1. tz
  2. Sport
  3. FC Bayern

Abwehr-Puzzle: Vier Viererketten in 90 Minuten

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Trainer Louis van Gaal beim Spiel gegen Mainz. © Getty

München/Mainz - FC-Bayern-Trainer Louis van Gaal hatte Nachholbedarf. Ja, auch ihm, dem allmächtigen Fußballlehrer, entgeht mal was – und sei es aus einfachen Gründen:

Weil die Bayern auf dem Rückweg vom Spiel in Mainz waren, konnte er Inter Mailands 1:0 gegen Cagliari nicht live verfolgen. Wie es sich für einen akribischen Trainer wie van Gaal gehört, ließ er sich eine DVD anfertigen. Die Ergebnisse bekommen seine Spieler nach dem freien Montag erst am Dienstag präsentiert. Zunächst stand am Sonntag die Aufarbeitung des 3:1 gegen Mainz an. Van Gaal lobte, dass man endlich „beide Halbzeiten gewonnen hatte“, 1:0 und 2:1. Doch auch die Fehler wurden analysiert – denn der Sieg in Mainz stand auch unter dem Motto: Vorne bombastisch, hinten besorgniserregend.

Bayern in Mainz: Bilder und Noten

Fotos

Die Gegner hießen noch nicht Eto’o oder Sneijder, der für das Bayern-Duell am Samstag geschont wurde. Sie hießen Allagui und Schürrle – und ließen die Bayern-Abwehr dennoch immer wieder alt aussehen. „Natürlich müssen wir das besser machen“, bekannte van Gaal. „Wir hatten viel zu viele unnötige Ballverluste.“ Sein Versprechen: „Das wissen wir und das werden wir auch verbessern.“ Aber reicht es mit dieser Defensivarbeit wirklich für Inter?

In Mainz war van Gaal ein wahrer Puzzlemeister, so oft wirbelte er seine Abwehr durcheinander. Sage und schreibe vier Viererketten standen während der 90 Minuten auf dem Platz. Zunächst: Lahm, Timoschtschuk, Badstuber, Gustavo – die Formation, die wohl auch in Mailand ran soll. Nach 25 Minuten stellte der Trainer um, ließ Gustavo und Pranjic die Positionen wechseln. Es verteidigten Lahm, Badstuber, Timoschtschuk und Pranjic. In der 64. Minute ersetzt Kroos den Gelb-Rot gefährdeten und indisponierten Badstuber (van Gaal: „Er ist mein Stammspieler!“), woraufhin die Viererkette aus Lahm, Timostschuk, Neu-Innenverteidiger Gustavo sowie Pranjic bestand. Schließlich brachte van Gaal noch Breno, Timoschtschuk rückte auf seine bevorzugte Position im Zentrum, Lahm, Breno, Gustavo und Pranjic bildeten die Abwehrkette.

Exklusiv: Der Blick in Van Gaals Allerheiligstes

Was für ein Abwehr-Puzzle! „Die Abwehr sieht variabel aus“, versuchte Thomas Müller die Situation mit Humor zu nehmen. „Der Trainer wird sich für Inter was einfallen lassen, da kann man spekulieren.“ Schon die ganze Saison sucht van Gaal nach der optimalen Formation, gefunden hat er sie noch nicht. Auch in der Rückrunde stand in der Liga erst einmal die Null. „Gegen Inter sollten wir mit Sicherheit nicht so viele Chancen wie gegen Mainz zulassen“, warnt Müller, sieht das Problem aber nicht bei der Qualität der Verteidiger: „Wichtig ist, dass die Mannschaft verteidigt. Wir müssen es schaffen, dass das Gleichgewicht noch besser wird, dass wir besser umschalten.“ Denn so schön der Offensiv-Wirbel von Gomez, Müller, Robben und Ribéry auch ist – er birgt Gefahren. „Wenn die vier Spieler vorne mal zu viel Risiko gehen und weg sind – da hat es jede Abwehr schwer“, meint Müller, „da kann hinten drinstehen, wer will“. Die Bayern müssen die Balance zwischen Spektakel und Sicherheit finden. Dass dies gelingt, daran zweifelt Müller keine Sekunde: „Inter ist schlagbar.“

ta, jj

Auch interessant

Kommentare