Klare Struktur, viele Gespräche

Hoeneß zurück bei Bayern: So sieht sein Arbeitstag aus

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Uli Hoeneß ist seit Januar 2015 Freigänger und arbeitet tagsüber an der Säbener Straße.

München - Freigänger Uli Hoeneß ist zurück an der Säbener Straße - und mischt wieder voll mit. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Organisation des Jugendbereichs. Doch was macht der "Mister FC Bayern" eigentlich genau?

Vor ziemlich genau einem Jahr, am 2. Juni 2014, musste Uli Hoeneß als verurteilter Steuerhinterzieher in den Knast. Sieben Monate lang verbrachte er seine Tage in der JVA Landsberg, seit Januar 2015 ist der ehemalige Präsident des FC Bayern Freigänger und arbeitet wieder an der Säbener Straße. Der "Mister FC Bayern" kümmert sich beim Rekordmeister um die Nachwuchsabteilung, treibt die Planungen in der Jugend voran. Doch wie sieht der Arbeitsalltag für Hoeneß eigentlich aus? Trifft er sich mit den Profis? Wie ist sein Verhältnis zu Trainer Pep Guardiola? Und welche Entscheidungen trifft der Ex-Präsident?

Hoeneß' Tag beginnt morgens um 5 Uhr

Die "Sportbild" hat den Tagesablauf von Uli Hoeneß folgendermaßen beschrieben:

- Morgens früh um fünf Uhr beendet ein Wecker Hoeneß' Nachtruhe in der JVA.

- Ein Fahrer holt Hoeneß an der JVA Rothenfeld, die Freigängeranstalt der JVA Landsberg, ab und kutschiert ihn die 35 Kilometer lange Strecke zur Säbener Straße.

- Um 8.30 Uhr nimmt Hoeneß beim FC Bayern in seinem Büro die Arbeit auf.

- An der Säbener Straße frühstückt Hoeneß mit Michael Reschke, dem Technischen Direktor. Mit dem aus Leverkusen geholten Reschke tauscht sich Hoeneß aus, bespricht die wichtigsten Dinge und fährt beispielsweise auch mal gemeinsam mit ihm zu einem Fußballspiel. So verfolgten die beiden zusammen das Auswärtsspiel der U19 des Rekordmeisters in Mainz am 1. März. Detail am Rande: Weil das Spiel an einem Sonntag stattfand, musste Hoeneß als Ausgleich dafür an einem anderen Werktag unter der Woche in der JVA bleiben. Auslandsreisen bleiben allerdings weiterhin tabu für den Freigänger Hoeneß.

Mittagessen mit Rummenigge in der Bayern-Kantine

- Das Mittagessen nimmt Hoeneß in der FCB-Kantine gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge ein. Weil dem üppigen Mittagsmahl abends keine weitere Nahrungsaufnahme mehr folgt, hat Hoeneß ordentlich abgespeckt. Günter Netzer, der ihn regelmäßig besucht, schätzt, dass Hoeneß um die "22, 23 Kilo" verloren habe.

- Während seiner neun Stunden im Büro schaut Hoeneß auch einmal täglich bei Sportvorstand Matthias Sammer und dessen wissenschaftlichen Assistenten Karsten Schumann vorbei. Dort wird der Ex-Präsident vermutlich seine Erfahrung und seine Ansichten in Sachen Transfers einbringen. Außerdem war er bereits bei den Gesprächen mit Holger Seitz (wird neuer U-19-Trainer) und Tim Walter (übernimmt künftig die U17) dabei.

- Eigentlich wollte Hoeneß Julian Nagelsmann als U-17-Verantwortlichen zum FC Bayern lotsen. Der 27-Jährige gilt als riesiges Trainertalent und assistiert derzeit in Hoffenheim Coach Markus Gisdol. Die Kraichgauer wollten Nagelsmann zwar nicht ziehen lassen, dennoch war dieser beeindruckt von den Gesprächen mit Hoeneß. "Er war über alles informiert, sowohl über meine Laufbahn als auch über meine Karriere", zitiert ihn die "Sportbild". Seine ihn schon immer auszeichnende Akribie hat Hoeneß also nicht verloren.

- Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Planung im Jugendbereich. Deshalb tauscht sich Hoeneß regelmäßig mit Heiko Vogel aus, der als eine Art Supervisor im Nachwuchsteam gilt. Außerdem ist Hoeneß in die Planungen für das Nachwuchsleistungszentrum eingespannt, das 2017 fertig gestellt werden soll.

- Der Kontakt zu den Profis ist noch sehr vorsichtig. Lediglich nach dem 1:4 zum Auftakt der Rückrunde in Wolfsburg richtete Hoeneß ein paar Worte an die Spieler: "Ruhig bleiben, Männer. Macht einfach weiter." Ansonsten beschränkt sich Hoeneß' Kontakt auf Profis, die er schon lange begleitet: Philipp Lahm, Franck Ribéry, Bastian Schweinsteiger oder David Alaba.

- Hoeneß war einer derjenigen, die Pep Guardiola entscheidend von der  Unterschrift beim FC Bayern überzeugten. Menschlich verstehen sich die beiden Alphatiere gut. In fußballerischen Dingen lässt sich der Spanier aber kaum von außen reinreden, auch von Hoeneß nicht.

Um 17.30 Uhr ist Feierabend

- Um 17.30 Uhr endet der Arbeitstag von Hoeneß an der Säbener Straße. Ein Fahrer bringt in zurück in die JVA.

An diesem Tagesablauf wird sich vermutlich so schnell nichts ändern - erst im März 2016 könnte Hoeneß vorzeitig freikommen, weil er dann die Hälfte seiner Haftstrafe (21 von 42 Monaten) verbüßt hätte. Zudem wird Hoeneß ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt, bei dem er sich regelmäßig melden muss. Bis es soweit ist, steht ihm noch Urlaub zu: Zu den 21 Tagen Jahresurlaub erhalten Freigänger in den neun Monaten vor der Entlassung zusätzlich bis zu sechs Tage im Monat – und regelmäßige „freie“ Wochenenden.

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