FC Bayern II gegen TSV 1860 II

Ticker: Vereine und Polizei appellieren vor Amateur-Derby an Fans

München - Am Sonntag steigt das kleine Derby zwischen den Amateuren des FC Bayern und des TSV 1860 München. Am Dienstag sprechen Vertreter beider Vereine und der Stadt über die Sicherheitslage. Der Ticker der Pressekonferenz zum Nachlesen.

+++ Das war's von der Pressekonferenz! Wir halten fest: Viele Änderungen im Konzept der Polizei, der Stadt und der Vereine gibt es nicht. Zumindest sollen aber weniger Beamte als beim letzten Derby im Einsatz sein. Im Gegenzug appellieren Polizei und beide Vereine an die Fans, die ebenfalls Verantwortung für einen friedlichen Ablauf des Derbys tragen.

Neue Schleusen am Eingang sollen für einen schnelleren Eintritt ins Stadion sorgen. Außerdem werden im Stadion Kameras eingesetzt, um gewaltbereite Fans zu identifizieren. Beide Vereine stehen zudem in Kontakt mit den Fangruppen, auch um den Ticketverkauf zu kontrollieren. 

Die Fans des FC Bayern wollen sich im Tal zu einem Fanmarsch zum Wettersteinplatz treffen. Polizei-Vizepräsident Kopp appellierte daher an den Löwen-Anhänger, sich am Candidplatz zu versammeln. So könne die Polizei die Gruppen seperat ins Stadion geleiten.

Die Pressekonferenz zum Nachlesen

+++ Dreesen über die Kameras: "Sie sollen die Polizeiarbeit erleichtern und die Identifikation möglich machen bei gewaltbereiten Fans." 

+++ Kaufmann zum Verhältnis zwischen Fans und Polizei: "Das Verhältnis zur Polizei ist belastet. Für uns sind die Gruppen alle erreichbar. Ich denke, bei Fans ist es wichtig, ihnen den Nutzen des Dialogs aufzuzeigen."

+++ Dreesen über die Gespräche mit den Fanvertretern: "Wir bemühen uns, zu allen einen Kontakt zu pflegen, aber wir können nicht alle erreichen."

+++ Jetzt können die Journalisten weitere Fragen stellen.

Polizei will weniger Beamte einsetzen

+++ Zuletzt spricht Hr. Kaufmann vom Fanprojekt München. Kaufmann über...

... das Konzept zum diesjährigen Derby: "Wir haben beim letzten Derby sehr viel Positives gesehen und hoffen, dass dieser Hype um das Derby weiter zurückgefahren werden kann. Wir begrüßen das, dass die Polizei ihre Präsenz zurückfährt."

...die Entwicklung der Bedeutung des Derbys: "Dieser angespannte Zustand wurde mit dem Umbau des Grünwalder Stadions verstärkt und trat in der Öffentlichkeit immer mehr zu Tage. Die Fanmärsche wurden immer größer, das Medieninteresse ist gestiegen. Wir sehen diese Entwicklung sehr kritisch und möchten daruaf hinweisen, in welcher Spirale sich dieses Derby befindet."

+++ Polizeivizepräsident Robert Kopp stellt jetzt das Sicherheitskonzept vor. So äußert sich Kopp über...

...den geplanten Fanmarsch der FCB-Anhänger: "Ich würde mir wünschen, dass es gesitteter zugeht, als man es so kennt. Wir haben auch vor, mit den Bayern-Fans zum Wettersteinplatz zu fahren. Insofern wäre es polizeilich ein großer Wunsch, wenn sich die Sechziger-Fans am Candidplatz treffen würden."

... Verkehrsstörungen: "Ich bitte die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis, dass es zu Verkehrsbehinderungen kommen kann."

...weitere Maßnahmen: "Wir werden auf unsere geschulten Kollegen zurückgreifen, die über Lautsprecher mit den Fans kommunizieren. Wir werden Fanbriefe an beide Lager verteilen und da nochmal auf die Verantwortung der Fans hinweisen."

...das Konzept der Polizei: "Wir werden weniger als 1000 Beamte einsetzen, eine weitere Reduzierung ist nicht möglich."

...das letzte Derby: "Den Weg, den wir am Ostermontag bestritten haben, war notwendig. Wir hatten eine hohe Polizeipräsenz, das hat natürlich seine Wirkung gezeigt."

... die Bedeutung des Derbys: "München kann stolz darauf sein, zwei so stolze Traditionsvereine zu besitzen. Dass Rivalität dazugehört, bleibt auch der Polizei nicht verschlossen. Es kann aber nicht sein, dass daraus Gewalt entsteht."

Vereine suchen den Dialog mit den Fans

+++ Nun kommt sein Kollege Markus Rejek vom TSV 1860 zu Wort. Rejek über:

...das Ziel des Vereins: "Das Wichtigste soll im Vordergrund stehen, der sportliche Austausch und die Rivalität. Es geht um ein Fußballfest, dass sich die Fußballfans wünschen und es geht darum, das alle Beteiligten Verantwortung übernehmen."

...den Spielort Grünwalder Stadion: "Es liegt auch in der Verantwortung der Fans, diesen Standort entsprechend zu würdigen, besonders, was Lärm oder Glas angeht."

...bisherige Zusammenarbeiten: "Es wurden schon sehr viele Maßnahmen durchgeführt, die dazu geführt haben, dass die letzten Derbys ohne großen Schaden vonstatten gegangen sind. Insbesondere unseren Fans möchte ich an dieser Stelle sagen, dass wir uns dieses Verhalten gewünscht haben."

+++ Als nächstes spricht Jan-Christian Dreesen vom FC Bayern. Das sagt Dreesen über...

...die Polizeipräsenz: "Es muss unser Ziel sein, dass weniger Polizeikräfte im Einsatz sind als beim letzten Mal."

...den Dialog mit den Fans: "Wir haben mit der Fanszene Gespräche geführt, wir haben versucht zu sensibilisieren."

...die Zusammenarbeit mit der Polizei: "Wir werden die Polizei unterstützen und das Stadion im Vorfeld intensiver überwachen."

...die Zusammenarbeit mit dem KVR: "Wir haben in dem runden Tisch im April besprochen, dass wir diese Art des Austausches in Zukunft mehr pflegen wollen."

Stadt München will ein friedliches Fußball-Derby

+++ Zuerst sprichtDr. Wilfried Blume-Bayerle. Der Kreisverwaltungsreferent über...

...die Verantwortung der Stadt: "Die Landeshauptstadt München hat großes Interesse daran, dass Fußballspiele und gerade Derbys sicher und friedlich ablaufen. Aber auch die Vereine und die Fans selber sind gefragt. Ich kann nur an die Fans appellieren, sich an den Gesprächen zu beteiligen."

... Fanmärsche: "Naturgemäß ist das eine Aufgabe für das Ordnungsamt. Da treten die Fans in Kontakt mit der Bevölkerung, die mit Fußball gar nichts am Hut hat."

...Präventivmaßnahmen: "Wir tun alles, um in Kontakt mit den Akteuren dieser Szene dafür zu sorgen, dass die Spiele friedlich ablaufen. Es gibt einen Fandialog."

... Betretungsverbote: "Solche Betretungsverbote sind wirksam. Die betroffenen Personen halten sich auch daran."

...die Ziele der Stadt München: "Wir wollen keine Pyrotechnik, wir wollen kein Vermummen. Wir freuen uns über jeden, der kommt, um sich das Fußballspiel anzuschauen. Aber nicht, zur Störung des Friedens.

...die Wünsche der Stadt: "Wir wollen ein friedliches Spiel haben und sonst gar nicht."

+++ Gleich beginnt die Pressekonferenz im Münchner Rathaus.

Das kleine Derby beschäftigt auch den Stadtrat

+++ Wir erinnern uns: In den letzten beiden Derbys jubelten am Ende die Roten, im Jahr zuvor gewannen beide Teams je eins der Prestige-Duelle.

+++ Die kleinen Bayern starten erst morgen in die neue Saison. Für Trainer Heiko Vogel ist es ein kleiner Nachteil, "dass wir verspätet angefangen und die anderen Mannschaften alle schon unter Wettkampfbedingungen gespielt haben", wie in einem Interview auf der Homepage des Vereins zu lesen ist.  

+++ Ein kleines Derby beschäftigt die Stadt München nicht nur sportlich, sondern hat auch eine politische Dimension. Erst vergangene Woche stellte die SPD im Stadtrat einen Antrag an das Kreisverwaltungsreferat. Dabei soll das Sicherheitskonzept des Ama-Derbys mit der Vorgangsweise in anderen Städten verglichen werden. 

+++ Hallo und herzlich Willkommen zum Live-Ticker der Pressekonferenz vor dem kleinen Münchner Derby! Dabei geht es um die Sicherheitslage während des Derbys. Für den FC Bayern nimmt Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen an der Konferenz teil, für die Löwen spricht Geschäftsführer Markus Rejek. Außerdem sind Kreisverwaltungsreferent Dr. Wilfried Blume-Bayerle, Polizeivizepräsident Robert Kopp und Vertreter des Fanprojekts vor Ort. Um 12:30 Uhr geht's los!

Vorbericht

Ein Münchner Derby verspricht Brisanz wie kaum ein anderes Amateurspiel. Beim letzten Aufeinandertreffen der Ameteure des FC Bayern und des TSV 1860 zog es über 12 000 Fans ins ausverkaufte Grünwalder Stadion.  Für alle, die am Sonntag nicht live dabei sein können, gibt es eine gute Nachricht: Der Münchner Sender Sport1 überträgt das Derby im Free-TV

Ursprünglich war das Derby auf den 26. Juli angesetzt gewesen. Im Vorfeld der Chinareise des FC Bayern wurde die Partie aber verlegt. Die kleinen Bayern starten am Mittwoch gegen den FV Illertissen in die neue Regionalliga-Saison. Der Lokalrivale TSV 1860 hat bereits zwei Ligaspiele bestritten. Zuletzt feierten die Löwen-Youngsters einen 5:1-Erfolg gegen den SV Schalding-Heining, heute Abend trifft das Team von Daniel Bierofka auf den FC Memmingen. 

Beim letzten Amateurderby waren über 1000 Polizisten im Einsatz und eskortierten unter anderem die einzelnen Fangruppen beider Teams ins und aus dem Stadion. Auf beiden Seiten wurde vereinzelt Pyrotechnik gezündet, bis auf einen Zwischenfall an einer U-Bahnhaltestelle blieb es aber weitgehend friedlich. Insgesamt wurden 12 Personen festgenommen.   

sr

Rubriklistenbild: © Sophie Rohringer

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