Guardiola vertraut seiner Kreativabteilung

Xabi als Kontrolleur von Götze, Lewa und Co.

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Im Bayern-Training am Montag herrschte gute Stimmung.

München - Gegen Hoffenheim ließ Guardiola auffallend offensiv spielen – ein Rezept, die zahlreichen Ausfälle zu kompensieren. Xabi Alonso hat eine Schlüsselrolle inne.

Im ersten Moment hätte man beim Abschlusstraining am Montag meinen können, die Verletzungsmisere sei den Spielern des FC Bayern doch zu Kopf gestiegen. Nach einer kleinen Prügelei sah es aus, was die Profis auf dem Rasen veranstalteten. Alle Mann hatten sich auf Franck Ribery gestürzt – aber der Franzose konnte sich lachend aus dem Pulk befreien. Alles nur Spaß, und vor allem: keine weiteren Verletzten.

Der Kader, der Pep Guardiola derzeit zur Verfügung steht, ist schon arg dezimiert – und Karl-Heinz Rummenigge hat Recht, wenn er sagt: „Der Vorteil ist, dass wir darüber nicht lamentieren.“ Man hat die Bayern – sicherlich auch aufgrund der komfortablen Lage in allen drei Wettbewerben – in letzter Zeit wenig jammern hören. Die Verletzung von Philipp Lahm war in der vergangenen Woche ein Schock, der aber schnell verdaut wurde. Denn auch, wenn es Guardiola wohl nicht allzu gerne tut, der Bayern-Trainer hat ein Rezept gefunden, die zahlreichen Ausfälle im defensiven Mittelfeld (Thiago, Martinez, Lahm) zu kompensieren: Er vertraut seiner Offensive.

Guardiola hängt die schmerzlichste Niederlage seiner Trainer-Karriere, das 0:4 im Champions League-Halbfinale gegen Real Madrid, immer noch nach. Er ließ sich damals überreden, Toni Kroos statt Lahm im Mittelfeld spielen zu lassen und in Thomas Müller einen weiteren offensiven Mann zu bringen. Das Ergebnis: Nach hinten wurde wenig abgesichert, vier Gegentore bedeuteten das Aus. Nie wieder ließ der Coach seine Elf seitdem derart von der Kreativabteilung dominieren, wie beim 4:0 gegen Hoffenheim.

Beste Stimmung beim Bayern-Training

Bilder: Beste Stimmung beim Bayern-Training

Vor der Abwehr spielten am Samstag neben dem einzigen Kontrolleur und Organisator Xabi Alonso dessen Schäfchen: Franck Ribery, Arjen Robben, Thomas Müller, Mario Götze und Robert Lewandowski. „So viel Offensive hatten wir noch nie auf dem Platz“, sagte Manuel Neuer und lobte: „Sie alle haben gewusst, worum es geht, und nach hinten gearbeitet.“ Dass diese Aufstellung aus der Not entstanden ist, mag angesichts der prominenten Namen despektierlich klingen. Zumindest aber kann man sicher sagen, dass sie im Normalfall nicht Guardiolas erste Wahl wäre. Der Coach ist zu diesem Experiment gezwungen. Und hat das Glück, dass seine Offensivkräfte allesamt in bester Form sind.

„Ich bin superstark, ich bin super drauf“, sagte Arjen Robben nach dem Spiel stellvertretend. Götze führt mit inzwischen sieben Treffern die Torschützenliste der Liga an, dicht gefolgt von Müller und Lewandowski (je 6) und Robben (5). Verlässlich ist: Einer trifft immer. Nur verletzen sollte sich tatsächlich nun niemand mehr.

Hanna Schmalenbach

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