Xabi über Guardiola, Kritik & die Sprache

Alonso: Das ist das verrückteste deutsche Wort

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Xabi Alonso -wechselte vor der vergangenen Saison aus Madrid nach München, seitdem lernt er fleißig Deutsch, sein Vertrag bei den Münchner läuft bis zum 30. Juni 2016.

München - In der Regel ist Xabi Alonso nach Spielen eher kurz angebunden, am Mittwoch blieb dem Spanier jedoch nichts anderes übrig, als Rede und Antwort zu stehen.

Nach dem 1:0-Sieg gegen seinen Ex-Klub Real Madrid beim Audi Cup wartete eine Handvoll Journalisten aus der Heimat auf Xabi, der daraufhin zum insgesamt 17-minütigen Interviewmarathon ausholte. Inklusive Live-Schalte ins Radiostudio. Die tz-Aufzeichnung:

Señor Alonso, wie war das Wiedersehen mit den alten Kollegen?

Alonso: Es war natürlich etwas Besonderes. Fünf Jahre lang habe ich dieses weiße Trikot getragen, da ist es natürlich speziell, wenn man gegen die alten Freunde antritt. Mir bleibt nichts anderes übrig, als ihnen das Beste zu wünschen. In all den Jahren haben wir viel gemeinsam erlebt, da war es schön, mit dem ein oder anderen auch wieder länger zu reden. Fest steht, dass sie eine großartige Mannschaft haben und auch dieses Jahr wieder um alle Titel mitspielen werden.

Haben Sie sich schon an die neue Heimat gewöhnt?

Alonso: So langsam, aber sicher passe ich mich an und nehme die Dynamik an. Die Beziehung zu Fans, Presse und Sponsoren ist hier ein wenig anders, dafür ist die Strahlkraft enorm. Für mich ist das eine großartige Erfahrung.

Es herrscht etwas Unruhe um Trainer Pep Guardiola, der momentan bei den Fans nicht das größte Ansehen genießen soll.

Alonso: So weit ich es hier mitbekommen habe, sind die Leute sehr glücklich mit ihm. Er selbst ist ja auch sehr fokussiert auf das Projekt und geht die Saison an, die sehr hart umkämpft sein wird. Aber klar: Wenn du mal einen Titel nicht holst, dann ist die Kritik da. Und mal kann man damit eben besser, mal schlechter umgehen. Aber wenn du bei einem Topklub wie dem FC Bayern bist, musst du eben stets gewinnen. Aber Pep kann sich unserer uneingeschränkten Unterstützung sicher sein. Wir arbeiten mit ihm und wissen, wie viel er arbeitet, wie er die Dinge vorbereitet und haben überhaupt keinen Zweifel an ihm. Ich weiß nicht, ob er der beste ist, aber er ist auf jeden Fall ein sehr, sehr guter Trainer.

Die Diskussionen rankten sich um seine Verlängerung.

Alonso: Es ist aber noch sehr früh, denke ich.

Einige Ex-Spieler haben sich zu Wort gemeldet.

Alonso: (lacht) Jeder Ort hat seine Eigenheiten und davon muss man lernen. Am besten wir belassen es dabei.

Auch Sie wurden zuletzt etwas kritisiert, wie gehen Sie damit um?

Alonso: Ich bin mein eigener Kritiker. Ich weiß ganz gut, wenn ich Dinge richtig mache und wann ich mit meinem Spiel zufrieden bin. Deswegen höre ich da lieber auf meine eigenen Gefühle.

Ihre Meinung zu den Neuzugängen?

Alonso: Mit Arturo Vidal und Douglas Costa haben wir zwei großartige Spieler verpflichtet. Auch Kimmich ist ein vielversprechender Spieler, der sicher irgendwann einmal ein ganz Großer sein wird. Schade, dass er sich verletzt hat.

Sind Sie denn glücklich in München?

Alonso: Sehr. Ich freue mich schon sehr auf die Saison und hoffe natürlich, dass wir am Ende um alle drei Titel kämpfen können. Das wäre toll.

Wie haben Sie denn die Bundesliga generell bislang wahrgenommen?

Alonso: Sie haben das hier sehr zuschauerfreundlich gestaltet. Es wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass die Nähe und vor allem auch die Interaktion zwischen Fans und Verein stimmt. Hinzu kommen dann noch diese Zuschauerzahlen: Durchschnittlich sind die Stadien zu über 90 Prozent gefüllt, das sagt alles.

Und wie sieht es mit der Stadt aus. Fühlen Sie sich in München so weit wohl?

Alonso: Vor allem hier in München und in Berlin gibt es ein großes Angebot an Freizeitgestaltungen, ganz egal ob Konzerte oder gute Restaurants. Die Stadt hier hat wirklich sehr viel zu bieten. Ganz zu schweigen vom Oktoberfest. Da ist es noch warm, danach geht es aber schon los mit der Kälte.

Wie schaut es denn mit Ihrem Deutsch aus?

Alonso: Die einfachste Sprache ist es nicht, aber ich bin dabei. Juan (Bernat, d. Red.) ist auch fleißig am lernen und ich investiere auch so viele Stunden wie möglich, aber noch bewege ich mich auf dem Niveau eines Anfängers.

Also kommen Sie noch nicht an das Ihres Trainer heran?

Alonso: Er spricht es sehr gut, am Ende verständigt er sich in der Kabine aber in verschiedenen Sprachen. Aber es stimmt schon, Peps Level ist schon um einiges höher als unsere (lacht).

Und wie lautet jetzt das verrückteste deutsche Wort, das sie bisher gelernt haben?

Alonso: Eines fand ich wirklich toll: Flüssigkeitshaushalt ausgleichen! Das ist schon nicht schlecht.

Aufgezeichnet von: lop

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