Wieder nach Doha?

Bayern-Trainingslager: Viel Sonne, viele Fragen

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Die schöne Seite Dohas: Auf der Aspire Anlage, die Bayern traditionell bezieht, herrschen beste Bedingungen für die Winter-Vorbereitung.

München - Noch immer ist nicht offiziell, wo die Bayern ihr Wintertrainingslager beziehen – die „Haltung“ spricht aber für Katar. Was dafür und was dagegen spricht.

Die Hängepartie des FC Bayern zieht sich inzwischen seit elf Monaten. Schon als Matthias Sammer Mitte Januar am Flughafen von Doha darauf angesprochen wurde, ob die Trainingslagerreise des Rekordmeisters 2015 wieder nach Katar gehen würde, wusste er keine Antwort. Eventuell wolle man mal etwas anderes probieren, ein neues Land, eine andere Anlage als das Aspire Center, das die Bayern seit 2011 beziehen. Inzwischen ist knapp ein Jahr vergangen, eine Entscheidung aber gibt es offiziell noch nicht. Die Trainingslagerdaten von 16 der 18 Bundesligisten sind fixiert. Es fehlen: Der FC Bayern und der Hamburger SV.

„Die sportliche Leitung will nach Katar. Es gibt also eine Haltung, aber noch keine Entscheidung“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge unserer Zeitung vor der letzten Länderspielpause. Auch wenn die damals angekündigte offizielle Erklärung binnen „der nächsten zehn Tage“ ausblieb, hat sich an den Fakten nichts geändert: Die Bayern wollen wieder nach Katar – und werden den Flug dorthin wohl auch am 9. Januar antreten. Rummenigge: „Man darf nicht vergessen: Wir haben nach den letzten beiden Trainingslagern in Doha acht Titel geholt.“

Sportlich sind die Bedingungen in der Hauptstadt des Wüstenemirats tatsächlich exzellent. Das Mannschaftshotel „Grand Heritage“ liegt direkt an den bestens gepflegten Plätzen der Aspire Anlage. Vom Frühstückstisch auf den Platz sind es rund 30 Meter. „Die sportliche Leitung, also Pep Guardiola und Matthias Sammer, sagen, dass die Anlage und die Plätze super sind. Das ist ausschlaggebend“, meinte Rummenigge. Und trotzdem hatte man in den letzten Wochen das Gefühl, dass die Bosse Bedenken haben, erneut an eben diesen Ort am Persischen Golf zu reisen. Man will mit den Schlagzeilen über Korruption und Menschenrechtsverletzungen im WM-Gastgeberland 2022 nichts zu tun haben.

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„Ich lebe hier nicht, ich weiß nicht, was hier passiert“, hatte Pep Guardiola – in Diensten des FC Barcelona übrigens Botschafter für die WM 2022 – in seinem ersten Wintertrainingslager mit dem FC Bayern geäußert. Schon im Januar stand Katar heftig in der Kritik, in den letzten Monaten jedoch haben sich die Anschuldigungen noch einmal verstärkt. Über Bestechungen bei der FIFA wird fast täglich spekuliert; die angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen für die rund 1,6 Millionen Gastarbeiter, die die am Ende wohl 200 Milliarden Euro (!) teuren WM-Bauten hochziehen, wurden nicht umgesetzt.

Es ist logisch, dass über diese Aspekte in Bayern-Kreisen diskutiert wurde. Und dennoch ist man sich so gut wie einig, dass ein Fußballverein nicht dazu da ist, Politik zu machen. Dass zeitgleich zum geplanten Trainingslager in Doha die Handball-WM mit deutscher Beteiligung ausgetragen wird, hat diese Haltung noch einmal gestützt.

Das Problem, das die Bayern an der Fixierung der Reisedaten hinderte, ist aber ein anderes. Auch in Dubai und Abu Dhabi gibt es inzwischen Anlagen, die interessant sind. In den beiden größten Städten der Vereinigten Arabischen Emirate will man Bayern unbedingt haben. Die Scheichs buhlen, es gibt gute Angebote. Da der Double-Sieger in Dubai angeblich sogar parallel eine Anlage für den anversierten Reisezeitraum blockiert hat, kann auch der HSV seine Reise dorthin nicht final planen.

Katar bleibt intern aber haushoher Favorit. Zum fünften Mal zieht es die Bayern dorthin. In den kommenden zwei Wochen soll die Hängepartie ein Ende haben.

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