebesbrief.

Wer Müller beobachtet, wie er ins Medienzentrum des noblen Grand Heritage Hotels in Doha schlappt und es sich mit einem breiten Grinsen auf dem Samtsessel vor den Journalisten bequem macht, weiß: Da sitzt nicht irgendein Bayer, sondern der Bayer. „Ich versuche, die Lücke, die Basti (Schweinsteiger, d.Red.) hinterlassen hat, ähnlich zu füllen und auch außerhalb des Platzes für die Mannschaft da zu sein“, sagt er, merkt aber gleichwohl an: „Dazu muss ich mich nicht verstellen. Ich bin nicht da, um jedem zu gefallen, auch wenn es in der Regel ganz gut klappt.“

Müller über das Kapitänsamt

Da ist er wieder, der Bazi. Oder Radio Müller, wie ihn Hermann Gerland nennt. Charismatisch, frech und vor allem nicht auf den Mund gefallen. Eigenschaften, die aus dem „Ur-Bayern“, wie Arjen Robben ihn nennt, auch einen guten Kapitän machen würden. Oder nicht? Müller: „Es ist nicht unbedingt mein Hauptziel, die Binde zu tragen. Sicher braucht jede Mannschaft einen Kapitän, aber es gibt auch Führungsspieler, die im Fokus stehen. In der Rolle sehe ich mich in den nächsten Jahren, ganz egal ob mit Binde oder nicht.“ Heißt so viel wie: Ich habe auch ohne Stück Stoff am Arm genug zu melden.

Eine Eigenschaft, der er auch während seines Pressegesprächs in Katar gerecht wird. 100 Millionen soll ManU für seine Dienste geboten haben, zudem ein ähnlich verlockendes Gehalt wie sein Noch-Trainer Pep Guardiola bei seinem kommenden Arbeitgeber Manchester City beziehen dürfte – doch an diesem Punkt angelangt hat Müller eine einigermaßen deutliche Botschaft zu verkünden. Seine Vertragsverlängerung bis 2021 sowie die von Jerome Boateng und Javi Martínez seien „ein kleines Zeichen, dass man vom FC Bayern nicht weggeht, auch wenn in England viel Geld geboten wird. Wir zeigen, dass der FC Bayern dem Ganzen standhalten kann“, sagt Müller und setzt noch einen weiteren Satz obendrauf, der Karl-Heinz Rummenigge ein Grinsen in sein Gesicht zaubern dürfte: „Der FC Bayern ist mehr als ein Arbeitgeber!“

Robben: Müller hat sich seit 2009 charakterlich kaum verändert

Und Müller ist mehr als ein einfacher Spieler. Er ist ein Führungsspieler, dessen Meinung allerhöchstes Ansehen genießt in der Kabine. Neben Lahm, Manuel Neuer, Jerome Boateng, David Alaba und Robert Lewandowski gehört er zu den Leitwölfen, die sportlich wie charakterlich den Weg angeben. Frag nach bei Sebastian Rode, der nach einem etwas zu gut gemeinten Einsteigen im Kreis von Müller eine Ansage bekam. „Er ist da gut reingewachsen“, meinte Philipp Lahm. „Jetzt ist er sicher noch mehr gefordert, sich zu zeigen, die Truppe auch auf seine Art zu führen. Das ist vielleicht mehr sichtbar, weil Bastian nicht mehr da ist. Das alles macht er vorbildlich.“

Sportvorstand Matthias Sammer sieht in ihm derweil ein „Phänomen“ und einen „Typus“. Am besten beschreibt ihn jedoch Arjen Robben. Sein Offensivpartner, der ihn seit den Anfängen 2009 kennt, sagt, er sei „derselbe geblieben“. Derselbe Bua. Dieselbe Liebe.

lop

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