tz-Kolumne: Asterix & die Gaalier

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Louis van Gaal.

München - In seiner wöchentlichen Kolumne zeigt tz-Kolumnist Jörg Heinrich die Parallelen des FC-Bayern zu Comic-Legende Asterix auf.

Die spinnen, die Bayern! Aber der Reihe nach: Wir im Kolumnenhochhaus sind ja Riesenfans von Asterix. Leider hat der altersstarrsinnige Pinselschwinger Uderzo seit 30 Jahren kein vernünftiges Heft mehr zustande gebracht – aber die alten Bände sind grandios! Und falls Monsieur Uderzo mit 83 doch noch mal ein tolles Thema braucht, würden wir ihm gern, Idee-fix wie immer, unseren neuesten Einfall ans Herz legen: Asterix beim FC Bayern. Denn wir finden: Der FCB erfüllt längst alle Anforderungen, die man an ein gründlich zerstrittenes gallisches Dorf stellen kann. Statt gammeligem Fisch, Pflatsch! Kracks! Flupp!, fliegen zwar nur die Fetzen. Trotzdem kämpft jeder gegen jeden, und so könnten wir uns den FCB-Asterix als konfliktfreudige Mischung aus Kampf der Häuptlinge und Der große Graben vorstellen. Wobei: Asterix bei den Gaaliern wäre auch ein schöner Titel.

Louis van Gaal: Seine besten Sprüche

"Ich habe in sechs Jahren bei Ajax mehr geschafft, als Barcelona in hundert." (Van Gaal nach seiner Entlassung bei Barca im Jahr 2003) © dpa
"Ich bin der Beste!" (Louis van Gaal nach dem Gewinn der niederländischen Meisterschaft mit AZ Alkmaar 2008) © Getty
"Bayern träumte ja auch schon lange von mir" (Van Gaal nach Bekanntgabe seines Wechsels zu den Bayern im März 2009 auf die Frage, warum er schon lange vom FC Bayern träume) © Getty
"Ich bin ein anderer Trainer als die anderen, ich habe eine eigene Identität." (Van Gaal im Bayern-Magazin im August 2009) © Getty
"Sie können mich rauswerfen, und dann? Es gibt keinen Trainer mit einem besseren Lebenslauf. Wenn ich jetzt weg wäre, wen sollte Bayern dann verpflichten? Ferguson? Capello? Die sind vielleicht erfolgreicher, aber besetzt." (Van Gaal im Oktober 2009 auf die Frage, warum ihn die Bayern trotz des schlechten Saisonstarts nicht feuern sollten) © Getty
"Ich habe einen Körper wie ein Gott." (Van Gaal im Oktober 2009) © Getty
"Seit ich hier bin, scheint die Sonne" (Van Gaal im Dezember 2009) © Getty
"Es gibt nicht viele Trainer in der Welt, die mehr gewonnen haben als ich." (Van Gaal im Februar 2010) © Getty
"Ich kann in die Seele eines Menschen schauen." (Van Gaal im Februar 2010) © Getty
"Geld macht nicht glücklich, es ist wichtig, um sich glücklich zu fühlen, aber für mich ist Anerkennung wichtiger, vor allem die Anerkennung der Spieler." (Van Gaal im Februar 2010) © 
"Ich finde es unglaublich, dass Sie das sagen. Sie haben das total falsch gesehen. Sie können nicht sagen, dass Bayern schlecht gespielt hat. Das kann nicht wahr sein." (Van Gaal im Frühjahr 2010 zu einem TV-Reporter nach dem 1:1 in Nürnberg) © Getty
"Mir ist nie kalt. Ich bin warmblütig, das sagt auch meine Frau. Wir schlafen immer Löffel an Löffel." (Van Gaal im Frühjahr 2010) © Getty
„Wir haben sehr viel Spaß miteinander. Aber auch sehr viel Streit! Truus ist sehr lieb, sie kennt mich sehr gut. Und ich will immer verwöhnt werden. Das macht sie sehr gut. Wichtig ist auch, dass wir noch regelmäßig die Liebe miteinander machen!“ (Van Gaal im Frühjahr 2010 über das Verhältnis zu seiner Frau Truus) © Sampics
"Ich habe zum Vorstand gesagt, dass wir alle Titel feiern werden, ich bin ein Feierbiest." (Van Gaal vor der Meisterfeier des FC Bayern im Mai 2010) © dpa
"Ich bin wohl der flexibelste Trainer. Das Wichtigste ist, dass ich ein Mensch bin. Ein Mensch, dem ganz offensichtlich das Talent gegeben wurde, eine Mannschaft zu trainieren." (Van Gaal im Mai 2010) © Getty
"Ich bin ein Womanizer". (Van Gaal im Mai 2010) © Getty
"Es gibt Leute, die total in Gott vertrauen. Ich vertraue total in mich selbst." (Van Gaal im Mai 2010) © Getty
"Innerhalb von sechs Wochen kann ich eine Mannschaft fertigmachen." (Van Gaal im Juli 2010) © Getty
„Muss dieser Mann die Flasche geben? Ich denke nicht.“ (Van Gaal im Oktober 2010 über Spieler, die nachts aufstehen, um ihr Neugeborenes zu versorgen) © Sampics
„Ich mag die Mentalität. Das ist unglaublich. Sie sind noch fanatischer als ich.“ (Van Gaal im Oktober 2010 über deutsche Fußballer) © dpa
„Ich bin hetero, ich bin ein Frauenmann.“ (Van Gaal im Oktober 2010 auf die Frage, ob er mit Frauen besser zurechtkomme als mit Männern) © Sampics
„Sport besteht nicht nur aus Technik, sondern auch aus Strategie und Persönlichkeit. Ich habe immer eine Strategie.“ (Van Gaal im Oktober 2010) © dpa
„Ich bin so wie ich bin, und diese Art ist nicht einfach, aber ich will meine Persönlichkeit nicht ändern, nur weil andere das wollen.“ (Van Gaal im Oktober 2010) © ap
"Ich war überall der Cäsar" (Van Gaal im November 2010) © dpa

Im Prinzip müsste die Geschichte so funktionieren: Die Gaalier bewohnen ein Dorf, ganz ähnlich wie das, das wir aus den Asterix-Heften kennen. Ihre letzte große gewonnene Schlacht ist ähnlich alt wie der Fisch von Verleihnix, also knapp zehn Jahre, und riecht schon streng. Der „Mia san mia“-Zaubertrank, eine einst magische obergärige Cervisia, wirkt auch nicht mehr recht. Doch statt gemeinsam gegen die übermächtigen Römer (Barcelona, Real, Milan) vorzugehen, verdreschen sich unsere Helden gegenseitig und treiben ihre besten Krieger aus dem Dorf. Alterspräsident Schaumamalix grantelt im Hintergrund, der mächtige Ulix („Ich bin nicht dick!“) droht in der Südbretonischen Zeitung. Und den skurrilen Sportlehrer Verliernix mag keiner mehr hören. Er wird an den Baum gebunden („Du wirst nicht sprechen!“), irgendwann fällt ihm der Himmel (Sky90) auf den Kopf.

Auch für die gewohnte Asterix-Folklore ist gesorgt: Lothar kommt in einer Doppelrolle als römischer Zenturio Tullius Redeflus und als Gallier-Häuptling Moralelastix vor. Klinsi spielt den intriganten Römer Tullius Destruktivus, der ins Dorf kommt, um Streit zu säen. Das funktioniert prächtig, bald sprechen die beugsamen Dörfler nur mehr in giftgrünen Sprechblasen miteinander – beziehungsweise übereinander. Und natürlich gibt es auch die bedauernswerten Piraten, die sich ständig selbst versenken. Hier hätten wir an die Löwen gedacht, unter Piratenkapitän Sechzix.

Zusammengefasst: Das gaalische Dorf ist heillos zerkracht – und der nächste Großangriff der Römer (Inter!) steht bevor. Doch, so viel vorweg: Asterix eilt zur Hilfe, und es kommt zu einem Happy End. Auf Seite 48 sorgt Dorfkoch Würzwienix (der Schuhbeck Fonsä) fürs gewohnte Festbankett, und Dorfchef Rummenix lässt sich eine große Rede dichten. Ob Sportlehrer Verliernix dabei angebunden ist oder das Dorf bereits verlassen musste, Pflatsch! Kracks! Flupp!, wollen wir an dieser Stelle allerdings noch nicht verraten.

Jörg Heinrich

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