Gemeinsame Meister-Feier auf dem Rathausbalkon

FCB-Frauen fordern: Lasst uns da rauf!

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Locker in den Showdown: Vor dem letzten Liga-Heimspiel am Sonntag gegen Essen nahmen sich die Bayern-Frauen Carina Wenninger und Laura Feiersinger Zeit für ein Interview mit tz-Reporterin Sina Ojo.

München - Die tz sprach mit den österreichischen FCB-Kickerinnen Carina Wenninger (24) und Laura Feiersinger (22). Dabei ging es auch um eine gemeinsame Meisterfeier mit den Bayern-Männern auf dem Rathausbalkon.

Für die Männer ist es Routine – für die Frauen wäre es historisch: Die Fußballerinnen des FC Bayern können am Sonntag (14 Uhr, live auf Eurosport und br.de) Meisterinnen werden, erstmals seit knapp 40 Jahren. Am letzten Spieltag empfängt der Tabellenzweite um Trainer Thomas Wörle die SGS Essen-Schönebeck im Grünwalder Stadion. Chancen auf den Titel haben neben Bayern (53 Punkte) noch Wolfsburg (54) und Frankfurt (52). Und: Letztere treffen zum Abschluss aufeinander. Ein FCB-Sieg, Schützenhilfe von Frankfurt, und die Sensation wäre perfekt!

Carina und Laura, Sie beide haben unter der Woche die Verträge bis 2017 verlängert. Wieso gerade jetzt?

Wenninger: Grundsätzlich habe ich mich die letzten Monate schon mit dem Gedanken beschäftigt zu bleiben. Ich bin sehr froh, dass das geklappt hat.

Feiersinger: Ich bin seit vier Jahren in München, für mich gab es keinen Grund wegzugehen. Ich fühle mich wohl und auch sportlich läuft es ja richtig gut.

Zum ersten Mal seit 1976 können Sie Meisterinnen werden. 

Wenninger: Wir müssen unbedingt diese drei Punkte machen. Dann wissen wir, dass wir den Champions-League-Platz (Rang zwei, d. Red.) sicher haben. Alles andere wäre ein Bonus, aber klar, auch ein Traum.

1976 war der komplette Kader, inklusive Trainer Wörle, nicht einmal geboren. Wird’s Zeit für den Meistertitel?

Wenninger: Es ist auf jeden Fall der Anspruch des FC Bayern, oben mitzuspielen und sich auch für die internationalen Plätze zu qualifizieren.

Für den Titel brauchen Sie Schützenhilfe von Frankfurt. Haben Sie Ihre besten Wünsche schon an die Hessinnen geschickt?

Feiersinger (lacht): Ich zumindest nicht. Das Gute ist ja, dass auch für Frankfurt noch alles drin ist. Die lassen sich nichts nehmen. Es wird spannend.

Dennoch steht Frauenfußball chronisch im Schatten von Männerfußball. Ist das frustrierend?

Wenninger: Nein, in den letzten Jahren hat sich schon einiges getan. Klar, ein bisserl mehr Aufmerksamkeit wäre wünschenswert. Man darf aber nicht vergessen, dass dann auch ein anderer Druck da wäre und wir uns nicht mehr so frei bewegen könnten.

Ein Punkt, in dem Sie nicht mit den Männern tauschen wollen?

Feiersinger: Klar ist es schön, wenn viele Zuschauer kommen. Aber dieser große Wirbel ist auf Dauer ein bisserl zäh.

Wie eng ist der Draht zu den männlichen Kollegen? 

Feiersinger: Zum David (Alaba, d.Red.) gibt’s einen Kontakt, sonst ist es eher schwierig: Weil wir ganz andere Trainingszeiten und teilweise auch -orte haben, läuft man sich mal an der Säbener Straße über den Weg. Mehr aber auch nicht.

Wie sehen Sie die Entwicklung von Landsmann Alaba, der in Österreich viermal zum Fußballer und zweimal zum Sportler des Jahres gewählt wurde?

Wenninger: Ich finde es bewundernswert, welchen Weg er bei Bayern gegangen ist. Es ist klasse, dass Österreich so einen Fußballer hat.

Alaba hat via Facebook die Fans aufgerufen, am Sonntag ins Grünwalder zu gehen. Gab’s auch den einen oder anderen Tipp seiner Kollegen?

Feiersinger: Bis jetzt nicht, mal schauen, ob noch was kommt.

Wenninger: Ich bin auch gespannt. Vor unserem Pokalsieg 2012 haben uns die Männer ein paar Botschaften geschickt.

Wenn Sie den Titel holen, feiern Sie am 24. Mai gemeinsam mit den Männern auf dem Münchner Rathausbalkon.

(Beide lachen) Wenninger: Das wusste ich ja gar nicht. Du?

Feiersinger: Na.

Im aktuellen Bayern-Magazin bestätigt Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge eine Zusammenlegung der möglichen Feiern und meint, dass man heuer „liebend gerne erstmals in Damenbegleitung“ auf dem Balkon wäre. 

Wenninger: Das wär schon echt cool.

Feiersinger: Stimmt. Für dieses Interview sind wir ja probeweise auf dem Balkon gestanden – und da haben wir schon gesagt: Das Gefühl ist richtig toll, wenn man da oben steht, unten alles voll ist.

Also möchten Sie wieder hoch?

Wenninger (lacht): Da würde ich nicht Nein sagen.

Interview: Sina Ojo

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