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Wie lief das früher mit dem Deisler-Transfer ab? Hoeneß plaudert aus dem Nähkästchen - „So sauber, wie ...“

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Von: Philipp Kuserau

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Uli Hoeneß und Sebastian Deisler 2007 bei einer Pressekonferenz auf dem Vereinsgelände in München.
Uli Hoeneß und Sebastian Deisler 2007 bei einer Pressekonferenz auf dem Vereinsgelände in München. © Stephan Jansen/picture-alliance/ dpa

Der Wechsel von Sebastian Deisler zum FC Bayern sorgte 2002 für mächtig Unruhe. In einem Podcast berichtet Uli Hoeneß von jener Zeit und wehrt sich gegen Vorwürfe.

München – Geschichten leben von ihren Anekdoten. Werden diese Anekdoten erst Jahre später erzählt und kommen von Uli Hoeneß, dann sind sie in der Regel besonders interessant. Die folgende Erzählung stammt aus einer Zeit, als Hoeneß selbst noch Manager des FC Bayern war und die Transferaktivitäten der Münchner koordinierte. 2002 landete der deutsche Rekordmeister mit der Verpflichtung von Sebastian Deisler einen Transfercoup, so jedenfalls wurde der damalige Transfer eingeordnet.

Dass sich die Wege zwischen den Bayern und Deisler 2007 auf tragische Art und Weise trennten, ist hinlänglich bekannt. Nach mehreren schweren Verletzungen und einem stationären Aufenthalt aufgrund von Depressionen verkündete Deisler damals mit 27 Jahren sein Karriereende.

Deisler-Transfer zum FC Bayern: Hoeneß wehrt sich gegen Vorwürfe

Nun, knapp 20 Jahre nach dem Wechsel vom damaligen Hertha-Spieler Deisler zu den Bayern, plaudert Hoeneß bei dem Podcast „11 Leben“ aus dem Nähkästchen. Dabei wehrt sich der heutige Ehrenpräsident des FCB vor allem gegen Vorwürfe, wonach der Transfer damals nicht sauber abgelaufen sei. Konkret geht es um Spekulationen, deren Inhalt sich darum dreht, dass die Bayern damals Deisler ein Handgeld von rund 20 Millionen Mark gezahlt hätten. Dieses Handgeld soll Deisler den Münchnern, so lautet der Vorwurf, wiederum Jahre später zurücküberwiesen haben.

Eine völlig falsche Behauptung, wenn es nach Hoeneß geht. „Seine Ablöse in Berlin war damals auf 10 oder 15 Millionen Mark beschränkt, wert war er 35 bis 40 Millionen. Wir haben dann ein Handgeld bezahlt, um ihn zu holen, völlig legitim”, erzählt Hoeneß in dem Podcast. „Der Deisler-Deal ist so sauber wie das Wasser am Tegernsee“, stellt er in typischer Hoeneß-Manier klar und schiebt nach: „Die Besteuerung hat stattgefunden und das Geld war auch kein Darlehen, sondern das Geld hat er behalten.”

Deisler erzählt in Interview über Zeit vor Wechsel zum FC Bayern: „Ich wurde beschimpft“

Im Oktober 2001 hatte die Bild über eine entsprechende Handgeld-Zahlung berichtet. Doch das Handgeld war nicht die Sache, die bei dem Wechsel für Schlagzeilen sorgte. So soll vor dem Transfer eine Verschwiegenheit-Abmachung zwischen dem abgebenden Verein Hertha BSC und Deisler vereinbart worden sein. „Monate vorher, im Sommer 2001, hatte ich Herthas Manager Dieter Hoeneß gesagt, dass ich im Sommer 2002 nach München wechsele“, sagte Deisler 2009 in einem Zeit-Interview. „Er bat mich, damit nicht an die Öffentlichkeit zu gehen, sondern ein halbes Jahr zu warten, um keine Unruhe aufkommen zu lassen.“

Deisler hielt sich laut eigener Aussage an die Vereinbarung, auch wenn es eine schwere Zeit bedeutete: „Aber es war schlimm für mich, nichts sagen zu können. Jeden Tag wurde ich gefragt, von Fans, von Journalisten, von meinen Mitspielern“, berichtet er in dem Interview. „Im Oktober platzte dann die Geschichte. Und ich stand da wie ein Verräter. Plötzlich wurde ich gehasst in Berlin. Ich wurde beschimpft, als ich mit Krücken auf der Tribüne saß und nicht spielen konnte.“ (kus)

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