Nach der Haftentlassung

Was hat Hoeneß jetzt vor? Die tz beantwortet wichtige Fragen

München - Uli Hoeneß ist wieder ein freier Mann. Doch wie verbrachte er seine ersten Stunden in Freiheit? Und wie geht es für den ehemaligen FCB-Präsidenten weiter? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen.

Er ist wieder frei. Nach 637 Tagen ist Uli Hoeneß am Montag aus der Haft entlassen worden, wie das bayrische Justizministerium schon am frühen Morgen bestätigte. Einzelheiten zum genauen Zeitpunkt und zum Ort der Entlassung nannte das Ministerium nicht. 

Durch die Anwendung der Halbstrafenregelung ist der Ex-Präsident des FC Bayern trotz seiner dreieinhalbjährigen Haftstrafe nach 21 Monaten wieder auf freiem Fuß, die Reststrafe ist für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Wie geht es jetzt mit Hoeneß weiter, was hat er vor? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie verbrachte er seine ersten Stunden in Freiheit?

Hoeneß war schon in aller Früh nach Hause an den Tegernsee gefahren.

Schon in aller Früh wurde der 64-Jährige entlassen und fuhr unbemerkt von den lauernden Fotografen nach Hause in seine Villa am Tegernsee. Gegen kurz nach neun trat sein Sohn Florian aus dem Haus und verriet den wartenden Journalisten: „Er ist schon lange da.“ Der FCB-Macher selbst ließ sich nicht blicken, er feierte lieber im Familienkreis seine Freilassung. Wie die Welt berichtete, war aus dem Haus laute Musik zu hören, unter anderem mit Liedern von Rock-Legende Rod Stewart genoss Hoeneß seine wiedererlangte Freiheit. Im Laufe des Vormittags erschien sogar eine sechsköpfige Blaskapelle, die Hoeneß wieder willkommen hieß. Gegen halb zwölf kam Tochter Sabine zum Mitfeiern.

Welche Auflagen muss Hoeneß beachten?

In der Erklärung des Landgerichts Augsburg hieß es: „Der Verurteilte muss jeglichen Wohnungswechsel der Strafvollstreckungskammer mitteilen.“ Weitere Bewährungsauflagen wurden nicht festgesetzt. Schwerwiegende Straftaten darf Hoeneß in den drei Jahren auf Bewährung nicht begehen, sonst kommt er wieder in Haft. Kleinere Vergehen wie Falschparken führen aber nicht zu erneuter Haft.

Was hat Hoeneß jetzt vor?

Mit der Haftentlassung lief auch Hoeneß’ Vertrag beim FC Bayern aus, bis Montag war er als Assistent der Abteilungsleitung des Junior Teams angestellt. Eine offizielle Funktion besitzt Hoeneß aktuell also nicht. Im Juni plant er einen längeren Urlaub mit Ehefrau Susi, ehe Hoeneß sich Anfang Juli über seine Zukunft äußern will. Unvergessen seine Worte bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Mai 2014: „Das war’s noch nicht.“ Im Spätherbst steht die Präsidentenwahl an. Hoeneß ist über die Pläne beim FCB bestens informiert, auch wenn er vergangene Woche im Kicker sagte, dass er in den nächsten Monaten „Fußball genießen, ins Stadion gehen und wieder Fan“ sein werde.

Kümmert er sich weiter um die Jugend des FC Bayern?

Ja, da will er am Ball bleiben. Zwar nicht mehr als Assitent der Jugendabteilung, aber als Sprachrohr für die Belange des Nachwuchses. „Ich habe es jetzt verinnerlicht, da bleibe ich dran“, erklärte Hoeneß gegenüber dem Kicker. Mindestens einmal pro Woche wird er sich im Klubzentrum zu Besprechungen einfinden.

Wann ist er zum ersten Mal wieder in der Allianz Arena?

Vielleicht sogar schon am Mittwoch. Wenn der FC Bayern am Abend (20.30 Uhr, Sky) den FSV Mainz 05 empfängt, könnte Hoeneß wieder auf der Tribüne sitzen. Rechtlich spricht nichts mehr dagegen, der 64-Jährige dürfte auch auswärts bei allen Spielen mitreisen. Dass er allerdings mit dem FCB am Wochenende zum Spitzenspiel nach Dortmund reist, ist unwahrscheinlich. Zum BVB-Anhang ist sein Verhältnis nicht gerade das beste. Spätestens zum CL-Achtelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin am 16. März dürfte Hoeneß wieder zu Gast in der Arena sein. Das letzte Mal war er am 10. Mai 2014 gegen Stuttgart da, als dem FCB die Schale überreicht wurde. 

sw

Rubriklistenbild: © MIS

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