Studenten erkunden den Kosmos der Roten

FCB-Universum: Der Rekordmeister und die Medien

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Publikums-Magneten: Die Bayern mobilisieren Fans und Medien. (Archivbild: Bei dieser Pressekonferenz wurde Pep Guardiola als neuer Trainer vorgestellt.)

München - Der Sport-Management-Nachwuchs der Münchner Privatuniversität Campus M21 erkundet das FC-Bayern-Universum. Natürlich spielte dabei auch der Umgang mit und Auftritt in den Medien eine Rolle. Den besten Artikel zum Thema lesen Sie hier:

Angehende Sport-Manager schreiben im Rahmen ihres Studiums über den FC Bayern München - diese Idee klang reizvoll und spannend für die Studenten der Privatuniversität Campus M21. Gesagt, diskutiert und schließlich gemeinsam mit der tz, Münchens größter Boulevardzeitung, umgesetzt: Der Kosmos von Bayern München - so lautete der Titel der Projektarbeit, für die u.a. ein Bericht geschrieben werden musste. Zur Auswahl standen die Themenfelder „Sport“, „Fans“, „Marketing“, „Medien“ und „Finanzen“. Welche Erfolgsgeheimnisse die Management-Erstsemester beim Rekordmeister recherchiert haben, wie sie die Fankultur sehen und warum die Bayern weit mehr sind als ein Fußballklub: die jeweils besten Artikel lesen Sie hier.

FC Bayern bastelt fleißig am eigenen Bild in der Öffentlichkeit

„80 Prozent des Images eines Fußballklubs wird bestimmt durch das Bild, das er in der Öffentlichkeit abgibt“, sagt Markus Hörwick, Mediendirektor des FC Bayern. Und an diesem Bild basteln die Münchner fleißig mit - immer mehr auch mit den clubeigenen Medien. „Unseren Web-TV-Sender fcb.tv haben wir in 85 Ländern verkauft“, ist FCB-Vorstand Andreas Jung stolz. „Neben täglichen News produzieren wir ein TV-Magazin mit wöchentlich drei Stunden Material.“ Es gibt Interviews mit Spielern und Verantwortlichen, Reportagen und Homestorys - alles Marke Eigenbau an der Säbener Straße, wo die Bayern ein TV-Studio mit Regie- und Schnittplätzen eingerichtet haben.

Die Redaktion umfasst 24 Mitarbeiter, die auch den Internetauftritt betreuen und die sozialen Netzwerke befüllen. Auch dort hat sich der FC Bayern mittlerweile stark positioniert. Es wird getwittert, es werden Videos auf Instagram hochgeladen - insgesamt sind die Bayern auf 17 Social-Network-Kanälen unterwegs. Auf Facebook wurde zuletzt die 27-Millionen-Likes-Marke geknackt - womit die Münchner mehr als doppelt so viele Follower haben wie Dortmund, der zweiterfolgreichste deutsche Verein (12 Millionen Likes). In den Sozialen Netzwerken gehe es primär nicht um nachrichtliche Inhalte, sondern darum, einen unterhaltenden Blick hinter die Kulissen zu geben, so Stefan Mennerich, Direktor Neue Medien des Rekordmeisters.

Kritik: FC Bayern verhindert durch Kanalisierung Arbeit der unabhängigen Medien

Dabei profitiert der Verein auch von den einzelnen Spielern, die in den sozialen Netzwerken unterwegs sind und den direkten Kontakt zu den Fans pflegen. Doch nicht von allen Seiten gibt’s Beifall für diese Entwicklung. „Ich sehe die Entwicklung mit Sorge“, sagte Thomas Horky, Professor für Sportjournalistik an der Hamburger Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) auf Zeit online. Durch diese Kanalisierung würde die Arbeit der unabhängigen Medien verhindert. Auch der Sportreporter eines großen deutschen Fußballmagazins äußert sich entsprechend: „Es lässt sich in den vergangenen Jahren ganz klar der Trend beobachten, dass zunehmend klubeigene Medien bedient werden.“

Beim FC Bayern haben sie verständlicherweise eine andere Brille auf. Der Servicegedanke stehe im Vordergrund, so Pressechef Markus Hörwick, die Fans sollen bedient und unterhalten werden - und das nicht nur in Europa. Das nächste Ziel im Juli 2015 heißt China. Dort habe man fast 90 Millionen Bayern-Sympathisanten, so Bayern-Vorstand Jörg Wacker. Für sie wird derzeit eine eigene Website und eine App entwickelt. Auch in sozialen Netzwerken im Land des Lächelns ist der deutsche Rekordmeister aktiv: Der meistgenutzte Microblogging-Dienst in China ist „Sina Weibo“, dort hat der FC Bayern bereits über 600.000 User. Noch mehr Follower, nämlich über eine Mio., haben die Münchner auf der Online-Plattform „Tencent“. Man kann also davon ausgehen, dass zu den weltweit mehr 300 Millionen Fans, die der FC Bayern hat, noch eine Menge dazukommen - frei nach dem Motto: Mia san Netzwerk.

Von Andreas Braun

 

Das FC-Bayern-Universum

Teil 1: Die Fans - We lieben Bayeln Miunik!

Teil 2: Marketing-Maschine à la Hollywood

Teil 3: Was dem Verein die Millionen in die Kasse spült

Teil 4: Der Rekordmeister und die Medien - Mia san Netzwerk

Teil 5: Sportliche Dominanz dank Pep

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