Wer füllt die Leere?

Nach dem 0:3: Bayern im Zustand der Ohnmacht

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Wirkte angeschlagen: Pep Guardiola.

Barcelona/München - Die Leere nach der Pleite in Barcelona war bei den Bayern förmlich mit den Händen greifbar. Der Versuch, den Zustand der Ohnmacht zu durchbrechen, wollte auch Karl-Heinz Rummenigge nicht gelingen.

Es wird vermutlich ein paar Plakate geben, vielleicht sogar eine Choreographie. „Happy Birthday!“ Oder das klassische „Alles Gute!“ Und von der Südkurve wird noch einmal der Jupp, Jupp, Jupp-Schlachtruf angestimmt, wie in alten Zeiten. Am Spielfeldrand sieht man dann möglicherweise einen Trainer, wie er hochblickt und sich am Kopf kratzt. Pep Guardiola wird dann die Leute beobachten, die seinen Vorgänger Jupp Heynckes hochleben lassen, der am Samstag seinen 70. Geburtstag feiert – während der FC Bayern gegen den FC Augsburg ein Spiel absolviert, auf das er nicht die größte Lust hat. Denn irgendwie liegt auf diesem schönen Spiel namens Fußball gerade ein grauer Film, es fühlt sich nach der enttäuschenden 0:3-Niederlage von Barcelona an wie ein großes Loch im Magen.

Rummenigge: "Mannschaft hat heldenhaft gekämpft"

Wer kann diese Leere füllen? Was kann sie füllen? Ein guter Auftritt im Rückspiel? Ein ordentlicher 1:0- oder 2:0-Sieg? Ein wundersames Weiterkommen?

„Ich bin traurig“, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz

Rummenigge beim Bankett.

Rummenigge am Abend in Barcelona zur Einleitung in seine Bankettrede. „Nicht wegen dem Ergebnis, sondern einfach wie das Spiel gelaufen ist. Die Mannschaft hat 77 Minuten heldenhaft gekämpft, gefightet. Wenn du am Ende nach 95 Minuten vom Platz gehst, verlierst 3:0, dann ist das schade.“ Was er sagte, konnte man zeitgleich in den Gesichtern der Spieler ablesen. Sie hatten gewollt, aber sie merkten auch, dass der Wille allein nicht reichte. Diese Erkenntnis wird vor allem ihren Trainer erschüttert haben.

„Ich wollte das Spiel kontrollieren, das ist meine Auffassung von Fußball“, sagte Pep Guardiola. Genau: Er wollte, aber er konnte nicht. Auch Kapitän Lahm sprach von der „Identität, die wir nun mal haben“, und mit der er das auf Ballbesitz ausgelegte Spiel meinte – das derzeit nicht funktioniert, zumindest nicht gegen einen Gegner wie Barça. „Dass Barcelona in einer sehr guten Verfassung ist, das wussten wir vorher. Und auch dass wir vielleicht nicht so viele Torchancen bekommen wie Barcelona“, sagte Matthias Sammer. Der Sportvorstand wollte seiner Mannschaft, die aufgrund der Verletzungsmisere weit weniger eingespielt war, keinen Vorwurf machen. Nur eine Sache konnte er nicht akzeptieren. „Auf diesem Niveau darfst du dir dann nicht so einen leichten Fehler erlauben – oder eben du verlierst 1:0. Aber das ist eigentlich das einzige, bei dem ich sage, dass es mich ärgert. Es ist ja nicht das erste Mal!“ Sammer erinnerte an die Unzulänglichkeiten gegen Dortmund und davor im Hinspiel gegen Porto. Da konnte man sie noch mit einem genialen Rückspiel reparieren. Und nun?

Pressestimmen: "Messi zerlegt die Bayern"

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„Wenn du 3:0 verlierst, dann sind die Chancen nicht mehr so groß“, sagte Boss Rummenigge mit Blick auf das Rückspiel. Er schickte noch hinterher, dass man immerhin Bayern München sei! Und stolz! Und dass man noch mal alles reinlegen wird! Aber die volle Überzeugung, dass es reichen wird am Dienstag, die transportierte weder seine Stimme noch sein Gesichtsausdruck an diesem Abend im noblen Princessa Sofia. Es war mehr der Versuch, den Moment der Ohnmacht zu durchbrechen. Doch er hielt und hält sich hartnäckig. Sicher auch über das Spiel gegen den FC Augsburg hinaus, an dem irgendwie wie auch der letzte und einzige Triplesieger anwesend sein wird. Zumindest in den Geburtstagsgrüßen.

Michael Knippenkötter, J. Carlos Menzel Lopez

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