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Real Madrid schockt Bayern erneut: Die Königlichen nutzen Fehler eiskalt aus

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Von: José Carlos Menzel López, Manuel Bonke

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Musste zweimal hinter sich greifen: Sven Ulreich.
Musste zweimal hinter sich greifen: Sven Ulreich. © AFP / JAVIER SORIANO

Der FC Bayern hat im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales eine bittere Pleite kassiert. Nicht nur, dass sich die Münchner Real Madrid geschlagen geben mussten - sie mussten auch zwei frühe Ausfälle verkraften.

München - Emotional, rassig, spannend - am Ende war der Halbfinal-Kracher gegen Real Madrid für den FC Bayern in erster Linie schmerzhaft. Das lag vor allem an der 1:2-Pleite gegen die Königlichen, aber auch an den Verletzungssorgen, die den FCB vor dem Rückspiel am kommenden Dienstag plagen. „Wenn man dieses Spiel sieht, hätte das Ergebnis auch ganz anders ausgehen können. Dementsprechend geben wir nicht auf. Wir haben realistische Möglichkeiten“, gab sich Thomas Müller bei Sky kämpferisch.

Spielerisch hielt die Partie allerdings, was sie auf dem Aufstellungsbogen versprach. Den musste Jupp Heynckes schon nach fünf Minuten zum ersten Mal über den Haufen werfen - und da sind wir schon beim angesprochenen Verletzungspech: Arjen Robben blieb nach einem Zweikampf mit Casemiro plötzlich auf dem Rasen sitzen - die Leiste! Jupp brachte Thiago für den Holländer und zog Thomas Müller auf den rechten Flügel.

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Ulreich leitet die Führung ein

Die Münchner wirkten geschockt, die Königlichen kamen daraufhin immer besser ins Spiel: Javi Martinez blockte einen Schuss von Isco in höchster Not (17.) und Cristiano Ronaldo setzte zum Glück für Sven Ulreich einen Kopfball aus aussichtsreicher Position über das Bayern-Tor (27.). Gerade als Real zur absoluten Spieldominanz ansetzte, gelang den Roten der Treffer zum 1:0: „Ulle“ machte das Spiel von hinten raus schnell, James schickte Kimmich mit einem schönen Schnittstellenpass auf die Reise und der Rechtsverteidiger ließ den Ball daraufhin über rechts trocken im Torwarteck einschlagen. Der Youngster profitierte bei seinem Treffer allerdings von einem krassen Fehler von Madrid-Schlussmann Navas (28.).

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Die Freude hielt jedoch nur kurz, genau gesagt fünf Minuten: Boateng marschierte zielstrebig durchs gegnerische Mittelfeld, nach einem (zu) langen Schritt blieb der Innenverteidiger auf dem Grün sitzen - auch die Leiste! „Don Jupp“ und Doktor Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt trauten ihren Augen nicht. Boateng musste vom Feld, Niklas Süle nahm seinen Platz in der Innenverteidigung ein. Doppelt bitter!

Bayern lassen sich von Ausgleich nicht schocken

Und wenn die schwarze Bestie am Boden liegt, tritt das weiße Ballett gnadenlos drauf. Nach einem Eckball verschätzte sich Martinez, das Spielgerät erreichte den am Strafraum-Eck lauernden Marcelo. Und was macht der Brasilianer? Zieht aus der zweiten Reihe ab und lässt den Ball unhaltbar für Ulreich im rechten Eck einschlagen. Die Roten ließen sich von diesem erneuten Rückschlag nicht erschüttern und hatten gute Chancen zur erneuten Führung. Erst köpfte Lewy eine Freistoß-Flanke von James in die Arme von Navas, dann verstolperte Ribéry alleine vorm Schlussmann und auch ein Schussversuch von Mats Hummels ging knapp über die Querlatte.

Unmittelbar nach der Pause drückten die Hausherren noch einmal ordentlich aufs Gas. Allen voran Routinier Franck Ribéry machte auf der linken Seite ordentlich Dampf, ging immer wieder in erfolgreiche Dribblings, der Torerfolg blieb ihm allerdings verwehrt. Eine scharfe Hereingabe des Franzosen von der Grundlinie verpasste Müller knapp (51.).  Müller: „Wir brauchen eine andere Mentalität in den Abschlusssituationen, nicht diesen Respekt!“

Den Ticker zum Spiel zwischen dem FC Bayern und Real Madrid können Sie hier noch mal nachlesen.

Kopf hoch: Thomas Müller (l.) und Franck Ribéry müssen das Ergebnis im Rückspiel umbiegen.
Kopf hoch: Thomas Müller (l.) und Franck Ribéry müssen das Ergebnis im Rückspiel umbiegen. © AFP / JAVIER SORIANO

Real nutzt Rafinha-Fehler gnadenlos aus

Wie Effektivität in Perfektion aussieht, machten die Königlichen der Mannschaft von Heynckes vor. Als sich Rafinha einen katastrophalen Fehlpass im Mittelfeldzentrum leistete, bedient Vazquez den eingewechselten Asensio. Der blieb alleine vor Ulreich eiskalt und chippte den Ball filigran zur 2:1-Führung für die Spanier ins Netz. Die Bayern erarbeiteten sich weiterhin gute Chancen, das letzte Quäntchen Glück fehlte ihnen an diesem Königklassen-Abend aber.

Der Wille war am Mittwoch da, gereicht hat es nicht. Es bleibt nur noch das Rückspiel in Bernabeu. Juventus Turin hätte dort im Viertelfinale fast für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Oder um es mit den Worten von Sportdirektor Salihamidzic zu sagen: „Wir geben nicht auf, wir fahren nach Madrid und wollen alles versuchen.“

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