Studenten erkunden den Kosmos des Rekordmeisters

Das FCB-Universum: Marketing-Maschine à la Hollywood

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Der FC Bayern vermarktet geschickt seine Fan-Artikel. Neben Schals und Trikots gibt es zum Beispiel auch Pflegeprodukte, Spielwaren oder Schulbedarf.

München - Der Sport-Management-Nachwuchs der Münchner Privatuniversität Campus M21 erkundet das FC-Bayern-Universum. Natürlich spielte dabei auch die Marketing-Maschine des Rekordmeisters eine Rolle. Den besten Artikel zum Thema lesen Sie hier:

Angehende Sport-Manager schreiben im Rahmen ihres Studiums über den FC Bayern München - diese Idee klang reizvoll und spannend für die Studenten der Privatuniversität Campus M21. Gesagt, diskutiert und schließlich gemeinsam mit der tz, Münchens größter Boulevardzeitung, umgesetzt: Der Kosmos von Bayern München - so lautete der Titel der Projektarbeit, für die u.a. ein Bericht geschrieben werden musste. Zur Auswahl standen die Themenfelder „Sport“, „Fans“, „Marketing“, „Medien“ und „Finanzen“. Welche Erfolgsgeheimnisse die Management-Erstsemester beim Rekordmeister recherchiert haben, wie sie die Fankultur sehen und warum die Bayern weit mehr sind als ein Fußballklub: die jeweils besten Artikel lesen Sie hier.

"Geschickte Vermarktung" ist eine von drei Säulen, die die Marke FC Bayern geprägt hat

„Ich liebe den FC Bayern“, sagt Rudi B. aus München. „Ja, wirklich, ich liebe die Bayern.“ Fragt man Fans des deutschen Rekordmeisters nach ihren Gefühlen, wird geschwärmt und gelobt. Der Stern des Südens und seine Strahlkraft, gefüttert vom sportlichen Erfolg - aber auch von geschickten Marketingmaßnahmen. Denn der FC Bayern ist mittlerweile viel mehr als ein Sportverein. Die Münchner sind Vorreiter in den sozialen Medien, international auftretender Botschafter für Fußball-Deutschland und ausgewiesene Merchandising-Profis, die nicht nur den Trikotverkauf im Visier haben, sondern auch Zusatzprodukte wie das FC Bayern Banking, die FC Bayern Tours, Pflegeprodukte, Spielwaren oder Schulbedarf. Fragt man Andreas Jung, Vorstandsmitglied und Marketing-Chef des FC Bayern, nach diesem Erfolg, dann ist es der „Lohn der jahrelangen Arbeit“.

Durch „geschickte Vermarktung, wirtschaftlich seriöses Handeln und sportliche Erfolge“ sei die Marke FC Bayern geprägt worden. Und was zeichnet diese Marke aus? Werte wie „Verantwortung, Tradition, Selbstvertrauen, Respekt, Partnerschaft und Familie“ seien für den Verein von großer Bedeutung, so Jung. Das, was Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer enthusiastisch mit „einer für alle, alle für einen“ umschreibt, wird jedoch nicht überall so wahrgenommen. Kein Verein in Deutschland ist so beliebt wie die Bayern - aber keiner ist auch so unbeliebt wie die Roten: 2013 stuften 62 Prozent der deutschen Fußballfans den FCB als „arrogant“ ein, lediglich 29 Prozent fanden ihn „sympathisch“.

Für die Stars des FC Bayern stehen weitere Auslandsreisen auf dem Programm

Eine Grauzone fehlt. „Wir polarisieren eben“, sagt Marketingchef Jung - und findet das gut. Denn obwohl das umtriebige Bayernmarketing immer mal wieder ordentlich Gegenwind bekommt - zuletzt wegen eines Testspiels in Saudi-Arabien, wo es erwiesenermaßen nicht weit her ist mit den Menschenrechten - geben Jung die Zahlen recht: Der deutsche Fußball-Primus steigerte den Konzernumsatz im vergangenen Jahr um 22 Prozent auf 528,7 Millionen Euro und durchbrach damit erstmals die Grenze von einer halben Milliarde Euro. „Hauptsächlich hängt die Umsatzexplosion mit den neuen Vermarktungsstrategien der Vereine zusammen“ erklärt Ex-Kicker und Marketingexperte Oliver Roth in der tz.

Zufrieden ist man bei den Bayern dennoch noch lange nicht. „Wir müssen raus, wenn wir in diesem Wettbewerb auch bestehen wollen“, erklärt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Weitere Auslandsreisen stehen auf dem Programm, nach China oder in die USA - am liebsten mit bekannten Gesichtern, die für den FC Bayern stehen. Für Jörg Wacker, den Marketingvorstand der Münchner, sei es „ein Traum, wenn uns außergewöhnliche Persönlichkeiten wie Franz Beckenbauer“ auf solchen Missionen unterstützten. So sieht’s auch Thomas Gottschalk, der dem FC Bayern „Hollywood-Potenzial“ bescheinigt. Recht hat er - jedenfalls solange die Selbstvermarktung der Bayern nicht in egoistisch-divenhafte Selbstzerfleischung umschlägt. Und das hat man ja auch schon erlebt…

Von Julia Böckenförde

 

Das FC-Bayern-Universum

Teil 1: Die Fans - We lieben Bayeln Miunik!

Teil 2: Marketing-Maschine à la Hollywood

Teil 3: Was dem Verein die Millionen in die Kasse spült

Teil 4: Der Rekordmeister und die Medien - Mia san Netzwerk

Teil 5: Sportliche Dominanz dank Pep

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