Fehde zwischen Bayern und 1860

Neue Attacke: Uli Hoeneß giftet wieder gegen die Löwen

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Bayern-Präsident Uli Hoeneß giftet in einem Interview über den TSV 1860 München.

München -  Neue Breitseite im Kampf zwischen den Bossen des FC Bayern München und den Löwen: Nun giftet Uli Hoeneß im Interview über den TSV 1860 München.

Der Schlagabtausch zwischen den Bossen der Bayern und der Löwen nimmt kein Ende. Die aktuelle Watschn kommt vom wiedergewählten Präsidenten des FC Bayern. Uli Hoeneß teilt im Interview mit der Bild am Sonntag gegen den Münchner Lokalrivalen aus. Auf die Frage, wie er die Entwicklung bei 1860 sehe, antwortet Hoeneß kurz aber heftig: „Jeder Kommentar, jeder Gedanke zu dem, ist einer zu viel. Das ist ein ganz besonderer Fall.“ 

Die Luft brennt weiter zwischen dem FC Bayern und dem TSV 1860 München. In den vergangenen Wochen kamen von beiden Seiten zahlreiche Attacken. 

  • Los ging es auf der Jahreshauptversammlung Ende November. Vorstandsboss Karl-Heinz sprach über die „großartige“ finanzielle Entwicklung des FC Bayern und nannte „wunderbare Zahlen“. Der FCB habe „sportlich größte Erfolge“ vorzuweisen „und das alles selbst erwirtschaftet“. Und dann legte Rummenigge nach: „Kein Hasan Ismaik. Gott behüte uns vor solchen Leuten.“ Tosender Applaus der Bayern-Mitglieder im Audi Dome.
  • Die nächste Breitseite in Richtung 1860 feuerte der neugewählte Bayern-Präsident Uli Hoeneß ein paar Tage später ab. Der FC Bayern, so erinnerte Hoeneß auf dem Treffen des FC-Bayern-Fanclubs Röslau in Wunsiedel, habe ja die Allianz Arena „mit einem schwindsüchtigen Partner“ gebaut. Der mittlerweile noch schlechter dastehe als zu Baubeginn der Arena. „In der Zwischenzeit haben sich die Dinge ja nicht verbessert, sondern eher verschlechtert. Und trotzdem träumt man bei 1860 schon seit Jahren vom eigenen Stadion. Ich denke, da müssten sie mal mit Donald Trump reden. Der ist ja ein Immobilien-Tycoon. Vielleicht baut der ihnen sowas. Der hat ja auch schon viele Stadien gebaut, die er in den Sand gesetzt hat. Da kann er sich da so 50 oder 80 Millionen wahrscheinlich leisten.“ Zugleich erneuerte Hoeneß seine bekannte Ankündigung, zusammen mit Karl-Heinz Rummenigge die Blaskapelle mit "1000 Musikern" anzuführen, die die Löwen aus der Allianz Arena begleitet.
  • Ismaiks Antwort auf die Giftpfeile der Bayern-Bosse kam am vergangenen Sonntagabend via Facebook. Der Jordanier knöpfte sich in seinem Posting vor allem den Mann vom Tegernsee vor, nämlich Uli Hoeneß. „Herr Hoeneß hat das Wort ‚schwindsüchtig‘ im Zusammenhang mit dem TSV 1860 genannt. Wer glaubt Hoeneß eigentlich zu sein? Er soll nicht ablenken: Ein Aufsteiger aus Leipzig steht vor seinem tollen Verein“, schoss er in Anspielung auf die (damalige) Tabellensituation zurück. Es folgte eine Anspielung auf die Haftstrafe des FCB-Präsidenten wegen Steuerhinterziehung: „An Hoeneß‘ Stelle wäre eigentlich Demut angebracht, stattdessen versucht er sich auf unsere Kosten lustig zu machen. Hat er in den letzten Jahren nichts dazu gelernt? Ich habe seine Arbeit immer respektiert, aber jetzt hat er den Bogen überspannt.“ Auch Hoeneß werde es nicht schaffen „den echten Münchnern ihren Lieblingsverein wegzunehmen“, betonte Ismaik. Und kündigte an: „Der Tag wird kommen, an dem wir uns wieder auf dem Spielfeld gegenüber stehen werden.“

Diese Aussage von Uli Hoeneß dürfte Hasan Ismaik gefallen

Abseits aller Streitigkeiten: Im „Bild“-Interview äußert Uli Hoeneß auch eine Meinung, die dem 1860-Investor Ismaik durchaus gefallen dürfte. Der Bayern-Präsident setzt sich nämlich für das Ende der 50+1-Regel ein. „Ich bin total für die Abschaffung der 50+1-Regel. Nicht, weil wir etwas ändern würden. Wir haben ja im Gegensatz zu allen anderen Vereinen das intern geregelt, dass wir ohne Mitglieder-Zustimmung gar nicht mehr als 30 Prozent der Anteile verkaufen können.“

Hoeneß betont auch, dass die Annahme, wonach der FC Bayern die 50+1-Regel befürworte, um mögliche Konkurrenz kleinzuhalten, einfach falsch sei. „Es heißt ja immer, Bayern sei dagegen, dass 50+1 abgeschafft wird, damit die anderen nicht stark werden. Aber von mir aus kann jeder Verein seine Anteile an wen auch immer verkaufen. Ist mir völlig wurscht! Wir werden es nicht tun, das wissen unsere Fans, und da kriegen sie von mir auch die 100-prozentige Garantie. Jeder Verein soll in einer Abstimmung darüber entscheiden können. Das ist Demokratie.“

Bekanntlich plädiert auch Ismaik für eine Abschaffung der Regelung. Im Gegensatz zu den Fans der Löwen. Die Mitglieder TSV 1860 forderten im Januar auf der Mitgliederversammlung vom Präsidium ein aktives Einsetzen für die Erhaltung der 50+1-Regel der DFL - und setzten damals ein klares Signal an Investor Hasan Ismaik.

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