"Das reicht einfach nicht!"

Sammer will "keine Parolen raushauen"

Barcelona/München - Nach der 0:3-Pleite im Hinspiel in Barcelona glaubt Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer kaum noch ans Finale. Franz Beckenbauer schimpft über Götze, Oliver Kahn wundert sich über Messi.

Zeig der ganzen Welt, dass du besser bist als Messi!“ Diese Motivationsspritze von Jogi Löw für Mario Götze hat Deutschland vielleicht zum Weltmeister gemacht – aber der Satz ist und bleibt verdammt schwer umzusetzen. Vor allem, wenn man ewig auf der Bank sitzt und einem plötzlich ganz andere Worte um die Ohren fliegen. „Es wird Zeit, dass er erwachsen wird“, schimpfte zum Beispiel Franz Beckenbauer vor dem Spiel bei Sky. Als Fazit muss man nach dem 0:3 der Bayern in Barcelona sagen: Götze steckt fußballerisch ziemlich fest in der Adoleszenz.

FCB-Sportvorstand Matthias Sammer.

So lag die Last mal wieder in anderen Händen: Manuel Neuer saugte die Bälle förmlich an – aber irgendwann war auch er machtlos gegen das Fußballgenie Lionel Messi. 77 Minuten lang hatte Neuer für Verzweiflung in Reihen der Spanier gesorgt und auch Oliver Kahn hatte noch Hoffnung: „Da hat man gesehen: Je besser der Torwart, desto mehr bringt er den Gegner zum Zweifeln, desto unbezwingbarer wird er.“ Normal reicht das für ein kleines Wunder – aber eben nicht, wenn der unnormale Messi nach 77 Minuten die Faxen dicke hat. „Bayern hat das nicht schlecht gemacht“, fand Kahn. „Aber Barca hatte Messi.“

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Eine Minute nach dem ersten Messi-Streich hatte übrigens auch Pep Guardiola die Faxen dicke – oder wollte er einfach einen auf Löw machen? Jedenfalls brachte er Götze – aber leider bewahrheitete sich die Einschätzung von Beckenbauer. „Dass er ein großartiges Talent ist, das wissen wir auch. In der Umsetzung fehlt es. Manchmal kommt er mir wie ein Jugendspieler vor, der Zweikämpfe verliert und stehen bleibt. Das ist teilweise ein jugendliches Verhalten. Das passt natürlich nicht zum FC Bayern.“

So kann man einen WM-Helden im Wert von 37 Millionen auch mal flott ausrichten, vor allem, wenn der Gegensatz auf dem Feld derart krass ausfällt. „Die waren einfach schneller, beweglicher, laufstärker“, urteilte der Kaiser über den Gegner. „Bayern wollte ein gutes Ergebnis halten – aber das reicht einfach nicht!“

Matthias Sammer wirkte nach dem Spiel trotzdem sehr ruhig, fast schon entspannt. Brachte da einer gerade die Saison innerlich bereits zum Abschluss? „Ich weiß, was dieses Jahr passiert ist“, sagte der Sportvorstand mit Blick auf die Verletztenmisere. „Ich bin nicht glücklich über dieses Resultat, aber ich bin Realist. Wir sind heute an unsere Grenzen gestoßen. Wir sind jetzt unserem Publikum alles schuldig, aber ich will jetzt nicht irgendwelche Parolen raushauen.“ Gar keine? Naja, ein Rest Hoffnung besteht für wundergläubige Fans. „Wir sind immer noch Bayern München“, lächelte Sammer. Immerhin.

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tz

Rubriklistenbild: © mis

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