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Haftstrafe für Uli Hoeneß nicht dramatisch - Ex-FCB-Chef erklärt in der ARD, was viel schlimmer war

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Von: Patrick Freiwah

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Ex-FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß plauderte bei der TV-Talkshow „Club 1“ aus dem Nähkästchen - auch über seine Gefängniszeit
Ex-FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß plauderte bei der TV-Talkshow „Club 1“ aus dem Nähkästchen - auch über seine Gefängniszeit. © Screenshot/ardmediathek.de/video/club-1

Uli Hoeneß kehrt für den TV-Talk „Club 1“ ins Rampenlicht zurück. Der frühere FCB-Präsident spricht über seine Haftstrafe und bedauert die heutige Generation der Profifußballer.

München/Ismaning - Nach Beendigung seiner Funktionärskarriere ist es um Uli Hoeneß eher ruhig geworden. Dann und wann sorgt der Schwabe - der lange Jahre in den Diensten von Bayern München stand - jedoch für Aufsehen, zum Beispiel wenn es um die richtige Ernährung geht.

Nun war der 69-Jährige zu Gast beim TV-Talk „Club 1“ im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und erzählte über seine Karriere beim deutschen Rekordmeister, seinem Gefängnis-Intermezzo und warum er die heutige Spielergeneration bedauert.

Uli Hoeneß bei „Club 1“: Langsamer Rückzug beim FC Bayern - und Flexitarier-Outing

Zunächst wird Hoeneß von Gastgeber Hannes Ringlstetter befragt, inwiefern er noch in die Geschicke bei seinem früheren Arbeitgeber FC Bayern eingebunden ist. Der prominente Studiogast wiegelt gleich ab, erklärt jedoch: „Ich gebe noch Ratschläge, wenn sie nachgefragt sind, doch das kommt immer weniger vor.“ 

Auch die Debatte um Vegetarier und Veganer, mit der Ruheständler Hoeneß kürzlich von sich reden machte, wird vom Moderator angesprochen. „Wann war der letzte fleischlose Tag?“, möchte Ringlstetter wissen. „Das kommt öfters vor“, lässt Hoeneß wissen und dürfte damit bei dem einen oder anderen Fleischliebhaber womöglich leichtes Entsetzen ausgelöst haben. Uli Hoeneß etwa ein „Flexitarier“? Als solcher gilt, wer an manchen Tagen in der Woche gänzlich auf Fleisch verzichtet.

Uli Hoeneß erklärt, wie er zu Shitstorms steht - und hat Mitleid mit Profikickern

Nach seinen Äußerungen zu diesem Thema kassierte Hoeneß jüngst einen massiven Shitstorm. Wie geht der Ex-Manager und -Präsident des FC Bayern mit derartiger Kritik an seiner Person um? Sie erreiche ihn gar nicht, lässt er wissen: „In den modernen Zeiten habe ich den Vorteil: Wenn es einen Shitstorm gibt, können die Leute schreiben, was sie wollen - ich habe gar kein Internet. Keine E-Mail und auch kein Instagram, nur ein Handy zum Telefonieren.“ 

Im Zuge dessen sprach der Mann, der im Alter von 27 seine aktive Karriere beendete, der heutigen Spielergeneration sein Bedauern aus: „Fußball war nicht so gläsern wie heute [...]. Diese Selfies, diese Handys. Die Spieler können ja gar nichts mehr machen. Die können nicht mehr feiern, weil da sind immer lauter Aufnahmen am nächsten Tag.“ Als Beispiel geht es in dem Gespräch auch um die Goldsteak-Affäre von Ex-Bayer Franck Ribery.

TV-Gastgeber Hannes Ringlstetter fühlte Uli Hoeneß zu dessen Lebenslauf auf den Zahn
TV-Gastgeber Hannes Ringlstetter fühlte Uli Hoeneß zu dessen Lebenslauf auf den Zahn. © Screenshot/ardmediathek.de/video/club-1

FC Bayern: Ex-Chef Hoeneß erzählt, was an der Haftstrafe wirklich schlimm war

Uli Hoeneß wird auch zu seiner Zeit hinter Gitter befragt und ob er diesbezüglich noch „traumatisiert“ sei. Der frühere FCB-Chef verneint das und scheint die Freiheitsstrafe gut überwunden zu haben. Das schlimmste sei ihm zufolge nicht der Gefängnisaufenthalt gewesen, sondern die Zeit zwischen Urteilsverkündung und Haftantritt: „Ich war noch zwei, drei Monate Zuhause und jeden Tag waren sechs bis acht Fotografen und Kameraleute vor unserem Haus. Da hatte ich keinerlei Freiheiten mehr“. 

Schließlich möchte Moderator Ringlstetter wissen, ob ihn der „tiefe Fall“ nicht wahnsinnig gemacht hatte? Dazu erklärt Hoeneß: „Es macht keinen Sinn, sich Tag und Nacht damit zu beschäftigen. Ich bin jeden Morgen um 5 Uhr aufgewacht, habe Sport gemacht und dann in der Kammer gearbeitet.“ Außerdem sei der ehemalige Sportfunktionär bei den meisten Mitgefangenen „sehr angesehen“ gewesen, weil er „sonntags eine Ratgeberstunde“ abhielt.

Uli Hoeneß bei „Club 1": Ringlstetter und Egli nehmen ihn in die Mangel

Interessant wird es auch, als mit Beatrice Egli ein weiterer Studiogast an der Talkrunde teilnimmt. Im Gespräch mit der Musikerin geht es auch um die strengen Corona-Auflagen für die Unterhaltungsbranche sowie eine Vorzugsbehandlung von König Fußball, der noch vor den meisten anderen Bereichen wieder seinen Betrieb aufnehmen durfte.

Angesprochen darauf, ob er diese Entscheidung (inklusive Austragung der EM 2021) nicht auch ungerecht finden würde, reagiert Hoeneß zurückhaltend und gab unumwunden zu: „Da sind ja auch viele Fehler gemacht worden von Leuten, die über gewisse Gesetzmäßigkeiten hinweggegangen sind. Das fand ich nicht in Ordnung.“ (PF)

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