Der junge Spanier im tz-Interview

FCB-Stars nennen ihn  "Juan Bernat Guardiola"

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Glückwunsch! Pep Guardiola gratuliert Bernat zu einem Treffer im Training.

München - Juan Bernat gehört zu den absoluten Gewinnern der Vorrunde. Der Linksfuß verpasste in seinem ersten halben Jahr keine einzige Partie und trumpfte groß auf. Das tz-Interview.

Im Sommer für fast schon läppische zehn Millionen Euro verpflichtet, stand Juan Bernat in seinen ersten Monaten beim FC Bayern oft im Schatten der anderen Neuzugänge, großen Stars wie Robert Lewandowski oder Xabi Alonso. Doch der 21-Jährige hat sich still und leise zu einem der wertvollsten Spieler für Pep Guardiola entwickelt. Der Linksfuß verpasste in seinem ersten halben Jahr keine einzige Partie und trumpfte groß auf. Das tz-Interview.

Herr Bernat, seit Ihrem Wechsel zum FC Bayern standen Sie fast immer in der Start­elf. Viele sagen, Sie seien der Gewinner der Hinrunde gewesen. Sehen Sie das auch so?

Juan Bernat: Ach, das ist immer schwer zu sagen. Aber wenn jemand so etwas sagt, macht mich das schon stolz. Ich gebe zu, dass mich mein Auftreten auf dem Platz in der gesamten Hinrunde sehr glücklich gemacht hat. Jetzt gilt es, so weiterzumachen. Dieses Level mindestens zu halten, hoffentlich sogar noch zu toppen.

Waren Sie selbst überrascht über die vielen Einsätze?

Juan Bernat: Es war schon immer ein Traum für mich, für Bayern zu spielen. Aber ich wusste auch, dass es eine große Herausforderung wird. Deshalb habe ich versucht, in das zu vertrauen, was ich kann. Das hat bisher gut geklappt. Natürlich war es dann schon eine Überraschung. Aber eine sehr schöne.

Sind Sie inzwischen selbstbewusster als noch vor einem halben Jahr?

Juan Bernat: Ich war immer selbstbewusst, auch als ich hier ankam. Aber nach den sechs Monaten, in denen ich beim FC Bayern so viel gespielt habe, habe ich noch ein bisschen mehr Vertrauen in meine Fähigkeiten. Trotzdem ist noch Luft nach oben. Ich bin hungrig.

Man sagt, Sie seien Pep Guardiolas Liebling.

Juan Bernat(lacht): Meine Mitspieler sagen manchmal „Juan Bernat Guardiola“. Ob ich sein Liebling bin, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass ich ihm für sein Vertrauen sehr, sehr dankbar bin. Ich gebe jeden Tag alles dafür, das zurückzuzahlen.

Sie spielen immer. Überhaupt mal mit dem Gedanken beschäftigt, auf die Bank zu müssen?

Juan Bernat: Es ist immer die Entscheidung des Trainers. Wenn er mal sagt, dass ich nicht spiele, werde ich das akzeptieren. Ich gehe jetzt nicht davon aus, dass ich unumstrittener Stammspieler bin. Wir wollen natürlich immer alle spielen, spielen, spielen. Aber das geht ja nicht.

David Alaba kommt nun zurück. Hat das Auswirkungen auf Ihren Stellenwert im Team?

Juan Bernat: Ich mag ihn sehr, als Mensch und als Spieler. Bevor er verletzt war, waren wir oft beide in der Startelf. David und ich können in mehreren Positionen spielen, deshalb wird es sicher auch eine Lösung mit uns beiden auf dem Platz geben. Und es ist doch auch schön, immer Konkurrenzkampf zu haben. Ich mag es, herausgefordert zu werden.

Mit Pep können Sie Spanisch reden. Wie läuft die Kommunikation mit dem Rest des Teams?

Juan Bernat: Ein bisschen englisch. Und ansonsten habe ich meinen Dolmetscher Pepe Reina (lacht).

Wie ist Ihr Deutsch?

Juan Bernat: Noch katastrophal! Es ist sehr schwer. Pep und auch Javi Martinez haben viel Vorsprung. Ich habe zwar drei Mal pro Woche Unterricht, aber es geht schleppend voran. Ich muss mich erst mal auf das Englische konzentrieren, danach kommt Deutsch.

Haben Sie ein deutsches Lieblingswort?

Juan Bernat: Ja. Das Wort „Dankeschön“ gefällt mir gut.

Sie kamen im Sommer aus Valencia. Wäre es nicht schön, die Champions League gegen ein spanisches Team zu gewinnen?

Juan Bernat: Ich will die Champions League einfach gewinnen. Egal gegen wen.

Und wann gelingt Ihnen das erste Tor im FCB-Trikot?

Juan Bernat: In der Rückrunde. Es wird kommen. Da bin ich mir sicher. Aber: Eigentlich ist es auch nicht mein Hauptjob, Tore zu schießen.

Wie jubeln Sie überhaupt, wenn Sie ein Tor schießen?

Juan Bernat:  Also ich ziehe mich jetzt nicht gleich aus auf dem Platz. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich treffe ja nie. Das muss ich spontan entscheiden (lacht).

Interview: sw

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