Nationale Konkurrenz hisst weiße Fahne

Wird Bayerns Dominanz international zum Problem?

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Die Bayern eilen von Sieg zu Sieg.

München - Was der FC Bayern derzeit sportlich auf den Platz bringt, grenzt an Perfektion. Die Bundesliga-Teams, die gegen den Rekordmeister antreten, verdienen die Bezeichnung "Gegner" nicht mehr. Wird das auf internationaler Bühne zum Problem?

Wer wissen will, wie es um die aktuelle Konkurrenzsituation in der Bundesliga bestellt ist, muss sich nur mal die Ergebnisse des FC Bayern gegen seine als heißeste Verfolger gehandelten Mannschaften ansehen. 3:0 gegen Bayer Leverkusen. Wolfsburg, immerhin aktueller Vize-Meister und Pokalsieger, wurde mit einem 5:1 aus der Arena geschickt. Auch in der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals am Dienstag, als Pep Guardiolas Mannschaft beim 3:1-Auswärtserfolg ihre an Perfektion grenzende Spielstärke demonstrierte, waren die "Wölfe" mehr staunende Beobachter als ernstzunehmende Gegenspieler. Und der hartnäckigste Konkurrent der vergangenen Jahre, Borussia Dortmund, ging beim "Bundesliga-Gipfel" Anfang Oktober sang- und klanglos 1:5 in München unter.

Allofs: "Das war ein Klassenunterschied"

Echte Gegner sind in der Liga für den FC Bayern derzeit Fehlanzeige, die Münchner können sich auf dem Weg zum vierten Meistertitel in Folge nur noch selbst ein Bein stellen. Die nationale Konkurrenz hisst die weiße Fahne und verneigt sich unisono vor dem in allen Belangen überlegenen Klassenprimus von der Säbener Straße. "Das war heute ein Klassenunterschied, das muss man so klar sagen", sagte Wolfsburg-Boss Klaus Allofs nach der für den VfL so deprimierenden Pokalklatsche.

Die bislang einzige Saisonniederlage, sieht man mal vom unbedeutenden Supercup im Sommer ab, musste der FC Bayern auf internationaler Bühne hinnehmen. Beim Champions-League-Auftritt vergangene Woche setzte es eine 0:2-Pleite beim FC Arsenal. Auch in London gegen die "Gunners" waren Guardiolas Profis das spielbestimmende Team, hatten über 70 Prozent Ballbesitz im Emirates Stadium und mehrere Chancen, um die Partie erfolgreich oder zumindest unentschieden zu gestalten. Der Unterschied zur Bundesliga: Die Engländer glaubten an ihre Chance, trotz des überlegenen Bayern-Spiels. Und nutzten sie dann auch, als FCB-Torhüter Manuel Neuer sich einer seltenen Fehlgriffe erlaubte.

Augenthaler: "Dominanz wird international nicht zum Problem"

Ist das womöglich die einzige Gefahr, die dem FC Bayern in dieser Spielzeit auf dem Weg zum Triple droht? Dass die Dominanz in der heimischen Liga auf internationaler Ebene zum Hemmschuh wird? Weil im Alltag die Herausforderung fehlt und dadurch in der "Königsklasse" vielleicht ein paar Prozent zur Topleistung verloren gehen?

Klaus Augenthaler sieht das anders. Im aktuellen "kicker" schreibt das FCB-Urgestein: "Ich denke, die Bayern-Mannschaft ist so gut, dass die Dominanz in der Bundesliga international nicht zum Problem wird." Der Weltmeister-Libero von 1990 erklärt seine Einschätzung folgendermaßen: "Die Spieler sind so erfahren, dass sie ihr Bestes abrufen können, egal wie oft oder selten sie in der Liga zuvor gefordert wurden."

Man könnte einwenden, dass dem FC Bayern in den vergangenen beiden Spielzeiten genau zu dem Zeitpunkt die Körner in der Champions League ausgingen, als in der Bundesliga der Meistertitel schon eingefahren war. Grund für das jeweilige Aus im Halbfinale waren, vor allem in der vergangenen Saison, allerdings auch zahlreiche Verletzungen. Gegen einen Topgegner wie den FC Barcelona war das dann nicht mehr zu kompensieren.

Wer die Bayern aber derzeit erlebt, ihren Hunger auf Siege, ihre Gier nach Erfolg, dem fällt schwer zu glauben, dass diese Einstellung auf europäischer Ebene irgendwann verloren geht - selbst wenn die Bundesliga-Auftritte nur noch Testspielcharakter haben.

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