Zwei Positionen für sechs Spieler

Überangebot in der FCB-Zentrale: Wo sollen Goretzka und Co. überhaupt spielen?

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Leon Goretzka im Training der deutschen Nationalmannschaft. 

Beim FC Bayern München herrscht derzeit ein Überangebot an zentralen Mittelfeldspielern. Wo Goretzka, Vidal, Rudy, Thiago, Tolisso und Co. zum Einsatz kommen sollen, ist unklar. 

München - Beim FC Bayern München galt in der Vergangenheit häufig die Devise, den vereinseigenen Kader  so ausgewogen zu bestücken, dass jede Position doppelt besetzt ist. Und das im Idealfall mit Spielern auf höchstem Niveau. 

Doch im derzeitigen Kader des amtierenden deutschen Meisters herrscht auf einer Position ein enormes Überangebot: im zentralen Mittelfeld. In Diensten der Münchner stehen neben Neuzugang Leon Goretzka und Rückkehrer Renato Sanches zudem Arturo Vidal, Sebastian Rudy, Thiago Alcántara, Corentin Tolisso und Javi Martínez. Alles Akteure, die mit Ausnahme von Martínez, der auch in der Innenverteidigung auflaufen kann, ihre fußballerischen Fähigkeiten vor allem in der Zentrale zur Entfaltung bringen können und das in der Vergangenheit auch zu tun pflegten. 

System 4-3-3 soll weiter etabliert werden

Doch will beispielsweise Leon Goretzka, der in diesem Transfersommer ablösefrei vom FC Schalke 04 an die Isar wechselte, zu nennenswerten Einsatzzeiten kommen, muss er - ebenso wie Tolisso, Sanches und Rudy - sich flexibel zeigen. Für den deutschen WM-Fahrer heißt das, dass er, ähnlich wie bei der Weltmeisterschaft in Russland im dritten und letzten Gruppenspiel gegen Südkorea, als er im rechten Mittelfeld auflief, auch auf anderen Positionen einsetzbar sein muss. Gegen die Ostasiaten brachte das mäßigen Erfolg, er wurde in der 63. Minute durch Thomas Müller ersetzt, die Partie ging mit 0:2 verloren.

Fraglich ist außerdem, wie der neue Trainer Niko Kovac seine Mannschaft auflaufen lassen wird. Hasan Salihamidžić, Sportdirektor der Münchner, äußerte sich jüngst über die Spielidee des Kroaten: „Mit unseren Spielern sind wir sehr flexibel. Niko Kovac hat oft mit Dreier- oder Fünferkette gespielt.“ In den vergangenen zehn Jahren habe der FC Bayern immer 4-3-3 gespielt, dieses System sei nun auch im gesamten Nachwuchsbereich etabliert. Dies soll auch künftig so weitergeführt werden. „Trotzdem wird Niko Kovac innerhalb dieses Systems weiter sehr flexibel bleiben können.“

Rummenigge ist sich des Problems bewusst

Meist spielten die Münchner eine Abwandlung des Systems, Robert Lewandowski war im Sturm gesetzt, auf den Flügeln spielten wahlweise Ribéry, Robben oder Coman, auch James Rodriguez und Thomas Müller rückten zeitweise aus der offensiven Zentrale (ihrer angestammten Position) auf die Außen. Im defensiven Mittelfeld war dann noch Platz für zwei weitere Akteure, unter Heynckes war vor allem Martínez gesetzt, Vidal und Thiago stritten sich um den Platz daneben. Tolisso und Rudy blieben meist außen vor. 

Hinzu kommen nun auch noch Goretzka und Sanches. Auch Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des deutschen Rekordmeisters, ist sich dieses Problems bewusst. Für neun Spieler seien „je nach System nur drei bis vier Positionen zu vergeben“, resümierte er im Juni. Abgänge stehen in München durchaus im Raum. Beispielsweise kokettierte Thiago zuletzt mit einer Rückkehr zum FC Barcelona. Der FC Bayern plane, so Rummenigge, zwar weiter mit dem Spanier. Doch sofort schloss der Vorstandsvorsitzende an, es seien derzeit tatsächlich „sehr viele Mittelfeldspieler im Kader“. Die Struktur der Mannschaft wird sich in diesem Sommer also wohl noch ändern. 

Neue Taktik unter neuem Trainer:

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