Green: "Gehe mit großer Motivation ins Turnier"

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Technisch stark, schnell, torgefährlich – im Sturm oder im offensiven Mittelfeld einsetzbar: Julian Green

München - Der Miesbacher Julian Green ist einer der Jüngsten bei der Fußball-WM. Am Montag startet der Youngster des FC Bayern mit den USA ins Turnier

Der drittjüngste Spieler der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien kommt aus Miesbach. Am 6. Juni hat Julian Green vom FC Bayern München seinen 19. Geburtstag gefeiert und steht bereits im Kader der US-amerikanischen Nationalmannschaft. Heute um Mitternacht deutscher Zeit starten die USA in Natal gegen Ghana in das Turnier. „Mit 19 Jahren diese Chance zu bekommen, ist genial. Ich bin sehr stolz darauf“, sagt Green vor seinem persönlichen WM-Auftakt im Gespräch mit der Heimatzeitung. „Ich habe in den letzten Monaten sehr hart dafür gearbeitet und bin jetzt tatsächlich in Brasilien.“

Der Reiz des WM-Turniers ist für ihn umso größer, weil der Gegner am 26. Juni am letzten Spieltag der Gruppe G Deutschland heißt. Green, Sohn einer deutschen Mutter und eines Amerikaner, hätte auch für die deutsche Nationalmannschaft spielen können – allerdings noch nicht bei diesem Turnier. Geboren ist er in Tampa (Florida). Im Alter von zwei Jahren kam er mit der Mutter nach Deutschland. Doch er entschied sich für USA und damit für die Möglichkeit, schon mit 19?Jahren eine WM zu spielen. „Auf das Spiel gegen Deutschland freue ich mich besonders“, sagt Green. Mit den Mannschaftskollegen des FC Bayern München wie Manuel Neuer, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder Thomas Müller hat er sich im zurückliegenden halben Jahr täglich im Training gemessen. „Bei einer WM auf diese Spieler zu treffen, hat einen speziellen Reiz. Das wird sicher sehr spannend.“

Die Karriere des 19-Jährigen verläuft rasant. Über den FC Miesbach und die SG?Hausham führte sein Weg zum FC Bayern München. Der Wechsel erfolgte erst in der U15 und damit recht spät. Doch der sportliche Alleskönner Green, der in seiner Jugend auch erfolgreich Eishockey und Tennis spielte, schlug bei den Bayern fulminant ein. In der Saison 2011/12 schoss für die B-Jugend in der Bundesliga Süd/Südwest in 25 Spielen 17 Tore. Eine Saison später traf er in der U19-Bundesliga Süd/Südwest zehnmal. Und in der vergangenen Saison war Green für den FC Bayern München II in der Regionalliga 15 Mal erfolgreich. Technisch stark, schnell, torgefährlich, im Sturm oder im offensiven Mittelfeld einsetzbar – dass die Bayern da ein Riesentalent in ihren Reihen haben, blieb auch Pep Guardiola nicht verborgen. Er zog Julian Green in den Profi-Kader hoch und belohnte ihn Ende November 2013 mit einem Kurzeinsatz im Champions-League-Spiel in Moskau für seine starken Leistungen.

Green war im Bayern-Starensemble auf Anhieb gut integriert, im US-Nationalteam ging es ebenso schnell. Im Trainingscamp in Frankfurt im Vorfeld der WM überreichte ihm Clint Dempsey, einer der Leistungsträger, ein Trikot mit seinem Namen. „Das war eine schöne Geste und hat mir schon damals das Gefühl gegeben, dass ich dazugehöre“, sagt Green. „In den vergangenen Wochen haben wir sehr viel Zeit zusammen verbracht. Die Atmosphäre ist super, und ich fühle mich sehr wohl in der Mannschaft.“ Zwischen den Trainingseinheiten in Brasilien können Green und seine Teamkollegen sich in einem Gemeinschaftsraum an der Playstation oder an der Tischtennisplatte ablenken. Der Miesbacher verbringt dort viel Zeit mit den Teamkollegen DeAndre Yedlin und Jozy Altidore. Auch mit John Brooks (Hertha BSC Berlin), Timothy Chandler (soeben aus Nürnberg zu Eintracht Frankfurt gewechselt) und Jermaine Jones (Besiktas Istanbul), allesamt ebenfalls Deutsch-Amerikaner, kommt er gut zurecht. Zu seinen Freunden in Deutschland hält der 19-Jährige über das Internet Kontakt.

Heute wird es aber ernst. Das Auftaktspiel gegen Ghana ist für die USA gleich so etwas wie ein Endspiel. Wohl nur der Sieger hat Chancen auf das Achtelfinale, schließlich warten anschließend noch die beiden Favoriten Portugal und Deutschland. Green will seinen Teil dazu beitragen, dass die USA den Sprung in die nächste Runde schaffen. „Die Nominierung war eine Anerkennung für meine Leistungen“, sagt er. „Jetzt möchte ich zeigen, dass ich tatsächlich helfen kann. Ich bin mit dem Ziel nach Brasilien geflogen, hier auch zu spielen.“ Nach einem längeren Gespräch mit Jürgen Klinsmann weiß Green nicht nur, dass der Nationaltrainer viel von ihm hält, sondern auch, was er von ihm erwartet. „Ich habe insgesamt ein gutes Gefühl und gehe mit großer Motivation und großem Selbstvertrauen in das Turnier.“ Was sich vor ein paar Monaten noch wie ein schöner Traum anfühlte, ist zu einer konkreten Chance geworden. Green hat in seiner bisherigen Karriere nicht viele Chancen verstreichen lassen.

Christoph Fetzer

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