Ex-Arsenal-Coach nennt zwei Namen

Wenger rät Bayern-Bossen zum Führungswechsel - diese Ex-Spieler sollen übernehmen

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Arsène Wenger spielte mit Arsenal insgesamt zwölf Mal gegen den FC Bayern, siegte nur drei Mal.

Beim FC Bayern steht in naher Zukunft ein echter Umbruch an, auch auf der Chefebene. Arséne Wenger weiß, welche Ex-Stars übernehmen sollten.

München - Wenn jemand im heutigen Fußball Erfahrung hat, dann Arsène Wenger. Der 68-jährige Franzose verließ im Sommer den FC Arsenal nach 22 Jahren Trainer- und Managertätigkeit, prägte den Londoner Verein maßgeblich und führte ihn unter anderem zu drei Meisterschaften (davon zwei Doubles) und ins Finale der Champions League 2006. Im Sommer war Schluss - mehr oder weniger freiwillig. Arsenal stellte die Weichen für die Zukunft.

Auch beim FC Bayern wird in den kommenden Jahren das Thema der Stabübergabe in der Chefetage anstehen, Präsident Uli Hoeneß (66) und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (63) werden schließlich auch nicht jünger. „Ich glaube, sie haben noch ein paar Jahre Zeit, ehe sie aufhören“, meint Wenger im Gespräch mit der Sport Bild. Er weiß: „Sie müssen den Wechsel organisieren. Es ist besser, dass die Macht bei früheren Spielern bleibt. Nur können Beckenbauer, Hoeneß, Rummenigge nicht wissen, ob das wieder funktioniert.“

Wenger: Neue Bosse für FC Bayern? Lahm und Kahn

Wer aber könnte die Bayern-Bosse beerben? Wenger sinniert und nennt zwei Namen: „Philipp Lahm hat Qualitäten. Oliver Kahn. Es ist wichtig, dass sie übernehmen. Denn Fußball ist etwas, das innerhalb des Körpers lebt. Das kann man nicht an der Universität lernen. Es ist eine Mixtur aus tiefgehendem Wissen und Erfahrung aus dem Wettbewerb.“

Einen solchen Umbruchprozess sollte man auch zur Entschlackung der Strukturen nutzen, meint Wenger: „Alle großen Vereine haben zu viele Leute. Leute, die nicht effizient sind. Leute, die nicht verstehen, was der Fußballwettbewerb wirklich ist.“ Lahm hatte im Mai „verschiedene Auffassungen von der Tätigkeit, von Verantwortungsbereichen und von der Strukturierung der Verantwortlichkeiten“ als Gründe für den im Sommer 2017 gescheiterten Einstieg in die Vorstandsebene beim FCB genannt.

Einen Umbruch hatte es beim FC Bayern im Sommer auf der Trainerbank gegeben: Für die Legende Jupp Heynckes (73) übernahm Niko Kovac (47) das Zepter. „Um bei einem großen Verein die Spieler richtig zu behandeln, spielt Erfahrung eine große Rolle“, weiß Arsène Wenger, der der Frage danach, ob Kovac die richtige FCB-Wahl gewesen sei, so ein wenig ausweicht. „Auch der Respekt ist mit der Erfahrung verbunden. Die Spieler müssen sehen, dass man schon bewiesen hat, auf diesem Niveau zu arbeiten.“ Nach Wengers Meinung sei man mit 45 Jahren im Trainergeschäft „voll da“.

Bayern-Trainer Niko Kovac (l.) und James Rodriguez sind noch nicht auf einer Wellenlänge.

Wenger: Es geht um das Gleichgewicht im Team

Kovac hatte vor dem FC Bayern als Cheftrainer zuvor lediglich die kroatische U21 und die Nationalelf sowie Eintracht Frankfurt gecoacht. Reicht das, um ein Starensemble in den Griff zu bekommen? James Rodriguez beispielsweise fühlt sich von Kovac angeblich zu wenig berücksichtigt, es gibt Gerüchte um einen möglichen, baldigen Abschied des Kolumbianers.

„Spieler glauben sehr schnell, dass man sie nicht genug liebt“, weiß Wenger. „Dabei hat das nichts mit Liebe zu tun, sondern mit dem Gleichgewicht der Mannschaft. Ich habe viele große Spieler am Anfang nicht spielen lassen, manche sechs Monate lang nicht. Sie haben dennoch eine große Karriere gemacht. Zum Beispiel Robin van Persie, Thierry Henry, einige mehr. Sie waren entweder noch jung, oder es fehlte an defensiven Qualitäten.“

Es stellt sich nur die Frage: Wie viel Geduld bringen die Akteure des FC Bayern mit?

Update vom 19. Oktober 2018: Einen Hinweis darauf, wie der Verein in die Zukunft geht, könnte ein kurzfristig angesetzter Termin geben. Auf tz.de* erhalten Sie alle Informationen zum Pressetalk beim FC Bayern München. Am Samstag geht es dann wie gewohnt in der Bundesliga weiter. Das Spiel VfL Wolfsburg - FC Bayern München gibt es live im TV und im Live-Stream.

fw

Video: FC Bayern: Die wichtigsten Aussagen der Attacke-Pressekonferenz

Lesen Sie hier alles zur Pressekonferenz der Bayern-Bosse im Ticker

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