FCB trifft nicht mehr wie in der Hinrunde

Hinten hui, vorne pfui: Bloß nicht müde werden, Bayern!

München - Der FC Bayern trifft nicht mehr so oft wie in der Hinrunde, die Tormaschine ist ins Stocken geraten – doch die Abwehr glänzt. Die Zahlen lügen nicht.

Es war ein gewagter Plan, den Alexander Zorniger Anfang November ausgetüftelt hatte. Mit voller Offensive wollte der damalige Trainer des VfB Stuttgart den FC Bayern in der Allianz Arena überraschen. Zorniger hatte hoch gepokert gegen die Münchner und ihre unbändige Angriffspower, war dann aber tief gefallen – schon zur Halbzeit. Mit 4:0 schickte der FCB die heillos überforderten Schwaben in die Pause, die in der zweiten Hälfte nur noch auf Schadensbegrenzung aus waren. Der VfB rutschte auf den Relegationsrang ab, die Bayern grüßten von der Spitze und waren mit 37 Treffern nach zwölf Spielen auf dem Weg zur magischen 100-Tore-Marke. Ein halbes Jahr später ist Zorniger Geschichte beim VfB, der sich unter Neu-Coach Jürgen Kramny im Tabellenmittelfeld festgesetzt hat. Die Münchner sind zwar nach wie vor Spitzenreiter, doch die Tormaschine ist in der Rückrunde ins Stocken geraten. Bloß nicht müde werden, Bayern!

Der Rekordmeister steckt mitten in der heißesten Saisonphase, eine englische Woche jagt die nächste. Nach dem 1:0 gegen Frankfurt am vergangenen Wochenende folgte gegen Benfica der nächste Minimalsieg. Mit dem gleichen Ergebnis hatten sich die Roten in Köln schon in die Länderspielpause verabschiedet. Drei 1:0-Siege in Serie – das gab es beim FCB zuletzt vor über zehn Jahren im September 2005 unter Felix Magath. Von den berauschenden Torfestivals aus der Hinrunde sind die Bayern derzeit weit entfernt. „Die Durchschlagskraft in der Offensive ist nicht mehr so wie noch vor einigen Wochen“, sagte Ex-FCB-Coach Ottmar Hitzfeld bei Sky. Franck Ribéry sagte nach dem Erfolg gegen Lissabon: „Wir sind momentan in einer Phase, in der wir nicht so treffsicher sind.“

Auch die Zahlen belegen, dass die Roten in der Hinrunde deutlich torgefährlicher waren. Nach elf Spieltagen hatten Lewandowski, Müller & Co. bereits 33 Tore erzielt, in den ersten elf Partien der Rückrunde sind es nur 20. Einzig beim 5:0 gegen Werder Bremen gelangen ihnen dabei mehr als drei Tore. In der Hinrunde hatten die Bayern zu diesem Zeitpunkt drei Fünf-Tore-Galas gegen den HSV, Wolfsburg und Dortmund vorzuweisen, dazu ein 4:0 gegen Köln. Gegen Stuttgart folgte dann das nächste Vier-Tore-Festival.

Auf die Defensive um Manuel Neuer (Foto) und Kimmich ist Verlass, der Offensivmotor bei Lewandowski & Co. stockt momentan ein wenig.

Doch Sorgen müssen sie sich an der Säbener Straße nicht machen, denn auch mit deutlich weniger Toren gewinnen die Bayern ihre Spiele. „Wenn wir das bis zum Saisonende so durchziehen, sieht es gut aus“, sagte Müller grinsend zur neuen 1:0-Taktik seiner Truppe. Dass die trotzdem weiter auf Titelkurs ist, hat sie der sicheren Defensive zu verdanken. In den vergangenen vier Ligaspielen musste Manuel Neuer gerade einmal sechs Schüsse halten. Macht bei 90 Minuten Spielzeit eine Parade pro Stunde. Eintracht Frankfurt brachte letzten Samstag dabei sogar das Kunststück fertig, keinen einzigen Schuss auf Neuers Kasten abzugeben, sein 18. Zu-null-Spiel in dieser Spielzeit bekam der Welttorhüter damit auf dem Silbertablett serviert. Der Top-Wert liegt bei 22. In 311 Bundesliga-Einsätzen blieb der 30-Jährige jetzt zum 150. Mal ohne Gegentore, einzig Oliver Kahn (196) und Oliver Reck (172) liegen noch vor dem FCB-Schlussmann.

Die Transfergerüchte rund um den FC Bayern

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13 Gegentore nach 28 Begegnungen sind Einstellung des Bestwerts, den die Münchner selbst in den Jahren 2012/13 und 2014/15 aufstellten. In beiden Spielzeiten standen am Ende lediglich 18 Gegentreffer zu Buche, auch an dieser Rekordmarke kratzen die Roten. Und im Gegensatz zu den Vorjahren, als die Meisterschaft frühzeitig entschieden war, geht es heuer wohl bis zum Schluss um alles. Neuer könnte also noch einige Bestmarken knacken, während die Offensive ihre Chance auf eine dreistellige Torausbeute am Saisonende verspielt hat. Aber das dürfte die Bayern nicht stören, so lange ihre stabile Defensive sie in allen Wettbewerben auf Titelkurs hält.

Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics

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