Badstuber ist einziger fitter Innenverteidiger

FCB-Überraschung Tasci - wie fit ist die Leihgabe?

München - Die Nachricht an sich war wenig überraschend, ihr Zeitpunkt dafür aber umso mehr – Pep Guardiola wechselt zu Manchester City! Der Wechsel von Serdar Tasci erstaunte die Fans umso mehr.

Die Nachricht an sich war wenig überraschend, ihr Zeitpunkt dafür aber umso mehr – Pep Guardiola wechselt zu Manchester City! Am Montag Nachmittag gaben die Citizens bekannt, dass der scheidende Coach vom FC Bayern München ab dem 1. Juli dieses Jahres auf ihrem Trainerstuhl Platz nehmen wird. Was seit Wochen spekuliert wurde, ist nun offiziell. Nur der Zeitpunkt der Bekanntgabe war ziemlich überraschend, nicht mal der Klub selbst war auf seine Verkündung ausreichend vorbereitet: Die Vereinshomepage brach kurzzeitig zusammen.

Pep Guardiola unterschreibt Drei-Jahres-Vertrag bei Manchester City 

Die Citizens begründeten ihren Schritt mit dem Respekt vor ihrem aktuellen Trainer Manuel Pellegrini. Man wolle unnötige Gerüchte vermeiden, erklärte der Klub in seiner Pressemitteilung. In der verweisen die Engländer auch darauf, dass sie bereits 2012 mit Guardiola verhandelten, ehe sich der 45-Jährige für den FC Bayern entschied. Vier Jahre später zieht es Pep also doch nach England, das hatte er bereits Anfang Januar verraten. Einzig seinen neuen Arbeitgeber wollte er noch nicht preisgeben, war es doch ein offenes Geheimnis, dass es ihn zu den Citizens zieht. Zu dem Verein, in dem er mit Vorstandsboss Ferran Soriano und Sportdirektor Txiki Begiristain auf zwei Vertraute aus seiner Zeit beim FC Barcelona trifft. Am Montag hatte Pellegrini auf der Pressekonferenz vor dem Spiel Citys gegen Sunderland seinen Abschied erklärt. „Ich höre am 30. Juni auf, es gibt keine Spekulationen mehr“, sagte der Chilene. Für den Verein wohl Grund genug, auch keine Diskussionen um seinen Nachfolger aufkommen zu lassen. Guardiola hat einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Am Montag brach der Spanier nach dem Mannschaftstraining in München sogar für einen Kurz-Trip nach England auf. Die Spieler haben am Dienstag frei.

Dem FC Bayern München dürfte der Zeitpunkt über die Verkündung des neuen Arbeitgebers seines Noch-Trainers nicht gefallen haben. Waren die Bayern beim Abschied des Spaniers noch darauf bedacht, diesen erst nach dem letzten Hinrundenspiel bekannt zu geben, platzt die Nachricht von Guardiolas Engagement beim englischen Meister von 2014 mitten die ohnehin angespannte Lage beim deutschen Rekordmeister. Abseits des Platzes läuft die Suche nach dem Maulwurf, der Mannschaftsinterna an den kicker weitergab. Aber gibt es den wirklich? Karl-Heinz Rummenigge stellte das am Sonntag zumindest infrage. „Vielleicht gibt es diesen Spieler ja gar nicht“, sagte der Bayern-Boss. „Wenn einer nicht namentlich genannt wird von den Journalisten, dann gibt es diesen Spieler vielleicht gar nicht.“

Serdar Tasci zum FC Bayern: "Er ist in der Lage, uns mit seiner Qualität und Erfahrung sofort zu helfen"

Szene aus dem DFB-Pokalfinale 2013: Thomas Müller (Bayern München) gegen Serdar Tasci.

Viel wichtiger war es für die Münchner sowieso, die extrem angespannte Personallage in der Defensive zu entlasten. Das taten sie gestern mit einem Last-Minute-Transfer: Bis zum Sommer haben sie Serdar Tasci vom russischen Erstligisten Spartak Moskau ausgeliehen. „Wir sind froh, dass wir kurzfristig die Möglichkeit bekommen haben, einen Spieler wie Serdar Tasci zum FC Bayern zu holen. Er ist in der Lage, uns mit seiner Qualität und Erfahrung sofort zu helfen“, wurde Sportvorstand Matthias Sammer in der Pressemitteilung des Vereins zitiert. Mit dem Transfer des Ex-Stuttgarters reagierte der FCB auf den Ausfall von Javi Martinez, auch wenn Sammer am Sonntag noch gesagt hatte: „Das tut weh, aber es gibt nichts, was uns besser macht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir noch etwas tun werden.“ Ähnlich klang Rummenigge. Der bekräftigte, es gebe „auf dem Markt derzeit keine Qualität. Deshalb ist ein Transfer fast ausgeschlossen“. Bereits unter der Woche hatte der FCB-Boss nach der Verletzung von Jerome Boateng gesagt: „Es gibt keinen guten Spieler, der auf dem Markt ist. Und Notlösungen bringen einen am Ende des Tages nicht weiter. Dementsprechend werden wir nichts machen.“

Der Ausfall von Martinez bewog die Bosse aber dann doch zum Umdenken. Mit Holger Badstuber steht Guardiola derzeit nur ein fitter Innenverteidiger zur Verfügung, auch Tasci ist sofort und in allen Wettbewerben einsatzbereit. Wie fit der 28-Jährige ist, wird sich zeigen. In Russland ist schon seit Anfang Dezember Winterpause. Der ehemalige Nationalspieler freut sich auf seinen neuen Verein: „Ich fühle mich sehr gut und freue mich riesig auf die Herausforderung. Ich hoffe, dass ich der Mannschaft weiterhelfen kann.“

Sven Westerschulze

Rubriklistenbild: © MIS

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