Champions-League-Achtelfinale

Rummenigge über Hinspiel: "Hat die Tür geöffnet"

Turin - Die Bayern bemühen sich trotz der Gegentore, die vielen guten Seiten des 2:2 gegen Juventus zu sehen. Die Karten für das Champions-League-Viertelfinale stehen gut.

Bei Thomas Müller klingen Sätze selbst dann noch lustig, wenn der Inhalt gar nicht zum Lachen ist. Der Mann des FC Bayern mit den unkonventionellen Bewegungen hat schon viele kuriose Tore geschossen – und nun ist ein kurioses Nicht-Tor hinzugekommen. Als ihn am Dienstagabend ein Zuspiel von Robert Lewandowski vor dem nahezu leeren Tor erreichte, „da dachte ich natürlich: jetzt scheppert’s“, berichtete der Weltmeister. Tat es aber nicht, weil der Ball ein bisschen zu ungenau kam, Müller sich einen Tick verschätzt hatte und der Boden womöglich ein wenig rutschig war. Letztlich war es ihm fast „egal, an was es lag: Mein Laufweg, Lewis Pass oder eine Mischung.“ Am Ende kam ein Roller heraus, der so unorthodox aussah wie einige seiner schönsten Treffer.

Müller hat sich nicht lange mit dem Malheur aufgehalten und später mit seinem Tor doch noch einen zählbaren Beitrag geleistet zu diesem 2:2. Der FC Bayern erfüllte damit exakt die Vorgabe seines obersten Bosses – nicht verlieren und selbst mindestens ein Tor schießen –, doch weil man dem Triumph in Turin so nah war wie Müller dem frühen 1:0, blieb trotzdem ein schaler Nachgeschmack. Karl-Heinz Rummenigge musste deswegen zu später Stunde etwas klarstellen. „Es war eines der besten Champions League-Spiele, die ich gesehen habe“, und das waren nicht ganz wenige. Eindringlich warnte er auf dem mitternächtlichen Bankett davor, „mit dem Ergebnis zu hadern. Es hat das Tor geöffnet.“

Lahm nach Remis "absolut zufrieden"

Die Botschaft war angebracht. Mit Ausnahme von Philipp Lahm, der mit dem Remis nach 2:0-Führung „absolut zufrieden“ war, machte sich im Kader rasch eine Stimmung breit, die der Ernüchterung näher war als der Erleichterung darüber, eine knifflige Aufgabe über weite Strecken bravourös gemeistert zu haben und noch immer eine glänzende Ausgangsposition zu besitzen. „Ein 2:2 ist kein katastrophales Ergebnis“, räumte Manuel Neuer ein, „aber man geht mit einem mulmigen Gefühl nach Hause.“ Man habe „sie selbst ins Spiel gebracht“, ärgerte sich Müller, nachdem die Gäste den italienischen Meister in dessen Stadion zunächst in einer Eindeutigkeit dominiert hatten, die Pep Guardiola später von „einem meiner besten Spiele als Trainer“ schwärmen ließ. Umso schmerzhafter war der letzte Eindruck. „Wenn du 2:0 führst, fühlt es sich am Ende nicht so gut an“, gestand Müller.

Die zwei Gegentreffer aus heiterem Himmel und in weniger als einer Viertelstunde haben die Münchner wieder mal daran erinnert, wie anspruchsvoll der weg zum Champions League-Titel ist und welche Tücken dieser Wettbewerb bereithält. In kürzester Zeit können sich Vorzeichen ändern, und aus einem ungefährdeten Viertelfinal-Aspiranten wird ein Anwärter mit vergleichsweise moderaten Vorteilen. Allzu besorgt brauchen die Münchner dennoch nicht auf das Rückspiel am 16. März zu blicken. Auf die Herausforderung dieses Juve-Teams mit seiner defensiven, radikal abwartenden Grundausrichtung war der deutsche Rekordmeister am Dienstag bestens vorbereitet.

Lahm lobt die "Schablone"

Über die Flügel versuchten die Gäste immer wieder, die Abwehr auszuhebeln (was zweimal prächtig gelang), und im Mittelfeld machten sich die Bayern dank ihrer permanent aufrückenden Außenverteidiger Bernat und Lahm ebenfalls breit. „Wenn man das Angriffspressing überwindet, sind sie eine klassische italienische Mannschaft, die auch mit Fünferkette verteidigt“, berichtete der Kapitän. Wiederholt sprach Lahm von einer „Schablone“, die die Bayern im Vorfeld angefertigt hätten und die perfekt auf das Spiel der Italiener passte. Für das Wiedersehen in drei Wochen, wenn die Bayern ihre berüchtigte Heimstärke in die Waagschale werfen, erwartet er ein ganz ähnliches Juve.

Gut, dass sie die Schablone noch haben. Das Spiel im Ticker zum Nachlesen.

Bilder und Noten: Zweimal die Note 1 bei Bayern-Remis in Turin

Rubriklistenbild: © MIS

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