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Wechselfehler beim FC Bayern: Wer trägt die Schuld? Welche Konsequenzen drohen? Alle Antworten

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Von: Manuel Bonke, Philipp Kessler

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Der 4:1-Sieg des FC Bayern München beim SC Freiburg wurde schnell zur Nebensache. Am Ende wurde nur noch über den Wechselfehler diskutiert.

Freiburg - Es waren zwar nur 17 Sekunden, aber sie haben den FC Bayern zumindest für kurze Zeit ins Chaos gestürzt. Beim 4:1-Sieg des deutschen Rekordmeisters durch Tore von Leon Goretzka (58. Minute), Serge Gnabry (73.), Kingsley Coman (82.) und Marcel Sabitzer (90.+ 6) standen zwischenzeitlich zwölf Münchner Spieler auf dem Platz. Aber wie konnte es überhaupt so weit kommen? Die tz erklärt das Wechsel-Wirrwarr!

FC Bayern: Kathleen Krüger löste das Wechsel-Wirrwarr aus

Was war geschehen? Kurz nach dem 3:1-Treffer von Coman verlässt Corentin Tolisso plötzlich im Eilschritt das Feld. Mannschaftsarzt Peter Ueblacker sprintet ihm in die Katakomben hinterher. „Coco hatte Probleme mit dem Magen“, erklärte Julian Nagelsmann nach der Partie. Kurz nach Cocos Abgang gibt der Bayern-Trainer das Signal zum Doppelwechsel. Niklas Süle kommt für Tolisso ins Spiel, Marcel Sabitzer für Coman. Doch der Franzose verlässt das Spielfeld nicht, weshalb die Münchner für kurze Zeit zu zwölft spielen. Erst als der Freiburger Nico Schlotterbeck Schiedsrichter Christian Dingert darauf aufmerksam macht, wird das Spiel unterbrochen.

Wie konnte das passieren? Kathleen Krüger löste das Wechsel-Wirrwarr aus. Die Münchner Teammanagerin ließ die „29“ auf der Tafel anzeigen, die alte Nummer von Coman, der mittlerweile mit der „11“ spielt. Da­rum fühlte sich der Franzose nicht angesprochen und spielte weiter, statt das Feld zu verlassen. Sportvorstand Hasan Salihamidzic nimmt Krüger in der tz in Schutz: „Was passiert ist, passierte als Folge mehrerer unglücklicher Umstände. Was Kathleen Krüger betrifft, sind wir alle froh, dass sie seit Jahren unsere Team-Managerin ist.“

Gesprächsbedarf: Julian Nagelsmann, Hasan Salihamidzic, Kathleen Krüger und Manuel Neuer diskutieren mit Schiedsrichter Christian Dingert (rechts) und dem Vierten Offiziellen Arno Blos.
Gesprächsbedarf: Julian Nagelsmann, Hasan Salihamidzic, Kathleen Krüger und Manuel Neuer diskutieren mit Schiedsrichter Christian Dingert (rechts) und dem Vierten Offiziellen Arno Blos. © MIS

Bayern-Verantwortliche diskutierten mit Freiburgern und Schiedsrichtergespann

Wie ging es nach der Wechsel-Panne weiter? Minutenlang diskutierten die Bayern-Verantwortlichen mit den Freiburgern und dem Schiedsrichtergespann. Sogar Vorstandschef Oliver Kahn machte sich auf den Weg von der Ehrentribüne zum Spielfeldrand, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Später setzte Referee Dingert die Partie mit einem Schiedsrichter-Ball regelkonform fort. Nach der Partie suchten Kahn und Salihamidzic in den Katakomben das Gespräch mit Freiburg-Sportvorstand Jochen Saier.

Wer trägt die Schuld? Fakt ist: Krüger hat zwar den Ausgangsfehler begangen, allerdings hätte dem Schiedsrichtergespann auffallen müssen, dass zu viele Spieler auf dem Platz stehen. Das bestätigte auch Felix Zwayer im ZDF, der bei dieser Partie als Video-Schiedsrichter tätig war: „Es ist eine falsche Nummer angezeigt worden. Aber dann liegt es in der Verantwortung des Schiedsrichterteams, einen Wechsel regelkonform durchzuführen. Die Aufgabe wird normal dem Vierten Offiziellen übertragen.“

Drohen Bayern Konsequenzen? Unwahrscheinlich! Theoretisch müsste Freiburg bis Montag Einspruch beim DFB-Sportgericht einlegen, um die Partie am grünen Tisch neu bewerten zu lassen. Im schlimmsten Fall würde das Spiel aus Bayern-Sicht mit 0:2 für die Breisgauer gewertet. Doch die Faktenlage spricht klar für den deutschen Rekordmeister, wie auch Zwayer bestätigt: „Tatsächlich ist es etwas, was ein Sportgericht klären würde.“ Coman sei schließlich „ein grundsätzlich spielberechtigter Spieler“ gewesen. „Aus meiner Sicht ist das nicht mit einer Situation zu vergleichen, in der ein Spieler nicht im Spielbericht steht.“

Bayern-Trainer Nagelsmann rechnet ebenfalls nicht mit einem Punktabzug: „Es war keine spielentscheidende Szene, sodass man die Fairness infrage stellt. Am Ende war kein Standard dabei, kein Konter oder eine Karte. King hat nicht mal den Ball berührt.“

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