Noch viel Luft nach oben

FCB-Universum: Was die Millionen in die Kasse spült

+
Der FC Bayern verdient mehrere Hundert Millionen Euro und stellt sich dabei sehr geschickt an. Trotzdem ist noch viel Luft nach oben,

München - Der Sport-Management-Nachwuchs der Münchner Privatuniversität Campus M21 erkundet das FC-Bayern-Universum. Natürlich spielte dabei auch der Bereich Wirtschaft eine Rolle. Den besten Artikel zum Thema lesen Sie hier:

Angehende Sport-Manager schreiben im Rahmen ihres Studiums über den FC Bayern München - diese Idee klang reizvoll und spannend für die Studenten der Privatuniversität Campus M21. Gesagt, diskutiert und schließlich gemeinsam mit der tz, Münchens größter Boulevardzeitung, umgesetzt: Der Kosmos von Bayern München - so lautete der Titel der Projektarbeit, für die u.a. ein Bericht geschrieben werden musste. Zur Auswahl standen die Themenfelder „Sport“, „Fans“, „Marketing“, „Medien“ und „Finanzen“. Welche Erfolgsgeheimnisse die Management-Erstsemester beim Rekordmeister recherchiert haben, wie sie die Fankultur sehen und warum die Bayern weit mehr sind als ein Fußballklub: die jeweils besten Artikel lesen Sie hier.

Allianz zahlt für Partnerschaft mit dem FC Bayern 110 Millionen Euro

Erfolgreich. Smart. Und mit einer Magnetwirkung ausgestattet wie kaum ein anderer Club - das ist der FC Bayern. Doch abgesehen von Titeln und Topstars jagen die Münchner auch wirtschaftlich einen Rekord nach dem anderen. Mittlerweile hat der Verein seinen Umsatz auf 528,7 Millionen Euro im vergangenen Jahr gesteigert. Heißt: Die Bayern stehen unter den Top 3 der weltweit umsatzstärksten Clubs - nur Real Madrid und der FC Barcelona rangieren noch vor den Bayern, sind allerdings im Vergleich zum deutschen Rekordmeister bei Weitem nicht schuldenfrei. Doch woher kommt das prallgefüllte Festgeldkonto des Bundesligatabellenführers?

Zuerst einmal ist der FC Bayern erfolgreich - und Erfolg macht sexy. Auch für Sponsoren, die beim Rekordmeister Schlange stehen. Zu den Hauptsponsoren gehört die Telekom, laut Bayern-Boss KarlHeinz Rummenigge ein „perfekter Partner“, der einen „neuen Meilenstein in der Umsetzung des Sponsorings darstellt“. In harter Währung: Der Schriftzug auf den Trikots bringt dem Verein laut Handelsblatt pro Jahr 25 Millionen Euro. Ebenfalls Hauptsponsoren (und damit Anteilseigner an der FC Bayern München AG) sind Audi, adidas sowie der Versicherungskonzern Allianz, für den laut Süddeutscher Zeitung die Partnerschaft mit den Bayern „das wichtigste Sportengagement“ ist. Das war dem Versicherer 110 Millionen Euro wert, wofür er bis 2041 auch das Namensrecht an der 346 Millionen Euro teuren Allianz Arena erhielt, die mittlerweile vollständig abbezahlt ist - 15 Jahre früher als geplant.

Allein im Bereich Merchandising verdient der FC Bayern 85 Millionen Euro

Laut Jan Dreisbach von der Uni Braunschweig „wirkt sich die Attraktivität eines Vereins neben dem Sponsoring auch auf Ticketverkäufe und das Merchandising-Geschäft aus“. Rund 35,9 Millionen Euro verdienen die Münchner durch die Champions League, für TV-Einnahmen wurde in der Saison 2013/14 die Rekordsumme von rund 33 Millionen Euro verbucht. Dazu kommt der steigende Trikotverkauf - 2012/13 wurden erstmals eine Million Bayern-Trikots verkauft, was Rummenigge „niemals für möglich gehalten“ hat.

Insgesamt stehen im Bereich Merchandising 85 Millionen Euro zu Buche. Entsprechendes Know-how und ein kontinuierlich arbeitender Vorstand - so wird weiter an der Internationalisierung der Marke gearbeitet, für die das britische Institut „Brand Finance“ einen Wert von umgerechnet 670 Millionen Euro ansetzt. Damit ist der FC Bayern München die wertvollste Marke der Welt. Ein weiterer Schritt der Mir-san-Mia-Globalisierung: Angeblich gibt es rund 100 Millionen Bayern-Sympathisanten weltweit - und die sollen, wenn es nach Vorstandsmitglied Jörg Wacker geht, zu waschechten Fans werden. Die Vorzeichen dafür scheinen gut: „Andere Vereine wie Manchester United werden in ihrer Entwicklung derzeit langsamer“, sagt Philipp Kupfer, Marketingexperte des Forschungsinstituts Repucom. Bei den Bayern dagegen sei noch jede Menge Luft, „da sind die Chancen gut“.

Von Susanne Günster

 

Das FC-Bayern-Universum

Teil 1: Die Fans - We lieben Bayeln Miunik!

Teil 2: Marketing-Maschine à la Hollywood

Teil 3: Was dem Verein die Millionen in die Kasse spült

Teil 4: Der Rekordmeister und die Medien - Mia san Netzwerk

Teil 5: Sportliche Dominanz dank Pep

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Hackenberg über Bayern: „Die sprechen alle Deutsch!“
Hackenberg über Bayern: „Die sprechen alle Deutsch!“
Badstuber nach Schalke? Daran hakt es noch
Badstuber nach Schalke? Daran hakt es noch
Systemfrage nervt Müller: „Lasst doch die Kirche im Dorf“
Systemfrage nervt Müller: „Lasst doch die Kirche im Dorf“
Ancelottis Bilanz nach dem Trainingslager: Alles super!
Ancelottis Bilanz nach dem Trainingslager: Alles super!

Kommentare