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Kimmich über Impfstatus: Bayern-Star verteidigt seine Bedenken - „Bin kein Corona-Leugner“

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Von: Patrick Mayer, Christoph Klaucke

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Nachdenklich: Joshua Kimmich vom FC Bayern München.
Nachdenklich: Joshua Kimmich vom FC Bayern München. © MIS

Beim FC Bayern dominiert rund um das Bundesliga-Spiel gegen 1899 Hoffenheim vor allem das Thema, dass Joshua Kimmich nicht gegen Corona geimpft ist. Der Nationalspieler äußert sich bei Sky dazu.

München - Im Vorfeld der Bundesliga-Partie zwischen dem FC Bayern und der TSG Hoffenheim bestimmte nur ein Thema die Schlagzeilen: Die Corona-Infektion von Julian Nagelsmann und deren Folgen. Der Trainer wird das Duell mit seinem Ex-Klub in jedem Fall verpassen und von zuhause aus zusehen. Seine Vertretung als „Chef“ auf der Bank übernimmt Co-Trainer Dino Toppmöller, der nach dem Champions League-Spiel bei Benfica Lissabon nun auch in der Bundesliga erstmals das Kommando hat.

FC Bayern: Nagelsmann positiv auf Corona getestet – Joshua Kimmich nicht geimpft

Am Freitag auf der Spieltags-Pressekonferenz kamen auch Fragen nach Konsequenzen für die Spieler auf, die noch nicht geimpft sind. Der FC Bayern und Nagelsmann machten jedoch deutlich, dass zwischen dem Trainer und Spielern seit Dienstag kein intensiver Kontakt mehr bestand, zudem täglich getestet werde. Mit dem Gesundheitsamt sei alles weitere abgestimmt.

Diskussionen um die Impfquote beim FC Bayern kamen trotzdem auf. Laut Bild sind fünf FCB-Profis nicht geimpft, darunter offenbar auch Joshua Kimmich. Dazu wurde Bayerns Sport-Vorstand Hasan Salihamidzic vor der Partie gegen Hoffenheim befragt. Nach der Partie äußerte sich auch Kimmich selbst. Wir fassen Stimmen und Reaktionen rund um das Bundesligaspiel des FC Bayern von Sky zusammen.

Joshua Kimmich (FC Bayern) nach dem Bundesliga-Spiel über/zur ...

... Joshua Kimmich zur Frage, ob er nicht gegen Corona geimpft ist: „Ja, das stimmt. Weil ich einfach für mich persönlich ein paar Bedenken habe, was fehlende Langzeitstudien angeht. Trotzdem bin ich mir meiner Verantwortung bewusst, beachte die Hygieneregeln. Die ungeimpften Spieler werden bei uns alle zwei, drei Tage getestet.“

... die Corona-Schutzmaßnahmen: „Das heißt ja nicht, dass ich das nicht lebe. Ich halte mich an die Hygienemaßnahmen und werde alle zwei, drei Tage getestet. Jeder sollte die Entscheidung für sich selbst treffen. Trotzdem ist es nicht so, dass ich ein Corona-Leugner oder ein Impfgegner bin. Es ist schade: Nicht-Geimpft heißt gleich, man wäre ein Corona-Leugner oder Impfgegner. Es gibt Leute, die Bedenken haben. Das sollte man respektieren. Solange man sich an die Maßnahmen hält.“

... Kritik an Ungeimpften durch Geimpfte: „Kann ich auf der einen Seite absolut verstehen, auf der anderen Seite ist es selten auch mal so, dass es Impfdurchbrüche gibt. Viele merken gar nicht, dass sie es in sich tragen. In meinem Fall zahlt der FC Bayern die Tests. Aber ich würde diese auch selber zahlen. Oftmals habe ich bei unserer Gesellschaft den Eindruck, dass man als Nicht-Geimpfter abgestempelt und unter Druck gesetzt wird.“

... eine etwaige spätere Impfung gegen das Coronavirus: „Absolut berücksichtige ich das. Ich sage nicht kategorisch, dass ich mich überhaupt nicht impfen lasse. Ich habe nur Bedenken. Es kann sein, dass ich mich noch impfen lasse. Haben Sie auch noch ein paar sportliche Fragen?“

... Kritik ungeimpfter Fans, die nicht ins Bundesliga-Stadion dürfen - und er darf trotzdem spielen: „Es ist sicher nicht in jedem Büro 2G. Hier sind wir noch an der frischen Luft, man sagt ja, dass die Gefahr dann geringer ist.“

Dino Toppmöller (Co-Trainer FC Bayern München) über ...

... das Bundesliga-Spiel gegen 1899 Hoffenheim: „Ich denke, wir haben einen verdienten Sieg eingefahren. Die Mannschaft hat in den ersten 30 Minuten sehr guten Fußball gespielt und sehr gut angefangen. Danach waren wir defensiv nicht mehr so gut organisiert, die Schärfe hat gefehlt, vor allem im Anlaufen. Hinten raus haben wir nochmal einen Gang zugelegt.“

... über den nicht geimpften Joshua Kimmich: „Ich glaube, zu diesem Thema haben sich Julian und Joshua ausführlich geäußert. Jeder Spieler wurde darüber aufgeklärt. Joshua hat sich dagegen entschieden, das respektiere ich. Damit ist das Thema erledigt.“

... zwei Siege ohne Trainer Julian Nagelsmann: „Wir haben jetzt zwei Spiele 4:0 gewonnen, davor war es aber auch nicht so schlecht. Wir sind alle froh, wenn Julian wieder zurückkommt.“

... Kontakt zu Nagelsmann: „Die Verbindung war so wie in Lissabon. Xaver Zembrod war mit unseren Analysten auf der Tribüne verbunden, die wiederum waren mit Julian am Telefon verbunden. Julian konnte immer wieder ins Spiel eingreifen, wenn er das für nötig gehalten hat.“

... Lucas Hernández, der zur Pause ausgewechselt wurde: „In der Halbzeit kam die Empfehlung der Ärzte, dass wir ihn besser rausnehmen. Er hatte ein bisschen Probleme mit der Wade. Er hatte schon am Dienstag einen Schlag auf die Achillessehne bekommen. Durch die Belastung heute ist die Wade ein bisschen zugegangen. Das ist keine große Sache, das müsste bis Mittwoch wieder geregelt sein.“

Sebastian Hoeneß (Trainer 1899 Hoffenheim) über ...

... die Bayern-Dominanz: „Es ist schwierig. Man muss gewisse Situationen kreieren, da geht es um Kleinigkeiten. Bayern hatte lange Ballbesitzphasen. Wir haben Konter gefahren, einmal ist Bruun Larsen nicht ins Eins-gegen-Eins-Duell gegangen. Die Bayern haben extreme Qualität auf dem Platz, das muss man akzeptieren. Ich war aber zufrieden mit der Reaktion in der zweiten Halbzeit.“

... das Bundesliga-Spiel: „Glückwunsch für einen verdienten Sieg. Wir sind nicht zufrieden mit der ersten Halbzeit, wir wollten couragierter auftreten, das hat uns etwas gehemmt. Die Bayern bestrafen das dann direkt und wir geraten schnell in Rückstand. Wir hatten Kontersituationen, aber die Überzeugung hat gefehlt. Das 0:2 zur Pause war ein Brett. Es gab zwei Möglichkeiten: Schadensbegrenzung oder das Ding umuzubiegen, wir haben uns für zweiteres entschieden. Wir hatten dann wirklich zwei, drei sehr gute Chancen. Ich hätte gerne gesehen, was passiert, wenn wir den Anschlusstreffer machen. Dann kassieren wir ein sehr unglückliches 0:3 und auch noch das 0:4.“

Hasan Salihamidzic (Sportvorstand FC Bayern) vor dem Spiel über...

... den ungeimpften Joshua Kimmich: „Ich werde dazu nichts sagen, der Jo wird sich später selber dazu äußern. Man kennt aber unsere Meinung und Empfehlung, sich impfen zu lassen. In Deutschland gibt es aber keine Impfpflicht. Jeder kann es selber entscheiden.“

... Überzeugungsarbeit bei den ungeimpften Spielern: „Wir empfehlen, dass man sich impfen lässt. Um allen anderen ein normaleres Leben zu verschaffen. Aber das ist eine private Sache“

... den Impf-Druck im US-Sport: „Das steht nicht in unserer Macht. In Deutschland gibt es keine Impfpflicht.“

... über den Austausch mit dem Gesundheitsamt: „Sehr gut, wie immer. Das liegt in den Händen unseres Mannschaftsarztes Dr. Roland Schmidt. Der Kontakt mit dem Gesundheitsamt war sehr gut.“

... über die Reaktion nach der Frankfurt-Niederlage: „Wir haben eine sehr gute Stimmung. Das Spiel gegen Frankfurt war nicht so, wie wir wollten. Wir waren paar Mal hinten anfällig. Man hat dann eine Trotzreaktion gesehen“.

... über die Kommunikation im Trainerteam: „Die Abstimmung des Trainerteams ist sensationell. Mit den technischen Möglichkeiten haben wir alles ausgeschöpft.“

... über die Verfassung von Julian Nagelsmann: „Wir hoffen, dass Julian ganz schnell zurückkehren kann. Ihm geht es schon viel, viel besser.“

Nagelsmann-Vertretung Dino Toppmöller vor dem Spiel über ...

... über die Aufstellung der Bayern: „Wir haben gestern mit Julian nochmal telefoniert und die Aufstellung zusammen gemacht. Er wollte wissen, wie die Verfassung der Spieler ist. Er hat dann die Aufstellung gemacht.“

... über die Kommunikation mit Julian Nagelsmann während des Spiels: „Wie in Lissabon. Er ist mit den Analysten und Zembrod verbunden.“

... über den Bankplatz von Niklas Süle und die Rotation: „Genau, wir wollten Niki Süle eine Pause geben, er hat fast alle Spiele zuletzt gemacht.“

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